Sie sind "die Semmelings": Antje Hagen, 63, und Fritz Lichtenhahn, 69. Vor 30 Jahren spielten sie unter der Regie von Dieter Wedel zum ersten Mal das rührende, naive, so ganz normale Ehepaar Trude und Bruno Semmeling.

Antje Hagen und Fritz Lichtenhahn© dpa
1972 schaute ihnen die Fernsehnation beim nervenaufreibenden Hausbau in "Einmal im Leben" zu. 1976 folgte mit "Alle Jahre wieder" der perfekt geplante, chaotische Winterurlaub. Jetzt kehren sie zurück. "Die Affäre Semmeling" zeigt das alt gewordene Paar in einem aufwendigen, sehr gelungenen Sechsteiler: Bruno und Trude geraten unverschuldet in Schwierigkeiten mit dem Finanzamt.
Lichtenhahn: Es war wie ein Wiedersehen mit guten, alten und auch alt gewordenen Bekannten. Wir haben sie gespielt, als sie ihr Haus gebaut und eingerichtet haben. Heute, 30 Jahre später, sagt Trude einmal so wunderbar: "Ach komm, Bruno, das ist jetzt unsere letzte Küche." Und damit ist eigentlich alles gesagt. Was für eine Einmaligkeit im Fernsehen, zwei Menschenleben von der ersten bis zur letzten Küche darzustellen!
Hagen: Weißt du noch, Fritz, wie wir beim Drehen manchmal das Gefühl hatten, wir gehen unter? Ist aber überhaupt nicht so. Bei der Premiere war ich begeistert.
Lichtenhahn: Ach, die Premiere - da war ich knapp vor der Schizophrenie. Ich habe vorher noch ein bisschen geschlafen, wachte auf und dachte: »Um Gottes willen, ich muss heute Abend den Bruno Semmeling spielen!« Zu meiner großen Beruhigung musste ich natürlich nicht auf die Bühne. Erschrocken bin ich eigentlich nur über meinen Bauch!
Hagen: Was?
Lichtenhahn: Doch, Antje, weißt du, wo ich da in diesem Lehnstuhl sitze. Sehr unvorteilhaft.
Hagen: Ach, Herzel!