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2. Februar 2006, 16:15 Uhr

Die Kitschprinzessin

Sie schreibt Bestseller und verdient Millionen - doch Cecelia Ahern bringt das nicht aus der Ruhe.

Aufs Meer blicken und ein bisschen träumen - die Ideen für ihre Geschichten findet Cecelia Ahern, 24, vor der Haustür bei Dublin© Moya Nolan

Sie könnte gut Werbung für Joghurt machen. Oder für Seife. Cecelia Ahern, Bestsellerautorin und Millionärin, sieht so rundum gesund aus, dass man fast dankbar ist für die zwei Abdeck-stiftflecken auf ihrer Stirn.

Man sieht Cecelia Ahern so aufmerksam an, weil es so schwierig ist, ihr aufmerksam zuzuhören: Jeder ihrer Sätze endet mit einem unverbindlichen "Ist doch alles ganz normal." Ihr Leben, ihre Arbeit, ihr Erfolg. Dass Kritiker ihre Bücher beschimpfen, findet sie auch ganz normal. "Ich bin keine Literatin. Eher eine Freundin", sagt sie. "Meine Geschichten sind für Herzen, nicht für Köpfe."

Cecelia Ahern hat es nicht nötig, ihre Bücher zu verteidigen. Ihr erster Roman "P. S. Ich liebe dich" machte sie mit 21 Jahren zur Millionärin. Warner Brothers kaufte die Filmrechte, ein amerikanischer Verlag zahlte eine Million Dollar für die Lizenz, die Briten 300 000 Euro, die Holländer angeblich noch mehr - unglaubliche Summen für ein Romandebüt. Dann kam "Für immer vielleicht" - ebenfalls ein Bestseller in Europa und Amerika; allein in Deutschland liegt ihre Gesamtauflage inzwischen bei 1,5 Millionen. Ihr neuer Roman "Zwischen Himmel und Liebe", der hier am 27. Januar erscheint, wird schon von Disney verfilmt: als Musical mit dem Australier Hugh Jackman in der Hauptrolle.

"Reich zu werden war nie mein Ziel", beteuert die heute 24-Jährige. Überhaupt habe sie nie Ziele gehabt und sich nicht unter Druck gesetzt. "I just go with the flow" - "Ich lasse mich einfach treiben" -, sagt sie und lächelt sittsam. Vielleicht die nahe liegende Reaktion eines Mädchens, das seinen Dad jeden Abend in den Nachrichten sehen konnte: Cecelias Vater Bertie Ahern ist Irlands konservativer Premierminister. Sich volksnah und bescheiden zu geben gehört da zum guten Ton. Dass ihr Erfolg mit dem berühmten Vater zusammenhänge, glaubt sie allerdings nicht: "Wer kennt in Amerika schon Bertie Ahern?" Und damit hat sie wohl recht.

Berühmt sein in Irland - so aufregend sei das alles nicht, sagt Cecelia. Fast jeder kennt sie, aber das bedeute nicht, dass die Medien sie verfolgen. "Wir haben kaum Klatschmagazine. Das erledigen die Engländer für uns." Britische Boulevardmagazine interessieren sich allerdings eher für ihre ältere Schwester Georgina, die mit dem irischen Popstar Nicky Byrne von der Band Westlife verheiratet ist.

Als Cecelia elf war, trennten sich ihre Eltern: ein Skandal im katholischen Irland. Dass Bertie Aherns Karriere daran nicht scheiterte, ist für viele immer noch ein Wunder. "The Teflon Taoiseach" nennen ihn die Iren - der Premierminister, an dem alles abperlt. Auch Cecelia hat sich eine Teflonschicht zugelegt. Politik? Interessant, aber zu komplex. Trennung der Eltern? Schwierig, aber nicht belastend - schließlich blieb der Vater in der Nähe. Erfolg? Schön, aber nicht lebensbestimmend.

Gefunden in ... Stern Stern
Ausgabe 5/2006

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