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13. Dezember 2003, 10:50 Uhr

Wie in der Augsburger Puppenkiste

Keine Frage, die Sprecher haben eine Menge Spaß. Doch am Anfang einer "Drei Fragezeichen"-Folge stehen mehrere Kilometer Tonband. Jetzt heißt es basteln!

In Aktion: Jens Wawrczeck, Oliver Rohrbeck und Andreas Fröhlich (v.l.n.r.) beim 114. Mal "Drei Fragezeichen"© Irena Güttel

Auf dem Klingelschild der Jugendstil-Villa steht "Tonstudio Körting". Die Tür öffnet sich in eine große Empfangshalle, die wie die knarschenden Holzstufen mit Läufern ausgelegt ist. Im zweiten Stock warten bereits drei ältere Damen im Pausenraum. Auf einem Tisch stehen Kuchen, Plätzchen, Kaffee, Tee und Cola. Eva-Maria Bauer, Hanni Vanhaiden und Hannelore Wüst unterhalten sich angeregt. Doch dann steht André Minninger in der Tür und führt die drei prominenten Synchronsprecherinnen in das Ton-Studio. Nun sind sie an der Reihe. Ein dicker, grauer Teppich dämpft die Schritte. Hinter einer Doppeltür befindet sich der Aufnahmeraum. An dem runden Tisch in der Mitte des Raums sitzen bereits Oliver Rohrbeck, Jens Wawrczeck und Andreas Fröhlich. Die drei waren schon öfter im Tonstudio Körting - genauer gesagt: 114 Mal. Als Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews, besser bekannt als "Die Drei Fragezeichen", waren sie bei jeder Folge der Hörspiel-Serie dabei.

Unzählige Schalter und Knöpfe

Zwar nicht zu hören, aber auch immer dabei: Heikedine Körting, die Besitzerin des Tonstudios und Regisseurin der Hörspiele. Gemeinsam mit Drehbuch-Autor André Minninger sitzt sie im Nachbarraum vor einem Mischpult mit unzähligen Schaltern und Knöpfen. Während der Aufnahme hat sie immer ein Auge auf der Aussteuerung. Durch eine Fensterscheibe können Körting und Minninger alles sehen, was im Aufnahmeraum vor sich geht. Über den Lautsprecher gibt die Regisseurin den Sprechern Anweisungen.

Bevor die Aufnahme startet, lesen sie die Szene aus den vorliegenden Manuskripten einmal laut vor. Minniger hat aus der Buchvorlage "Die Villa der Toten" ein 31-seitiges Drehbuch geschrieben. Schon vor einigen Monaten hat er allen Darstellern das Skript zugesandt, damit sie sich auf ihre Rolle vorbereiten können. Bei der Sprechprobe kann Körting die Mikros an die Stimmlagen der Sprecher anpassen. Dann startet sie das Aufnahmeband und es kann losgehen.

Keuchen und stockender Atem

Der Aufnahmeraum wandelt sich augenblicklich in eine Theaterbühne. Die Sprecher steigern sich in die Szene hinein, bilden Charaktere aus und agieren untereinander. Zwischendurch hält Körting das Band an und gibt Tipps: "Frau Bauer, bitte etwas bunter sprechen". Dann geht es weiter in der Szene. Damit es authentisch wirkt, ahmen Rohrbeck, Wawrczeck und Fröhlich Geräusche nach. In Action-Szenen keuchen sie außer Puste und in dramatischen Pausen stockt ihnen im wahrsten Sinne des Wortes der Atem. "Wir arbeiten auch mit Requisiten, um eine echte Atmosphäre zu erzeugen", erklärt Minninger, der auch für die Effekte zuständig ist. Für eine Szene hat Oliver Rohrbeck seinen Rucksack mitgebracht, in dem er als Justus Jonas nach einem Aufnahmegerät kramt. "Die Mikros sind hochsensibel", sagt Körting. "Sie nehmen jedes Geräusch auf". Deswegen ist sie gar nicht zufrieden mit den Tönen, die das Aufnahmegerät erzeugt. "Die laufende Kassette muss noch besser rauskommen". Und schon stürmt die agile Tonregisseurin aus dem Studio, um einen tragbaren Kassettenrecorder im Haus aufzutreiben. Ständige Requisite ist ein uraltes, schwarzes Telefon, das in jeder Folge mindestes einmal im Einsatz ist. Sein Klingeln kündigt fast immer einen neuen Fall an. Rohrbeck nimmt den schweren Hörer ab: "Ja, Justus Jonas von den Drei Detektiven".

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