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Die besten neuen Bücher

Pünktlich zur Frankfurter Buchmesse: Romane, die andere Welten eröffnen. Und Sachbücher, die den Horizont erweitern.

Feist und verlogen

Dass saturierte Salon-Sozialisten Kotzbrocken sein können: Aus dieser kaum neuen Erkenntnis vermag Rafael Chirbes bitterböse Funken zu schlagen. "Alte Freunde" führt Mitglieder einer Widerstandszelle gegen Franco noch einmal zusammen, beim Wiedersehenstreff in einem Madrider Spitzenrestaurant. Einst haben sie marxistische Flugblätter vor Werkstoren verteilt, sich in Hütten vor den Häschern versteckt, sind ins Exil geflüchtet oder mussten in Folterkellern leiden; einer war - vielleicht - ein Spitzel. Nun sind sie Unternehmer, Galeristinnen, Politbürokraten. Sie fressen, sie saufen, sie protzen, dreschen leeres linkes Stroh, schauen einander mäßig lüstern in die welken Ausschnitte und auf die feisten Bäuche und denken abgrundtief schlecht über die Tischnachbarn. Gemein geblieben ist ihnen nur die Selbstgerechtigkeit - und die Erinnerung an die, die nicht dabei sind. Allein den Toten, den Vermissten und den Aussteigern lässt Chirbes Würde. Eine mitleidlose Geschichte vom Verlust aller Ideale - und ein leidenschaftlich gutes Buch.

Rafael Chirbes, Alte Freunde, Ü: Dagmar Ploetz, Kunstmann, 236 S., 19,90 Euro

Wider das ewige Gewinnen

"Sie haben zehn Minuten, sich hier zu verkaufen. Die Zeit beginnt jetzt!" Wir haben 23 Zeilen, dieses Buch zu preisen: Am Sonntagabend ist Gehrer noch Marketingchef eines Konzerns, am Montagmorgen um 7.20 Uhr wird ihm gekündigt. "Gehrer möchte sich jetzt am liebsten ausknipsen", schreibt Rolf Dobelli in seinem zweiten grandiosen Roman. Ein lakonisches Psychogramm eines Mannes, der in Karriere, Ehe und Mittelstand gefangen ist und plötzlich aus der Welt kippt. Die Geschichte kommt so "lean" (schlank) daher wie die Organisation moderner Unternehmen, eine kühle, sprachlich reduzierte Abrechnung mit der Welt der Besserver- dienenden. Gehrer wird zur Arbeitsware: "Wenn sich einer nicht über den Job definiert, worüber dann? Darüber, wie er Würste grillt?"

Rolf Dobelli, Und was machen Sie beruflich?, Diogenes, 235 S., 18,90 Euro

Mutters Tod

Nein, dieses Buch ist nicht deshalb bedeutend, weil es aus einer prominenten Familie berichtet. Und schon gar nicht, weil Jakob Heins Vater Christoph ein bekannter Schriftsteller ist. Dieses Buch ist bedeutend, weil Jacob Hein so ungemein bewegend über seine Mutter schreibt: Wie sie an Krebs erkrankte und die Intellektuellenfamilie am Anfang noch Scherze über die Krankheit machen konnte. Und über die Phase, in der keine Scherze, sondern nur noch Hammer-Medikamente helfen. Dann über den Tod: immer berührend, nie pathetisch, immer würdig, nie weihevoll.

Jakob Hein, Vielleicht ist es sogar schön, Piper, 162 S., 16,90 Euro

Flüchtiges, mächtiges Gefühl

Was macht die Ehe mit der Liebe? Auch wenn das Kennenlernen von Michael und Pauline im Kriegsjahr 1941 romantischer kaum sein könnte - irgendwann findet er sie nur noch launisch und sie ihn langweilig. Wie die beiden dennoch verheiratet bleiben und drei Kinder bekommen, erzählt Anne Tyler, die so herrlich skurrile Eheromane schreibt, in ihrem neuen wunderbaren Buch. Ihren Stil erkennt man sofort, und schnell fallen einem wieder die Figuren aus den großen Romanen "Atemübungen" oder "Die Reisen des Mr. Leary" ein. Dramatisch, banal, wahnwitzig und alltäglich - eine ganz normale Ehe also, die Michael und Pauline da führen? Ja. Und von Anne Tyler so spannend beschrieben wie ein Krimi, zugleich anrührend und wahrhaftig.

Anne Tyler, Im Krieg und in der Liebe, Ü: Christine Frick-Gerke u. Gesine Strempel, List, 336 S., 22 Euro

Beinahe vergessen

Über diesen Mann des Widerstands weiß man so gut wie nichts: Georg Groscurth war offiziell Leibarzt von Rudolf Heß und privat an der Seite von Robert Havemann ein Kämpfer gegen Hitler. Noch 1944 wurde er von den Nazis hingerichtet. Friedrich Christian Delius, erfahrener Chronist jüngster deutscher Vergangenheit, hat sich dieses Schicksals angenommen, um es dem Vergessen zu entreißen. Er macht es bravourös, und er macht noch mehr: Entlang der Familie Groscurth erzählt er von der Nazi-Zeit, von der Gründung der zwei deutschen Staaten und von 68. Aber das wirkt nie überfrachtet. Im Gegenteil: Im intelligentesten Deutschland-Roman des Herbstes zeigt Delius, wie schwer es der Bundesrepublik fiel, Demokratie zu lernen, und wie wenig Anstand und Ehre in modernen Gesellschaften noch wert sind - egal, in welcher.

Friedrich Christian Delius, Mein Jahr als Mörder, Rowohlt, 300 Seiten, 19,90 Euro

Der merkt nichts

Joachim Linde ist Deutschlehrer, ein selbstverliebter Möchtegern-Intellektueller, dessen Leben in Trümmern liegt. Eigentlich. Doch Linde verdrängt seine kaputte Ehe, den Zwist mit seinen Kindern, die pädophilen Neigungen, die berufliche Sackgasse. Bis eine peinliche E-Mail ihn zwingt, ausgerechnet vor dem gesamten Kollegium Farbe zu bekennen. "Hausaufgaben" ist ein beklemmend intensiver Blick in die Seele eines verdrucksten Bildungsbürgers. Unterhaltsam erzählt und dabei schön bösartig.

Jakob Arjouni, Hausaufgaben, Diogenes, 189 Seiten, 17,90 Euro

Zwischen Himmel und Erde...

Sie kaut an den Fingernägeln. Beißt sich die Fingerkuppen ab. Enthäutet ihren Unterarm - frisst sich komplett auf. Denn die junge Frau ist mit einem Fluch belegt. Einem Gedichtvers - dem Bannspruch der dreizehn Damen. In José Carlos Somozas neuem Roman walten übersinnliche Kräfte: Die Täterinnen sind betörende Hexen, ihre Waffe ist die Poesie. Seit der Antike beherrschen sie die Dichter, inspirieren zu neuen Versen und töten jeden, der ihrem okkulten Treiben auf die Schliche kommt. Die Musen und die Macht der Poesie - Somoza verlagert die Geschichte ins Madrid der Gegenwart. Die Grenzen zwischen der Realität und dem grausamen Treiben des Überirdischen verwischt er jedoch so behutsam, dass die Geschichte nicht in fantastischen Kitsch abdriftet. Ein faszinierendes Spiel mit dem Surrealen - auch wenn man nicht an Hexen glaubt.

José Carlos Somoza, Die dreizehnte Dame, Ü: Elisabeth Müller, Claassen, 495 Seiten, 22,90 Euro

Ganz schön abgehoben

"Von hier oben, achthundert Meter über der Erde, sieht eigentlich alles ganz perfekt aus", findet Jerry Battle. Er ist Ende fünfzig, im Ruhestand und fühlt sich am wohlsten, wenn er in seiner einmotorigen Maschine über Long Island schwebt. Denn mit dem Leben da unten auf der Erde kommt Jerry nicht ganz so gut klar. Sein halsstarriger Vater will nicht im Altersheim bleiben, das Familienunternehmen ist unter der Leitung seines Sohnes ins Schlingern geraten, seine Tochter ist schwanger, aber schwer krank, und von seiner puertoricanischen Freundin wurde Jerry gerade verlassen. Kein Wunder, dass er seine Welt im wahrsten Sinn des Wortes am liebsten von oben herab betrachtet. In einem scheinbar endlosen Gedankenstrom lässt der in Korea geborene Amerikaner Chang-rae Lee seinen Erzähler die Geschichte einer typisch amerikanischen Mittelklassefamilie erzählen - lakonisch, bewegend und oft sehr witzig. Ein grandioser, ganz anderer Familienroman.

Chang-rae Lee, Turbulenzen, Ü: Christa Schuenke, Kiepenheuer & Witsch, 441 Seiten, 22,90 Euro

Am Zaubermeer

Hoch in den Norden geht die Reise, in die Einöde, ans Meer, wo die Menschen "Ebbe" und "Flaut" sagen. In einem Sanatorium für Lungenkranke trifft der namenlose Erzähler Alte, Junge, Starke, Schwache - allesamt Todgeweihte. Wir sind irgendwann in den 50er Jahren, das Leben hat gerade wieder begonnen: Man hört Jazz, sieht Filme mit Romy Schneider ("Ach, die Knef, die hat immer noch ihren Trümmerblick, wer will das sehen?") und verdient gutes Geld - "mit dem D-Day kam die D-Mark". Doch von all der Ablenkung, all dem Erfolg bleibt am Ende eines Lebens nichts. Im Sanatorium am Meer wird dem Erzähler klar, wie sinnlos das Leben auch nach dem Krieg noch ist. Und welche Chance das Land bei seinem Neuanfang vertan hat. Wie nebenbei erzählt Dieter Forte, Jahrgang 1935, diese Geschichte aus der jungen Bundesrepublik. Sehr klug und sehr mutig.

Dieter Forte, Auf der anderen Seite der Welt, S. Fischer, 342 Seiten, 19,90 Euro.

Mitten im Nirgendwo

"Wir befinden uns in einem Sumpf und suchen irgendetwas, auf das wir schießen können." Ja, es geht hier um Amerika. Aber diesmal nicht um seinen rabiaten Präsidenten oder ums große, ganze Land. Brady Udall schreibt über das Leben seiner vielen kleinen Bewohner und führt uns erst mal auf die falsche Fährte: erzählt ganz harmlos, schlicht die Sprache, fast hölzern die ersten Sätze. Und dann bemerkt man, wie meisterhaft er seine Figuren entwickelt, jene einfachen Leute im kargen Südwesten Amerikas, die das Leben trotzig gegen alle Widerstände beackern. Udall ist dort aufgewachsen, und wohl nur deshalb kann er über Verlierer und Zukurzgekommene mit so viel Liebe, Witz und galligem Humor schreiben, dass man dem viel zu schnell nahenden Ende einer jeden Geschichte fast schon verärgert entgegensieht. Und sich fragt: Hätte dieser verdammte Autor aus so hinreißend gezeichneten Charakteren nicht einfach ein bis drei Romane machen können?

Brady Udall, Laß die Hunde los, Ü: Sabine Hübner, DVA, 249 Seiten, 18,90 Euro

Jenseits der Front

In Frankreich war dieser kleine große Roman eine Sensation. Völlig zu Recht. Da erzählt ein Ex-Gendarm von einem französischen Dorf, in Kanonenschuss-weite von der Front des Ersten Weltkriegs entfernt. Die Tochter des Gastwirts wird erdrosselt gefunden. Im Verdacht: der verwitwete Staatsanwalt. Doch der Richter schützt ihn, nimmt zwei Deserteure fest und delektiert sich an deren Qualen angesichts der drohenden Todesstrafe. Das ist alles? Nicht ganz. Wie Philippe Claudel die "grauen Seelen" der Menschen im Schatten des Kriegsmassakers ausleuchtet, wie er Menschen und Landschaften hintuscht und am Ende eine Pointe setzt, mit der auch erfahrene Krimileser nicht rechnen können - das macht dieses leise Buch zu einem, das noch lange nachklingt.

Philippe Claudel, Die grauen Seelen, Ü.: Christiane Seiler, Rowohlt, 238 Seiten, 19,90 Euro

Oh, mein Papa

Merkwürdige Familie, diese: Als die Tochter geboren wurde, jagte Papa gerade Grizzlybären. Als sie acht war, musste sie dem Alten das Leben retten - ein zusammengestürztes Ikea-Regal hatte ihn unter sich begraben. Aber dann, zum 13. Geburtstag, schenkt der Papa dem Töchterlein Günter Grass. Ja, ja, Grass, den Schriftsteller. Echt! Der macht sogar sein Pfeifchen an, nachdem das Geschenkpapier ab ist - und Scheerer lässt ihn ein bisschen von alten Zeiten schwärmen. Dass Debüt-autorinnen erst einmal auf den eigenen Teller und nicht über den Rand schauen, ist normal. Selten aber macht jemand daraus eine Tugend - Jana Scheerer ist das gelungen, mit einem kleinen, schrägen, sehr schönen Buch.

Jana Scheerer, Mein Vater, sein Schwein und ich, Schöffling, 148 Seiten, 17,90 Euro

Lauter Weicheier

Ein Torwart, der jahrelang nur Ersatz war. Und beim ersten Einsatz will er alles - nur nicht gewinnen. Ein Glatzenträger, dem nach Jahrzehnten plötzlich Haare wachsen. Und dem deshalb seine Ehe plötzlich egal wird. Burkhard Spinnen, begnadeter Lebensbegucker, lässt mittelmäßige deutsche Männer mit Kleinstkatastrophen kollidieren, um zu schauen, ob die Männer den Mut finden, sich der Lage zu stellen. Das Resultat ist überwiegend komisch - und erst dann ein bisschen traurig.

Burkhard Spinnen, Der Reservetorwart, Schöffling, 213 S., 18,90 Euro

Ich-Verlust

Ist das krank! Carl verlässt spätabends das Büro. Nimmt die letzte U-Bahn. Wird zusammengeschlagen. Kommt im Krankenhaus zu sich. Oder zu Hause. Oder gar nicht. Carl kann das nicht so genau sagen: Träum ich noch, oder wach ich schon? Hallo, Realität! Bin ich verwundet? Wenn ja: Wo sind die Wunden? Ich stehe vor der Tür eines Freundes und weiß nicht, wie ich hergekommen bin. Taxifahrer, bringen Sie mich zu meinem Elternhaus! Wer bin ich? Was Alex Garland, der Autor von "The Beach", da geschrieben hat, scheint wirr - und ist doch kerzengerade erzählt. Unaufgeregte Wörter, schlichte Sätze. Ein Mensch auf der Suche nach der Wirklichkeit. Und wir sind mittendrin, suchen mit, aufgeregt und zugleich hingerissen.

Alex Garland, Das Koma, Ü: Rainer Schmidt, Goldmann, 159 Seiten, 16 Euro

Schwäche als Stärke

Johan Sletten, 71, Feuilletonredakteur im Ruhestand, erfährt, dass er todkrank ist. Angesichts des nahen Todes blickt er zurück auf sein Leben. Ein Leben, wie er meint, voller Schwächen und Niederlagen. Doch zumindest sterben will er mit Würde: Seine Frau Mai, eine Kinderärztin, soll ihm am Ende das Leiden verkürzen. Aber wird sie dazu die Kraft haben? Wie schon in ihren ersten beiden Romanen erzählt die Norwegerin Linn Ullmann, 38, Tochter des Regisseurs Ingmar Bergman und der Schauspielerin Liv Ullmann, in ihrem neuen Buch Episoden eines Lebens. Unaufgeregt, mit einfachen Worten, ohne falsche Metaphern: Nicht seine Erfolge machen Sletten sympathisch und zu dem, was er ist, sondern gerade die ungelösten Probleme. "Gnade" ist ein sehr einfühlsamer Roman. Auch über Tod und Selbstbestimmung, aber vielmehr noch über das Leben.

Linn Ullmann, Gnade, Ü: Ina Kronenberger, Droemer, 159 S., 14,90 Euro

Jede gegen jede

Doch, um Liebe geht es auch: Immerhin war Mr Cosey glücklich verheiratet. Und als Frau und Sohn zu früh sterben, bleibt die Liebe fast in der Familie: Der Alte heiratet Heed, eine Freundin seiner Enkelin. Lange nach Coseys Tod leben die beiden Frauen in engagierter Feindschaft auf dem Familiensitz - erst ein neues Hausmädchen bringt das Paar aus dem hasserfüllten Gleichgewicht. Und jetzt, bei der Schilderung von gegenwärtigem und vergangenem Elend, wird klar, worum es wirklich geht: um Macht. Zwischen Alt und Jung, Frau und Mann und natürlich, wie bei Morrison üblich, zwischen Schwarz und Weiß. Eine großartige Bestandsaufnahme des schwarzen Südstaatenkosmos.

Toni Morrison, Liebe, Ü: Thomas Piltz, Rowohlt, 280 Seiten, 19,90 Euro

Ohne sie ist alles nichts

Dies ist das Leben des Robert Grainier, Eisenbahnarbeiter in Amerika. Der 1917 versucht, einen Chinesen zu lynchen. Der kurze Zeit später Frau und Kind an einen Waldbrand verliert. Der dann jahrelang dem Siegeszug der Bahn durch die amerikanische Wildnis folgt - und eigentlich immer nur seine Familie sucht. Dass Denis Johnson nur 110 Seiten für diese grandiose Lebensgeschichte braucht, zeigt die Gabe dieses außergewöhnlichen Autors, das Wesentliche zu sehen und aufzuschreiben. Beeindruckend!

Denis Johnson, Train Dreams, Ü: Bettina Abarbanell, mare, 110 Seiten, 18 Euro

Die Normalität des Verrückten

Urgroßmutter Lenore ist weg. Aus dem Altersheim verschwunden, einfach so. Nur ihr Notizbuch mit den Wittgenstein-Aufzeichnungen hat sie mitgenommen. Urenkelin Lenore soll sie suchen. Denn weil Uroma weg ist, steht auch das Babynahrungsmittel-Imperium des Vaters auf dem Spiel. Unter anderem. "Logik ist keine Lehre, sondern ein Spiegelbild der Welt", sagt Wittgenstein - und wenn sich David Foster Wallaces obskure Handlungsstricke überhaupt zusammenfassen lassen, dann vielleicht mit dieser These. Alles lässt sich erklären, und auch scheinbar verrückte Dinge haben normale Ursachen. Psychotherapien, Geschäftsideen, Familiendramen - Wallaces Debut-Roman, der erst jetzt ins Deutsche übersetzt wurde, lebt von schrulligen Begebenheiten und chaotischen Menschen. Absurd komisch und großartig erzählt.

David Foster Wallace, Der Besen im System, Ü: Marcus Ingendaay, Kiepenheuer & Witsch, 640 S., 24,90 Euro

Durchgeknallt

Schlechte Laune? Da haben wir was für Sie: David Sedaris und sein neues Buch "Nachtprogramm". 22 ungemein komische Storys aus seinem Leben und dem seiner schrulligen Familie, die Sedaris gewohnt lakonisch und selbstironisch erzählt. Wer schon Spaß hatte an seinen Bestsellern "Nackt" oder "Ich ein Tag sprechen hübsch", wird auch hier nicht entäuscht. Und wer den Amerikaner noch nicht kennt, dem wird sein neues Buch hiermit ärztlich verordnet. Gegen schlechte Laune, zum Beispiel

David Sedaris, Nachtprogramm, Ü: Georg Deggerich, Heyne, 270 S., 20 Euro

Fein gesehen

Alice Munros Kurzgeschichten gewinnen nicht durch Handlung an Bedeutung, sondern durch die eindringliche Beschreibung von Stimmungen, Empfindungen und schmerzlichen Erkenntnissen. In "Himmel und Hölle", Munros drittem auf Deutsch erschienenem Erzählband, bewegt sich die Autorin dort, wo sie sich am besten auskennt: in der kanadischen Provinz, in Mittelklassehaushalten, bevölkert von durchschnittlichen Ehemännern, Ehefrauen, Töchtern und Tanten. Es geht um Leidenschaft und Lebenslügen, um Krankheiten und Selbstbetrug. Munro beschreibt das Abgründige im Alltäglichen und verleiht ihren Protagonisten in pointierten Sätzen eine überwältigende Präsenz. Sie mögen eigentlich keine Kurzgeschichten? Dann werden Sie Munro lieben. Nach jeder Erzählung glaubt man, einen ganzen Roman gelesen zu haben.

Alice Munro, Himmel und Hölle, Ü: Heidi Zerning, S. Fischer, 380 Seiten, 19,90 Euro

ABC der Abgründe

Das Z bleckt die Zähne, das K erscheint in gleißendem Gelb. Vokale und Konsonanten wirbeln in ihrem Kopf - im Buchstabieren macht ihr in ganz Amerika kaum ein Kind etwas vor. Eliza will den nationalen Buchstabier-wettbewerb gewinnen, sie darf doch ihre Eltern nicht enttäuschen! Doch das Mädchen mag sich noch so sehr anstrengen - seine Familie driftet auseinander: Elizas Bruder Aaron sucht sein Heil in der Lehre von Hare Krishna; ihre Mutter ist psychisch krank; der Vater mit allem überfordert. Zu etwas Besonderem wird dieser Roman durch die Stränge, die Myla Goldberg miteinander verknüpft hat: der eine gewoben aus den kindlichen Gedanken der neunjährigen Eliza, der andere gemacht aus familiären Abgründen. Ein bittersüßes Buch.

Myla Goldberg, Die Buchstabenprinzessin, Ü: Christiane Buchner u. Martina Tichy, Kindler, 380 S., 19,90 Euro

Kritische Karriere

Hermann Josef Abs, 1901 in Bonn geboren und der wohl bedeutendste deutsche Bankier, war schon in der Weimarer Republik ganz oben, im und nach dem Dritten Reich saß er im Vorstand der Deutschen Bank; in der Bundesrepublik war er im Nebenberuf Unterhändler von Konrad Adenauer und galt als Graue Eminenz des Wirtschaftswunders. Vielen blieb der 1994 Gestorbene wegen seiner Rolle im Nationalsozialismus suspekt, doch nur wenige konnten sich seiner Faszination entziehen. Auch der Frankfurter Historiker Lothar Gall zollt in seiner großen Biografie dem Mann Respekt, ohne in seinem faktenreichen Buch dunkle Kapitel wie die "Arisierung" jüdischer Vermögen unter den Nazis auszublenden.

Lothar Gall, Der Bankier. Hermann Josef Abs, Verlag C.H. Beck, 526 S., 29,90 Euro

Besuch mit Biss

Was haben sibirische Tiger, australische Salzwasserkrokodile, rumänische Bären und indische Löwen gemeinsam? Gelegentlich verspeisen sie Menschen. Der Wissenschaftsjournalist David Quammen hat die letzten Menschen fressenden Raubtiere der Welt besucht und ein kluges, witziges, trauriges Buch über sie geschrieben, das den Homo sapiens von einer längst verdrängten Seite zeigt. Als Fleisch.

David Quammen, Das Lächeln des Tigers, Claassen, 620 S., 23 Euro

Held mit Macken

Nationalist und linksliberaler Skeptiker, Demokrat und Machtmensch - "Spiegel"-Gründer Rudolf Augstein hat nie nach einem schlüssigen Konzept gelebt. Knapp zwei Jahre nach seinem Tod erscheint nun eine Biografie, die den großen Journalisten vor allem in dieser Zerrissenheit zeigt. Autor Dieter Schröder, einst selbst beim "Spiegel" und später Chefredakteur der "Süddeutschen Zeitung", tut dies mit einer gehörigen Portion Grundsympathie für seinen Helden, zeigt ihn aber auch in seinem Hang zur Selbstüberschätzung: als verhinderten Theaterautor, gescheiterten FDP-Politiker und Doppelmoralisten. Seine eigenen Begegnungen mit Augstein stellt Schröder zurück; private Eskapaden um Alkohol und Frauen werden nur gestreift, was sowohl Buch als auch Augstein bisweilen blass erscheinen lässt. Dafür belegt Schröder prägnant, wie aus dem aufmüpfigen Politblatt der Besatzungszeit erst durch die "Spiegel"-Affäre und die Verhaftung Augsteins 1962 eine Institution wurde. An dem Denkmal jedoch, auf das er damals gehoben wurde, hat er dann später prompt selbst wieder gesägt.

Dieter Schröder, Augstein, Siedler, 320 Seiten, 24,90 Euro

Storys zum Gucken

Klassiker - da denkt man an dicke Romane, lange Filme, gewaltige Sinfonien. Aber Comics? Bildergeschichten für, überspitzt formuliert, Zwölfjährige? Andreas C. Knigge, einer der renommiertesten deutschen Comic-Kenner, bringt die beiden Begriffe souverän zusammen und schlägt in kurzen Aufsätzen und biografischen Notizen einen Bogen von Rodolphe Töpffer (1799-1846) bis Scott McCloud (geb. 1960). Über seine Auswahl lässt sich natürlich streiten: "Calvin und Hobbes" oder "Die Schlümpfe" fehlen, es gibt "Max und Moritz" und "Vater und Sohn", aber keine Spur von "Fix und Foxi". Moderne Meister wie Chris Ware oder Joe Sacco werden nicht mal erwähnt. Eine lesenswerte Best-of-Sammlung ist Knigge trotzdem gelungen. Und die sollte selbst 82-Jährige fesseln.

Andreas C. Knigge, 50 Klassiker - Comics, Gerstenberg, 272 S., 19,95 Euro

Shit vom Spitzel

Im Keller ratterten Wilhelm-Reich-Raubdrucke zu Soul-Musik aus einer alten Maschine. Vor dem Fernseher wurden Titelmelodien von Seifenopern mitgebrüllt. Geklaute Wasserpistolen dienten als Waffen für wilde Schlachten in der Wohnung, die über einem Puff lag. Und ein Spitzel vom Verfassungsschutz lieferte den Shit: Details einer Zeitreise, zu der Ulrich Enzensberger einlädt. Er gehörte zu den Gründern jener legendären "Kommune I", die Ende der Sechziger in der Mauerstadt Berlin die Revolte gegen bürgerliche Tabus probte. Durch zahlreiche Dokumente, freche Flugblätter wie theaterreife Prozessprotokolle lässt Enzensberger die Jahre der Apo und der "Spaßguerilla" wieder aufleben. Keine Peep-Veranstaltung mit Blick auf die Gemeinschaftsmatratze, sondern ein politisches Buch eines Ex-Kommunarden, der über sich selbst lachen kann.

Ulrich Enzensberger, Die Jahre der Kommune I, Kiepenheuer & Witsch, 416 Seiten, 24,90 Euro

Welt von gestern

Rein ins Flugzeug und mal fix für 19 Euro nach Mallorca, als wär's um die Ecke. Wie mühsam war dagegen früher das Reisen, per Kutsche, Bahn oder Schiff - und wie romantisch! Man ergötzte sich an der Erhabenheit des Schwarzwalds, bewunderte die Schönheit der Loreley oder lustwandelte durchs klassizistische Potsdam. "Legendäre Reisen in Deutschland", der vierte Band einer liebevoll gestalteten Reihe mit vielen historischen Fotos und Texten über die Welt von gestern, macht jedenfalls Lust, das eigene Land wieder zu entdecken. Und der Billigflieger startet auch ohne uns.

Marc Walter/Alain Rustenholz: Legendäre Reisen in Deutschland, Frederking & Thaler, 320 S., 50 Euro

Hollywood von innen

Es ist, als ob vor der Tür ein Kipplaster steht, und der Fahrer sagt: "Ich hab hier einen Haufen Hollywood für Sie" - und dann plumpsen zehn Tonnen Geschichten in den Vorgarten. Man geht also hin und zieht irgendeine heraus, etwa die: "Ich entdeckte, dass ihr Körper wabbelig war, vielleicht zu viel ErdnussbutterÉ" Gemeint ist Sharon Stone, die nachts fast nackt und betrunken in ihrem Haus um eine Puppenstube krabbelt. Und schon ist man mittendrin in Joe Eszterhas' wilder Lebensgeschichte, mal eitel, mal anrührend von dem Mann erzählt, der Hits wie "Flashdance" und "Basic Instinct" erfunden hat und heute in Ohio lebt. Man muss Geduld mit dem 896-Seiten-Haufen haben, aber bald merkt man: Eszterhas hat eines der besten Bücher über die kalifornische Traumfabrik geschrieben.

Joe Eszterhas, Hollywood Animal, Random, 896 Seiten, 24,90 Euro

Warnung ohne Panik

Kein Lesegenuss - dennoch sind die 320 Seiten des Berliner Terrorexperten Berndt Georg Thamm wichtig. Der Autor beschreibt die Wurzeln des islamistischen Terrors und den Aufstieg von Osama bin Laden. Er erklärt, warum Deutschland längst nicht mehr Ruheraum, sondern Aktionsgebiet von Terroristen ist, und erinnert daran, dass das Netzwerk weltweit über 20 000 Kämpfer für den "Heiligen Krieg" verfügt und es nirgendwo mehr Sicherheit gibt. Wer den Überblick beim Terrorismus verloren hat, findet ihn in diesem Buch wieder, das keine Panik verbreitet, aber auch nichts verharmlost.

Berndt Georg Thamm, Terrorbasis Deutschland, Diederichs, 320 Seiten, 19,95 Euro

Bittere Abrechnung

Er kennt sie alle, die Genscheristen und Bangemänner, die Möllemänner und Westerwelles. War FDP-Bundesgeschäftsführer, Chef der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung, war Möllemanns Vertrauter und Wahlkampfplaner, Westerwelles Strategieberater 2002. Mehr als drei Jahrzehnte inside FDP - wer könnte ein intimeres Buch über die Liberalen, ihre Finanztricks und Intrigen, ihr Personal und dessen Verklemmtheiten, ihren Opportunismus und ihren Niedergang schreiben als Fritz Goergen? Sein Urteil: Die FDP von heute steht "für kein zu Herzen gehendes Ziel, keine ansprechende Methode und keinen Politikstil, der sie von den anderen wohltuend abhebt". Das desillusionierte Fazit: "Diese Partei hat keine Seele." Und niemanden, der sie aus ihrer Sackgasse führen wird.

Fritz Goergen, Skandal FDP. Bruno Media Buchverlag, 288 S., 19,80 Euro

Seltsamer Speicher

Schon ein merkwürdiges Ding, unser "autobiografisches Gedächtnis", in dem wir unser Leben ablegen. Grandios, was wir uns alles merken - und erschütternd, was wir alles vergessen! "Unser Gedächtnis hat einen eigenen Willen", sagt Douwe Draaisma, Psychologiegeschichtler in Groningen, und beantwortet eine ganze Reihe interessanter Fragen. Warum etwa wird von unserem dritten oder vierten Lebensjahr fast nichts notiert? Weshalb wird oft genau festgehalten, was man lieber vergessen würde, Erfreuliches hingegen oft ignoriert? Und was ist mit dem Lebensfilm, der kurz vor dem Tode abläuft? Draaisma führt sicher durch das Dickicht der Erinnerungen - und erklärt auch das Phänomen im Titel seines Buchs.

Douwe Draaisma, Warum das Leben schneller vergeht, wenn man älter wird, Eichborn Berlin, 338 S., 19,90 Euro

Leute vom Fach

Menschen sind Geschichten. Und kaum jemand schreibt sie so gekonnt auf wie Gabriele Goettle. Einmal im Monat ist "Goettle-Tag" in der "tageszeitung", dann hat sie wieder jemanden getroffen. Jetzt sind die "Experten" dran, Menschen, die ihr Handwerk verstehen oder sich in Randgebiete der Wissenschaft vertieft haben: ein Gerichtsmediziner, Biowaffen-Insider, Kanalarbeiter. Was sie aus genauer Kenntnis ihres Berufs erzählen, spiegelt immer auch die Abgründe unserer Welt wider; etwa wenn die Hebamme berichtet, wie ihr Handwerk durch die Schulmedizin übernommen wird - mit dem Erfolg, dass im Krankenhaus bei vier von fünf Geburten ein Dammschnitt gemacht werden müsse. Bei ihr im Geburtshaus sei das nur bei jeder zwölften notwendig. Wenn das keine Geschichte ist!

Gabriele Goettle, Experten, Eichborn, 438 Seiten, 29,50 Euro

Porträts mit Profil

Gibt es eigentlich große Künstler der letzten vierzig Jahre, die sie nicht fotografiert hat? Erstaunlich jedenfalls, wie vielen Barbara Klemm mit ihrer Kamera nahe gekommen ist: von Claudio Abbado über Marcel Marceau bis hin zu Christa Wolf. Rund 200 Aufnahmen sind hier versammelt, alle redlich schwarzweiß, alle angenehm unspektakulär - und alle von stupender Eindringlichkeit.

Barbara Klemm, Künstlerporträts, Nicolai, 250 Seiten, 49,90 Euro

Starker Tobak

So, jetzt mal den Sessel zurechtgerückt, den Cognac und die Zigaretten daneben, und dann wird einen Nachmittag in diesem Buch geschmökert. Was übrigens ganz zu Recht etwas altmodisch klingt, denn mit dem Rauchen als schöner Kunst ist es ja vorbei: Das Laster mit dem Geschmack von Freiheit und Abenteuer ist eine milliardenteure Zivilisationskrankheit geworden. Zeit also für Cristina Peri Rossi, urugayische Schriftstellerin und bis zu einer schweren Erkrankung 40 Jahre passionierte Raucherin, zurückzublicken: wie sie als Mädchen mit stinkenden Maisfasern ihre Leidenschaft fürs Qualmen entdeckte und wie überhaupt die gut 500-jährige Karriere des Tabaks mit der Entdeckung Amerikas begann, um schließlich im 20. Jahrhundert von Hollywoo fast legendäre Züge zu bekommen. Ach, es war eine Lust mit dem blauen Dunst - bevor sich Ärzte (und Psychotherapeuten) der Sache annahmen. Hier wird sie noch einmal beschworen: wehmütig und unsentimental zugleich.

Cristina Peri Rossi, Die Zigarette. Leben mit einer verführerischen Geliebten, Berenberg, 168 S., 21,50 Euro

Die Sucht der Macht

Lässt sich Helmut Kohl trefflicher beschreiben als mit dem Satz "Ein Weltmeister der echt gefühlten falschen Töne"? Ist der Satz, dass Gerhard Schröder und Joschka Fischer "ihre pragmatischen Anpasserleistungen stets mit besonders rebellischem Getöse zu vollbringen pflegten", nicht einen kleinen Applaus wert? Der Journalist Jürgen Leinemann war drei Jahrzehnte der Bonner und Berliner Republik ganz nahe und bewahrte sich doch stets kritische Distanz zu ihren Repräsentanten. Nun hat er ein Buch geschrieben, das sich als ein Stück Politikbeschreibung von literarischem Rang erweist. Geschildert wird die Droge Politik, der sich die Junkies aller Parteien willig ausliefern und sich dabei immer stärker von den Bürgern entfremden. Der Autor schreibt nicht über die Sucht anderer, ohne die eigene Alkoholabhängigkeit früherer Jahre aufzuarbeiten. Nur so sei es ihm möglich gewesen, gesteht er, die politische Existenz als suchtgefährdete Steigerung menschlicher Existenz darzustellen.

Jürgen Leinemann, Höhenrausch. Die wirklichkeitsleere Welt der Politiker, Blessing, 492 S., 20 Euro

Fröhliche Wissenschaft

"Barba facit magistrum" - so überschrieb der Psychologe Jürgen Klapprott 1976 eine Studie: Der Bart macht den Meister. Zuvor hatte der Dozent neue Studenten mal mit Vollbart unterrichtet, mal glatt rasiert. Per Fragebogen sollten sie danach die Qualitäten des Lehrers beurteilen. Ergebnis: Der bärtige Klapprott galt als "weniger konzentriert, weniger scharfsinnig, weniger intelligent" als der mit blankem Kinn. Walter Finkler wiederum verpflanzte in den Zwanzigern Käferköpfe von einer Art auf die andere, um das Kopulationsverhalten und die Homosexualität von Insekten zu studieren. Und ein Sanctorius Sanctorius verbrachte im 17. Jahrhundert 30 Jahre auf einer Waage, um seine Stoffwechselprozesse zu messen. Etliche hundert Forscher-Spleens hat der Schweizer Journalist Reto Schneider in einem höchst vergnüglichen Buch kompiliert. Man lernt: Todernst ist nur Habitus vieler Gelehrter, insgeheim reitet sie der Schalk - oder sie sind so exzentrisch, dass ihnen die eigentümlichsten Dinge völlig normal erscheinen. Und wir daran unseren Spaß haben können.

Reto U. Schneider, Das Buch der verrückten Experimente, Bertelsmann, 304 Seiten, 19,90 Euro

Van Gogh im Keller

Die "Mutter aller Kunstdiebstähle" geschah am 21. August 1911 im Louvre. Ein Anstreicher versteckte sich in einer Abstellkammer, hängte nach Feierabend die "Mona Lisa" ab und trug sie davon. Zwei Jahre lang blieb das Meisterwerk verschollen. Dann tauchte es in Italien wieder auf. Spannend, detailreich und sachkundig erzählen Nora und Stefan Koldehoff von kuriosen Raubzügen, missglückten Fluchten, falschen Polizisten und dubiosen Deals. Auch der verrückte Millionär kommt vor, der gestohlene Van Goghs im Keller versteckt. Deutlich wird aber vor allem, dass der Kunstklau neben dem Drogen- und Menschenhandel im organisierten Verbrechen immer wichtiger wird.

Nora und Stefan Koldehoff, Aktenzeichen Kunst, DuMont, 304 Seiten, 29,90 Euro

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Zu hohe Inkassogebühren, rechtens?
Hallo, ich habe am 20 März 15 einen Vertrag über 12 Monate mit einem Fitness-Studio abgeschlossen. Die Kosten (9,98 € 14-Tägig, 39,99€ Verwaltung einmalig, 19,99 Trainer und Servicepauschale Jährlich) sollten per Einzugsermächtigung abgebucht werden. Kürzlich bekam ich überraschend einen Brief von einem Inkassobüro mit der Zahlungsaufforderung für die gesamten 12 Monate inkl. der Verwaltung und Servicepauschale + Auslagen des Gläubigers (63,38€), Zinsen (1,42€), Geschäftsgebühr (45€), Auskunftskosten (5€) , Auslagenpauschale (9€) Hauptforderung 320,28€ Offene Forderung 444,08€ Nach dem ich mich bei der Firma erkundet habe, sagten sie mir, dass Zahlung zurückgegangen ist da mein Konto nicht gedeckt sei. Fakt war das sie einen Zahhlendreher in der Kontonummer hatten obwohl im meinem Durchschlag die Richtige Kontonummer angegeben wurde. Aber im Original hat jemand aus einer 3 eine 8 geändert. Nach Überprüfung konnte ich Feststellen das es diese Kontonummer gar nicht gibt und das diese vom System gar nicht angenommen wird. Spätestens da hätte man mich doch hinweisen oder fragen können was mit dem Konto sei. Es kam nie ein zu einem Zahhlungsrückgang, noch zu einer Zahlungserinnerung Mahnung seitens des Fitnessstudios. Die AGB´s habe ich nie zu Gesicht nie bekommen und auch nicht gelesen - diese stehen (nach meiner Recherche) im Internet aber auch nicht definiert wie man in Zahlungsverzug kommt. Leider habe ich unterschrieben das sie mir bekannt sind. Dies steht ganz kleingedruckt im Durchschlag. Ich habe der Firma vorgeschlagen die offenen Beiträge bis jetzt zu bezahlen und für die Zukunft eine neue Einzugsermächtigung zu erteilen, was sie aber abgelehnt haben und mir gesagt haben ich soll dies mit dem Inkassobüro klären. Der Fitnessvertrag ist somit gesperrt seit einem Monat. Da ich aber mit den Gebühren, Mahnspesen von dem Inkassobüro nicht einverstanden bin weiß ich nicht ob ich diese bezahlen muss. Ich habe dem Inkassobüro auch vorgeschlagen die offenen Beiträge zu begleichen und diese dann wie vertraglich vereinbart abgebucht werden. Sie haben mir angeboten diese in einem Jahr zu einem monatlichen Beitrag von 35€ abzuzahlen. Dies währen Mehrkosten von 100€, ist das rechtens? Bitte Antworten sie mir in einer Sprache die ich auch versteh - mit langen Gesetzestexten kann ich leider nicht umgehen Und was Sie denken was ich tun soll was rechtens ist. Vielen Dank im Voraus

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