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Wie ticken die beiden mutmaßlichen Vierfachmörder von Eislingen? Vor Gericht hat der psychiatrische Gutachter über den 19-jährigen Frederik Begenat ausgesagt. Er berichtete von verstörenden Gesprächen voller Selbsthass.
Der Amokschütze von Winnenden galt in der Nachbarschaft als unscheinbarer, netter Junge. Doch unter seinen Mitschülern war Tim K. als Loser ausgemacht. Er litt an Depressionen und war zeitweise in stationärer Behandlung. Tim K. war krank - und am Schluss außer Kontrolle.
Ach, wenn man Kinder kriegt, dann nimmt man sich ja immer viel vor: Nicht so werden wie die eigenen Eltern, den eigenen Menschenhass verstecken und die eigenen Süchte und die eigenen Ängste. Dem/der Kleinen die Liebe zu gutem Essen vermitteln, zu guten Büchern, zum richtigen Fußballclub. Toleranz lehren, zur Selbstständigkeit erziehen, loslassen können, aber trotzdem behüten. Et cetera. Wenn man Mitte/Ende 30 ist, liegt das eigene Leben nämlich auf einigermaßen stabilen Schienen: Die Partnerfrage ist weitestgehend gelöst, der Beruf gefunden, der Plan, als Rocksänger berühmt zu werden, der ist dann doch im Morast der eigenen Trägheit versunken. Da hat man Zeit zum Nachdenken und fühlt man sich irgendwann irgendwie bereit für ein Kind. Und wenn sich eines ankündigt, schnappt man stante pede über: Bücher, Kurse, Webseiten -- jeder Tropfen Wissen wird aufgesogen. Man steckt Monatsgehälter in den Ausbau des rosafarbenen oder hellblauen Kinderzimmers und meldet das Kleine schon mal prophylaktisch für Geigenunterricht, Karatekurs und das Medizinstudium an. Und gute 20 Jahre voller Überbehütung, guten Ratschlägen und Besserwisserei später wundert man sich, warum das doch so talentierte Kind neurotische Züge zeigt, das Abi abgebrochen hat und überdies dem Marihuana-Abusus fröhnt. Vermutlich ist es irgendwie gesünder, wenn man ein Kind mit Anfang 20 bekommt. Da hat man noch so vieles nicht erlebt, noch so vieles im eigenen Leben zu erledigen, dass das Kind einfach nur dabei ist, Teilnehmer am Elternleben anstatt Hauptdarsteller in der Mitte der Bühne. Seinerzeit in meinem Studium, 1895 muss das gewesen sein, spielten während jedes Seminars Kleinkinder im Raum, ganz selbstverständlich mitgebracht von ihren studierenden Müttern. Alles einigermaßen unaufgeregt und unideologisch, meilenweit entfernt von der Hysterie 39jähriger Bogenhausener Mütter mit altphilologischem Abschluss, die Kita-Mitarbeiter mit exakten Anweisungen in den Alkoholismus treiben und im Freundinnenkreis die Rangordnung nach den Leistungen des eigenen Kindes festlegen: Unser Kleiner konnte ja schon mit elf Monaten "Mama, ich möchte ein Biowurstbrot" sagen. Und die Große will jetzt unbedingt bei den Tennis-Vereinsmeisterschaften antreten. Ach, süß, wie ehrgeizig sie ist. Uh. Also, wir haben uns vorgenommen, möglichst so zu sein, wie wir gewesen wären, hätten wir unsere vor ein paar Monaten geborene Tochter vor zehn Jahren bekommen. Nur ein bisschen gereifter. Fragen Sie mich in zehn Jahren nochmal, wie's geklappt hat.
Drogensüchtige Nymphomanin. Mädchen, das mit Toten spricht. Frühreifes Biest. Wenn Hollywood krasse Rollen an junge Mädchen zu vergeben hat, nimmt man nur allzu gern Christina Ricci. Jetzt zeigt die 28-Jährige auch mal andere Seiten.
Der junge Berliner Autor Nicol Ljubic steigt ganz oben ein: »Mathildas Himmel« nennt er seinen ersten Roman - und erzählt darin von einem Mädchen, das tief fällt.
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