Pornosammlung als Marketing-Gag

8. August 2008, 10:32 Uhr

Franz Kafka soll als junger Mann Porno-Magazine abonniert und diese im Schrank versteckt haben. Diese Meldung hat kürzlich das prüde Amerika schockiert. Doch Kafka-Biograf Reiner Stach wertet die vermeintlich skandalöse Entdeckung als Werbe-Gag ab. Schließlich hatte der berühmte Literat noch ganz andere Vorlieben.

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Der junge Kafka hat nicht nur in Erotik-Heftchen geblättert. Auch seine Bordellbesuche sind bereits wissenschaftlich aufgearbeitet©

Berichte über eine Pornosammlung des Autors Franz Kafka sind nach Ansicht seines Biografen Reiner Stach ein "Marketing- Gag" für ein Buch des Briten James Hawes. "Es ist keine Entdeckung. Diese Zeitschriften sind keine Pornosammlung", sagte Stach der Deutschen Presse-Agentur. Dass Kafka (1883-1924) Magazine mit pornografischen Darstellungen besessen habe, sei weder neu, noch habe Kafka bisher als keusch oder heilig gegolten. Unter anderem hatte die "Times" unter Verweis auf das bald erscheinende Hawes-Buch geschrieben, nun würden Kafkas Pornos aus dem Schrank geholt. "Das Ganze kommt mir vor wie ein unglaublicher Marketing-Gag, der auch funktioniert", sagte Stach.

Es sei längst bekannt, dass Kafka als 24-Jähriger zusammen mit seinem Freund Max Brod die Magazine "Amethyst" und "Opale" abonniert gehabt habe. Außer Texten enthielten sie auch Bilder. "Es waren zwar pornografische Darstellungen dabei, aber Sie dürfen sich das nicht so vorstellen wie die harte Pornografie heute. Das sind Zeichnungen, keine Fotos. Das sind spielerische Darstellungen, die haben zum Teil karikaturistischen Wert", sagte Stach.

Kafka habe sie auch nicht streng versteckt, sondern in seinem Bücherschrank gelagert. Dass er diesen abschloss, begründete er 1907 in einem Brief an Brod aus dem Urlaub ganz anders: In dem Schrank lag auch sein Sparbuch, und von dem durfte seine Familie nichts wissen. Kafka bot Brod in dem Brief an, den Schlüssel zu schicken. "Schon das widerlegt die These von der heimlichen Pornosammlung", meint Stach. Denn Kafkas Mutter hätte mit Sicherheit danebengestanden, wenn Brod an den Schrank seines Freundes gegangen sei.

Die Existenz der Hefte sei auch keineswegs von Biografen verschämt verschwiegen worden. Klaus Wagenbach habe schon vor 50 Jahren darüber geschrieben. "Auch ich werde natürlich in dem Band, der jetzt noch kommt, darüber schreiben - aber so bedeutend scheint mir das wirklich nicht", sagte Stach. Er legte bisher zwei Bände über Kafka vor. Den dritten über seine Jugend stellte er zurück, bis wichtige zusätzliche Quellen zugänglich sind.

Auch das Kafka-Bild, das Hawes unterstelle, stimme nicht, sagte Stach. Spätestens seit den 50er Jahren stehe Kafka nicht mehr auf einem Heiligensockel. Beispielsweise seien Kafkas Bordellbesuche längst thematisiert worden.

Jürgen Hein/DPA
 
 
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KOMMENTARE (9 von 9)
 
BeppoGPunkt (10.08.2008, 15:22 Uhr)
MirWurst.
Entschuldigen Sie bitte vielmals das ich im ersten Eindruck dieses Forum für eine Möglichkeit hielt, Kommentare zum og. Artikel zu verfassen.
Ich habe wohl komplett übersehen, das hier eine private Theatervorführung geprobt wird.
Die Annahme das ich dem Charakter BodhiHangari ihrer Ansicht nach den Rücken stärken wolle, liegt wohl darin, das Sie meine kurzen Bemerkungen nicht ganz richtig interpretieren. Das Wort "After" tangiert mich eher peripher, wohl aber , im ersten Moment, das "Judenblabla" von dem Sie schrieben.
Anyway. Spielen Sie halt weiter mit sich selbst und ich werde in Zukunft besser darauf achten, in welchen Foren, welche Themen karikiert und welche ernsthaft behandelt werden.
Mediale Grüße
Beppo G.
senf-dazu-geben (10.08.2008, 00:20 Uhr)
Bockwurst
Und Sie, Beppi, sind Ihrer Außendarstellung gemäß einer dieser Scheuklappentypen, die weder ausfürlich lesen mögen noch dann, wenn ihr Hirn erst einmal gemäß ihres Althippie-Minihorizontes eingeschnappt ist, plausibel bewerten können. Vermutlich empfinden Sie sich als kultiviert und aufgeklärt? Ich rate Ihnen: bitte erwerben Sie sich doch vor Diskussionen in Internetforen zunächst Medienkompetenz! Das wird ja an Kindern in der Schule heute als wichtiges Bildungsziel verfolgt.
.
Es ist schon sehr intelligent von Ihnen, dem Character "BodhiHangari", der dem Stern eine gnädig-abschwächende, pauschal positivierende Haltung ggü. Kafka aufgrund dessen Herkunft als Jude attestiert, verbal den Rücken zu stärken.
.
Wenn Ihnen übrigens Formulierungen der Art "After" zu extrem erscheinen, empfehle ich Ihnen, sich als Lösung heute in den Schlaf zu weinen. Gute Nacht!
BeppoGPunkt (09.08.2008, 16:54 Uhr)
und man ist
das, was man damit darstellt.
senf-dazu-geben (09.08.2008, 16:14 Uhr)
Knickwurst
Richtig, Jude bin ich ja auch. Das ist ja das schöne am Internet: man ist immer genau das, was man in die Eingabezeile tippt.
BodhiHangari (09.08.2008, 15:24 Uhr)
danke-danke
na,wer sagts denn,und noch einer der freiwillig fuer uns in die bresche springt,lach
BeppoGPunkt (09.08.2008, 13:03 Uhr)
@senf-dazu-geben
Ihr Wortschatz und Ihre Äußerungen sind in diesem Rahmen unglaublich. Sowas können Sie vielleicht auf einer NPD Versammlung rauslassen, aber als Leserbrief im Stern. Danke Nein !
BodhiHangari (09.08.2008, 11:08 Uhr)
senf-dazu-geben
was sie im uebrigen mit ihrem kommentar grade selbst bewiesen haben.sogar ein trottel wie sie schuetzt uns,das auserwaehlte volk,in einem stern forum.wir brauchen gar keine zensur.das macht ihr dummen europaeer schon selbst.
BodhiHangari (09.08.2008, 11:05 Uhr)
keine ahnung aber
senf-dazu-geben
lach,ich muss es doch wissen,bin doch selber jude.wir sind gegen kritik nunmal weitestgehend gefeit.
BodhiHangari (08.08.2008, 18:36 Uhr)
Kafka
korrektur:kafka steht grundsaetzl. auf einem heiligensockel.er ist schliessl. jude und dieser abschwaechende sternartikel belegt das.
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