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Johann Wolfgang von Goethe

Die Gretchenfrage und des Pudels Kern sind nur ein kleiner Teil dessen, was Johann Wolfgang von Goethe uns hinterlassen hat. Sein Werk prägte und prägt den Deutschunterricht von Generationen. Heute ehrt Google den Dichter mit einem eigens kreierten Schriftzug.

Von Hannah Wagner

Er ist wohl jedem Deutschen ein Begriff: Johann Wolfgang von Goethe. Generation um Generation hat sich in der Schule mit dem jungen Werther oder dem Erlkönig auseinandergesetzt. Den meisten von uns wird aber das Leben des zweifelnden Wissenschaftlers Faust in Erinnerung bleiben, mit dem Frühlingserwachen und der Gretchenfrage und selbstverständlich mit dem Kern im Pudel. Mit dem Durst des Intellektuellen, der nach dem ultimativem Wissen strebt, schuf Goethe ein Motiv, das die Zeit überdauerte und fast universell in allen Epochen seine Reflektion findet.

Wie kaum ein anderer hat er die Bildung junger sowie gesetzter Menschen in unserem Land – in seinem Land – geprägt und geformt. Noch 179 Jahre nach seinem Tod ist Goethe durch sein Werk und seine Philosophien präsent und bewundert.

Die besten Voraussetzungen

Goethe wurde am 28. August 1749 in Frankfurt am Main geboren. Er wuchs in behüteten Verhältnissen auf, finanzielle Probleme kannte er nicht. Sein Vater lebte von den Erträgen des Familienvermögens, das später auch dem Sohn ein sorgenfreies Leben ermöglichen sollte. Goethes Mutter stammte aus einer wohlhabenden und angesehenen Frankfurter Familie. Der Genuss von Literatur, gar der Besitz von Büchern war zu jener Zeit nicht selbstverständlich. Doch der junge Johann Wolfgang konnte sich – aufgrund der guten Situation seiner Eltern – auch in dieser Beziehung glücklich schätzen. Sein Vater soll eine Bibliothek mit etwa 2000 Bänden besessen haben, der Sohn kam also schon sehr früh mit Literatur in Kontakt. 1753 bekam der Vierjährige von seiner Großmutter ein Puppenhaus zu Weihnachten geschenkt. Die perfekte Bühne für seine ersten Theaterstücke.

Sein Studium begann der Dichter 1765 in Leipzig. Jura – auf Wunsch seines Vaters. Goethe interessierte sich während der Studienzeit allerdings mehr für Kunst und Ästhetik und ließ seine Rechtsstudien lange schleifen. Nichtsdestotrotz schließt er sie 1771 in Straßburg ab. Seine juristische Dissertation "De legislatoribus" wurde allerdings wegen "Ketzereien" nicht anerkannt und ist heute nicht mehr erhalten.

Sturm und Drang und Weimarer Klassik

Goethe prägte mit seinen Werken an der Seite Schillers oder Herders die Epochen des Sturm und Drang und der Weimarer Klassik. Er wurde einer der Vorzeigedichter Deutschlands, einer auf den der ein oder andere heute noch stolz ist. In der ZDF-Sendung "Unsere Besten – Die größten Deutschen" schaffte er es immerhin auf Platz sieben.

Am Weimarer Hofe von Herzogin Anna Amalia hatte er freie Entfaltungsmöglichkeiten am Theater sowie bei seinen naturwissenschaftlichen Leidenschaften und wurde zum Superstar seiner Zeit. Sein Glanz zog die bedeutendsten Künstler seiner Zeit in ein kleines Provinznest, das vorher nur durch seinen desaströsen Staatshaushalt bekannt war. Zum Dank adelte ihn die entzückte Gönnerin und er konnte sich ab 1782 "von" nennen.

Ein offenes Buch?

Nicht nur seine Theaterstücke und Gedichte, auch seinen Schriftverkehr mit besonderen Persönlichkeiten seiner Zeit hat Goethe der Nachwelt hinterlassen - er schrieb tausende Briefe. Heute wissen wir fast alles über den Meister. Wie er das Licht in der Toskana erlebte oder seine komplizierten Beziehungen und Liebschaften mit den Frauen in Weimar. Goethe ist kein rätselhafter Mythos wie etwa Shakespeare, über den so gut wie nichts bekannt ist. Während das nebulöse Leben des Engländers heute noch die Fantasie von Filmschaffenden beflügelt quälen sich an Goetheverfilmungen Autoren, Regisseure, Schauspieler und vor allem die Zuschauer gleichermaßen. Völlig zu unrecht. Denn seine Stücke sind auch nach zwei Jahrhunderten noch lesenswert. Viele unserer geflügelten Worte, Sprichwörter und Weißheiten gehen auf Goethe und seinen Freund Schiller zurück.

Grantig und verbittert soll er am Ende gewesen sein, wahrscheinlich sogar ein Lustmolch. Die Unesco erklärte seine Weimarer Wirkungsstätten zum Weltkulturerbe. Seine wichtigeste Hinterlassenschaft und sein größte Leistung ist aber eine andere: Goethe machte Deutschland zum Land der Dichter und Denker. Johann Wolfgang von Goethe starb am 22. März 1832 in Weimar, vermutlich an einem Herzinfarkt. Er hatte gerade den zweiten Teil des Faust fertiggestellt.

Hannah Wagner

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