In einem kleinen Bistro in Paris haben Albert Uderzo und René Goscinny ihren zwei berühmten Helden Leben eingehaucht: Asterix und Obelix. Mittlerweile begeistern die beiden Gallier seit fast 50 Jahren Menschen weltweit. Und ihr Erfinder denkt noch lange nicht ans Aufhören.

Dem Grandseigneur zum 80. Geburtstag: Albert Uderzo© Stephane de Sakutain/AFP
Frage: Wer oder was ist eigentlich ein Vercingetorix? Die erste Antwortmöglichkeit lautet: Ein Fürst der gallisch-keltischen Arvener, der 52 vor Christus fast alle gallischen Völker vereinigte, ihre Freiheit und Unabhängigkeit gegen das römische Reich und Julius Caesar zu verteidigen. Die zweite mögliche Antwort: Er ist der Namensgeber für die berühmtesten Gallier überhaupt: Asterix und Obelix. Die geistigen Väter der beiden Urfranzosen, Albert Uderzo und René Goscinny, waren vom Fürstennamen nämlich so angetan, dass die Idee entstand, die Namen ihrer Helden alle auf -ix enden zu lassen.
Seit knapp 50 Jahren schickt der Grandseigneur des europäischen Comics, Albert Uderzo, seine tapferen und trinkfreudigen Gallier Asterix und Obelix nun schon durch die Welt. Zuletzt ließ er das eigenwillige Duo sogar gegen Außerirdische kämpfen - verrückte Abenteuer, von denen der geistige Vater der weltbekannten Comic-Figuren noch viele weitere erfinden will. "So lange ich noch kein Bein im Grab habe, mache ich weiter. Asterix und Obelix sind Teil meines Lebens. Es sind meine Kinder, die mich zudem gut ernähren", sagte der erfolgreichste lebende Comic-Zeichner, und hat bereits die Idee für ein neues Album im Kopf. "Die Arbeit macht mir Spaß und so lange meine Geschichten auch den Lesern Freude bereiten, zeichne und texte ich weiter."
Am 25. April 1927 kam Albert Uderzo als Sohn italienischer Einwanderer in Fismes/Frankreich zur Welt. Schon als sechsjähriger Knirps lieferte er nahezu druckreife Zeichnungen zu Hause ab und mit 14 Jahren engagierte ihn bereits ein Pariser Verlag. Das Zeichentalent schien ihm in die Wiege gelegt zu sein, denn er besuchte niemals eine Kunstakademie. Einen Teil seines Erfolges führt er auf permanentes Üben und den ständigen Willen, sich verbessern zu wollen zurück. So kam er zumindest zu seinem unverwechselbaren Strich.
Als er 1951 René Goscinny begegnete, war das der Beginn einer tiefen Freundschaft zwischen den beiden Autoren. Sie entschlossen sich, zukünftig gemeinsam Comicserien zu entwickeln. Von vielen Versuchen, die sie dabei unternahmen, lag ihnen nach eigener Aussage anfangs nur eine Geschichte wirklich am Herzen: die Rothaut Umpah-Pah. Bis 1962 entstanden fünf Episoden, die vom Aufeinandertreffen der neuen Welt in Gestalt des französischen Kadetten Hubert von Täne mit der indianischen Welt des tapferen Kriegers Umpah-Pah handeln.
Die Idee des drolligen Gallier-Duos entstand im August 1959, in einem Bistro in Paris. Zusammen mit Goscinny brachten sie in nur 15 Minuten die zu Nationalhelden gewordenen Comic-Figuren zu Papier. "Wenn wir unseren Erfolg geahnt hätten, hätten wir uns vielleicht etwas mehr Zeit gelassen", erzählt Uderzo.
Der originelle Gegenentwurf zu den amerikanischen Superhelden verhalf den Bewohnern des bekannten gallischen Dorfes nahezu weltweit zu Kultstatus. In kürzester Zeit avancierten die Asterix-Comics zum allgemeinen Kulturgut und verhalfen seinerzeit dem gesamten Genre endlich zur Salonfähigkeit.
Alleine in Deutschland fanden die intelligenten Asterix-Abenteuer weit über 100 Millionen Käufer. Als Album seit 1961 in Frankreich und seit 1968 in Deutschland erschienen, hält sich diese klassische Serie, die inzwischen 33 Alben umfasst, einsam an der Spitze der Comic-Literatur.