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Ein neuer Fall für Carl und Assad

Eine alte Flaschenpost bringt die Ermittler des "Sonderdezernats Q" auf die Spur eines Serienmörders. Der Däne Jussi Adler-Olsen will auch mit "Erlösung" wieder einen Bestseller landen.

  Avancierte mit "Erbarmen" und "Schändung" in kürzester Zeit zu einem der erfolgreichsten Thriller-Autoren: Jussi Adler-Olsen

Avancierte mit "Erbarmen" und "Schändung" in kürzester Zeit zu einem der erfolgreichsten Thriller-Autoren: Jussi Adler-Olsen

Mit seinem Kommissar Carl Morck und dessen merkwürdigem Assistenten Assad stürmte er die Bestsellerlisten. Jetzt kommt ein neuer Thriller des Dänen Jussi Adler-Olsen in den deutschen Buchhandel. In "Erlösung", dem dritten Fall des kuriosen Ermittler-Gespanns, entführt und ermordet der Täter die Kinder fundamentalistischer Sektenmitglieder. Wieder eine ungewöhnliche Geschichte - wieder spannend und beklemmend geschrieben.

Die Ideen für seine Bücher finde er zwischen den Zeilen von Zeitungsberichten, sagte Adler-Olsen kürzlich in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa in Köln. "Wenn ich das erste kleine Teil für eine Story habe, ergibt sich alles andere daraus." Dabei kämen dann schon manchmal extreme Geschichten heraus, räumt der 60-Jährige ein - aber die Realität erweise sich oft als noch grausamer.

Eine große Thriller-Serie

Nach skandinavischen Krimistars wie Henning Mankell, Stieg Larsson oder Jo Nesbø tauchte Adler-Olsen Ende 2009 plötzlich mit "Erbarmen" in deutschen Buchläden auf. In kürzester Zeit avancierte er hierzulande zu einem der erfolgreichsten Thriller-Autoren. "Erbarmen" und "Schändung" beherrschten monatelang die Bestsellerlisten, gleich beide Bücher schafften es 2010 unter die "Top 5" der "Spiegel"-Jahresbestsellerliste. Als "neuer Mankell oder Larsson" sieht er aber sich ausdrücklich nicht, deren Bücher habe er gar nicht gelesen, behauptet Adler-Olsen: "Ich will von niemand anderem beeinflusst werden."

Das besondere an seiner Thriller-Serie sei, dass die Ermittler sich von Buch zu Buch ein Stück weiterentwickeln. "Dabei geht es nicht wie bei anderen Autoren um die „normale Entwicklung“ mit Heirat und Scheidung oder sowas, sondern es ist eine komplette Kriminalgeschichte über 4500 Seiten." Denn dass mit Carl und vor allem mit dem mysteriösen Assad "irgendwas nicht stimmt", das merke der Leser von Anfang an - aber das Geheimnis der Figuren werde erst am Ende der Serie gelüftet, die nach Angaben von Adler-Olsen neun bis elf Teile umfassen soll.

Carl ist ein muffeliger Kopenhagener Kommissar, den seine Vorgesetzten ins eigens für ihn geschaffenen "Sonderdezernat Q" abgeschoben haben. Dort soll er alte ungelöste Fälle neu aufrollen. Dabei helfen ihm der Syrer Assad und die chaotische Rose.

Religiöser Fanatismus

In "Erlösung" landet eine alte Flaschenpost auf Carls Schreibtisch. Sie enthält eine mit Blut geschriebene Nachricht - offenbar ein Hilfeschrei zweier Jungen, die vor Jahren verschwanden. Aber warum wurden sie nie als vermisst gemeldet? Bald stellt sich heraus, dass Carl & Co einem Serienmörder auf der Spur sind, der noch immer sein Unwesen treibt.

Die Idee zu "Erlösung" sei ihm gekommen, als er über das Thema Autoritäten und Macht nachgedacht habe, sagt Adler-Olsen. In der psychiatrischen Klinik, die sein Vater leitete, habe er sich schon als Kind daran gestört, dass einige Ärzte ihre Macht den Patienten gegenüber missbrauchten. Dieses Verhalten gebe es auch in vielen anderen Bereichen, wie in Unternehmen oder eben in Sekten, sagt Adler-Olsen und betont, dass er keine persönlichen Erfahrungen mit Sekten habe. Er habe kein Problem mit jeder Art von Religion - solange sie nicht anderen aufgezwungen werden solle. Genau davon aber handele "Erlösung".

Im Vergleich zu "Schändung", das zeitweise übertrieben-bizarr anmutete, wirkt der Fall in "Erlösung" zwar ebenso außergewöhnlich, aber glaubwürdiger. Nach und nach erfährt der Leser etwas über die Motive des Täters, während Carl und Assad bei den Eltern der entführten Kinder auf seltsame Ablehnung stoßen. Die Spannung hält bis zum Schluss - auch wenn wie in den beiden vorherigen Büchern Carl und Assad am Ende kurzzeitig zu den Gejagten werden. Und da die Serie ja weitergehen soll, weiß man als Leser schon vorher, dass die Geschichte für die beiden Ermittler gut ausgehen wird.

Petra Albers/DPA/DPA

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