HOME

"Der Freitod meiner Mutter war traumatisch"

Man kennt Hape Kerkeling als TV-Moderator, als Horst Schlämmer und Königin Beatrix. So ernsthaft wie im stern-Gespräch über seine Kindheit und den Tod seiner Mutter hat man ihn selten erlebt.

Rückzugsort Italien: Hier hat Hape Kerkeling eine zweite Heimat gefunden

Rückzugsort Italien: Hier hat Hape Kerkeling eine zweite Heimat gefunden

Es gibt eine Seite an Hape Kerkeling, die die Öffentlichkeit nicht kennt, die jenseits der humoristischen, lustigen, quirligen Seite liegt, die die Deutschen an dem Moderator und Komiker so lieben. Der 49-Jährige kann sehr ernsthaft, sehr nachdenklich sein. Das liegt, nicht nur, aber zu einem gewichtigen Teil, an einem prägenden Erlebnis in seiner Kindheit - den Freitod seiner Mutter. In der neuen Ausgabe des stern spricht Kerkeling erstmals über diesen "frühen Bruch" in seiner Biografie.

Kerkeling war acht Jahre alt, als sich seine Mutter 1973 das Leben nahm. Sie hatte durch einen ärztlichen Fehler "bei einer Operation ihren Geschmacks- und Geruchssinn verloren. Das hat meine Mutter ihrem Ende förmlich entgegengetrieben. Unweigerlich. Sie war schwer depressiv, und das Leben wurde im wahrsten Sinne des Wortes sinnlos für sie. Es hat dann knapp ein Jahr gedauert, bis sie sich dazu entschlossen hat, sich das Leben zu nehmen." Kerkeling fügte im stern-Gespräch hinzu: "Im Rückblick kann ich das heute nachvollziehen und sogar verstehen."

Allein bei der sterbenden Mutter

Kerkeling war in der Nacht, in der sie eine Überdosis Schlaftabletten nahm, als Einziger bei seiner Mutter. Sein Vater war bei der Arbeit, und nach dem Fernsehen schlüpfte der Sohn zu ihr ins Bett. Was er erlebte, "war das Schrecklichste, was mir in meinem Leben bis dato widerfahren ist. Das war traumatisch."

Über die Szene kann und will Kerkeling nicht sprechen. Aber er schildert sie in seinem neuen Buch "Der Junge muss an die frische Luft", das am 6. Oktober erscheint. Die Autobiografie beschreibt Kerkelings Kindheit in Recklinghausen, in einem katholischen Milieu, umsorgt von Tanten und Omas.

Kerkeling sagt, er habe später versucht, aus den Geschehnissen etwas für sein Leben zu lernen. "Für mich war das Schlimmste nach dem Tod meiner Mutter die Frage: Was hat sie in dieser Welt hinterlassen? Wo sind ihre nachfühlbaren oder nachvollziehbaren Spuren? Ich konnte als Kind nichts erkennen. Da habe ich mir vorgenommen, in meinem Leben klare, eindeutige Spuren zu hinterlassen."

Das ganze Interview mit Hape Kerkeling ...

... lesen Sie im neuen stern

Rüdiger Barth
Weitere Themen

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo