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21. Februar 2005, 16:08 Uhr

Hippie-Ikone begeht Selbstmord

Der amerikanische Autor Hunter S. Thompson, einer der Kultschreiber der Hippie-Bewegung, hat sich erschossen. Zu seinen bekanntesten Werken zählt "Fear and Loathing in Las Vegas".

Thompson bei einer Demonstration in Colorado© David Zalubowski/AP

Der amerikanische Autor Hunter S. Thompson hat sich im Alter von 67 Jahren erschossen. Thompsons Sohn Juan sagte, er habe seinen Vater mit einer selbst beigebrachten Schusswunde am Kopf tot auf dessen Farm "Owl Creek" in der Nähe von Aspen im Bundesstaat Colorado gefunden. Thompson war der Erfinder des so genannten "Gonzo-Jounalismus", der jeglichen Anspruch auf Objektivität aufgab, und hatte seine größte Zeit in den 70er Jahren. Zentrales Thema seiner Bücher waren seine vom Drogen- und Alkoholkonsum angeheizten Auseinandersetzungen mit dem Establishment. Zu seinen bekanntesten Werken zählen "Fear and Loathing in Las Vegas" (Furcht und Abscheu in Las Vegas) und "Hell's Angels", auf dessen Titel der Waffennarr Thompson sich selbst als "begierigen Leser, unerbittlichen Trinker und geschickt im Umgang mit einer Magnum Kaliber 44" beschrieb.

Satiriker im tiefsten Herzen

Thompsons spätes Werk wurde gemischt aufgenommen. Die Kritiker hielten ihm jedoch stets zugute, dass er mit seiner Mixtur aus Schmähschrift und politischem Kommentar einen in den USA bis dahin ungekannten Stil geschaffen habe. "Ich denke, Thompson ist immer noch ein wichtiger Autor. Ein Satiriker im tiefsten Herzen, hat er eine völlige Verachtung der Macht zur Schau gestellt - politischer Macht, finanzieller Macht, sogar der Macht des Show-Geschäfts", schrieb der Schriftsteller Paul Theroux 2003.

Thompson (m.) mit Schauspielern Depp (r.) und Del Toro (l.)© Kathy Willens/AP

Ein Essay von 1994 für das Magazin "Rolling Stone", das die Form eines Nachrufes auf den früheren US-Präsidenten Richard Nixon hatte, war ebenso typisch für Thomspon wie die ewige Fliegerbrille und die Zigarettenspitze, ohne die er praktisch nie auftrat. In dem Essay bezeichnete Thompson den umstrittenen Ex-Präsidenten als "Lügner, Feigling und Bastard. Ein mieser Ganove und ein gnadenloser Kriegsverbrecher". Er tat dies zu einer Zeit, als die meisten Kommentatoren Nixons politisches Erbe in einem wesentlich milderen Licht sahen.

Thompson wuchs in einer Mittelklasse-Familie in Louisville im Bundesstaat Kentucky auf. Sein Vater starb, als Thompson 14 war. Mit 18 saß der Jugendliche wegen Beteiligung an einem Raub im Gefängnis. Später ging Thompson zur US-Luftwaffe, wurde Sportreporter und schließlich Auslandskorrespondent für die "Herald Tribune" in Puerto Rico. 1965 gelang ihm der Durchbruch mit "Hell’s Angels".

Reuters
 
 
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