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19. November 2008, 13:46 Uhr
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"Südafrika ist ein sicheres Land"

Das Südafrika aus dem neuesten Roman von Deon Meyer ist voller Gewalt, Konflikte und unterdrückter Aggressionen. In Wirklichkeit ist seine Heimat aber absolut friedlich, sagt der Schriftsteller - und fit für die WM 2010. Dass Spielverderber etwas anderes behaupten, macht ihn wütend, erzählt er im Gespräch mit stern.de. Von Johannes Gernert

Ein südafrikanischer Polizist scheucht Einwanderer zurück in eine Kirche© Jerome Delay, AP

Deon Meyer ist groß, breit und knorrig wie ein Baumstamm. Um sein Kinn wächst ein Bart, er hat einen schwarzen Pullunder an, auf dem Tisch in einem Büro seines deutschen Verlags zieht der Fünf-Uhr-Tee in der Tasse. Gerade ist Meyers jüngster Krimi "Weißer Schatten" in Deutschland erschienen. Die Reise eines latent aggressiven Bodyguards und einer reichen Erbin in eine verworrene Vergangenheit. Ökoterroristen, verbitterte schwarze Polizisten, kaltblütige Killer mit Zielfernrohr. Hinter der rasanten Handlung scheinen die Konflikte Südafrikas auf. Könnte man meinen. Meyer sieht das etwas anders.

Mister Meyer, Sie mögen Rugby und sie haben selbst Rugby gespielt.

Ja, das ist richtig.

Mögen Sie auch Fußball.

Tut mir leid. Nicht wirklich. Ich glaube, eine richtige Beziehung entwickelt man nur zu einem Sport mit dem man aufgewachsen ist. Das war bei mir Rugby, nicht Fußball. Ich werde trotzdem gern zu Spielen der Fußball-WM gehen, wenn Sie nach Südafrika kommt.

In deutschen Medien ist gelegentlich über Ersatzkandidaten berichtet worden, die als Austragungsländer einspringen könnten, wenn in Südafrika etwas schief gehen sollte.

Ich wüsste nicht, was schief gehen soll. Es läuft alles noch Plan. Das Stadion in Kapstadt wächst. Ich bin kürzlich erst wieder daran vorbei gefahren. Es wird ein fabelhaftes Stadion werden. Nur weil es bei anderen Projekten Auseinandersetzungen zwischen Bauherren und Firmen gegeben hat, heißt das noch lange nicht, dass die Austragung der WM in irgendeiner Form bedroht wäre. Ich weiß nicht, woher diese negativen Berichte in den ausländischen Zeitungen immer kommen.

Gewalt betrachten Sie nicht als ein südafrikanisches Problem?

Nein. Wir sind ein sicheres, friedliches Land. Eine Demokratie. Seit vielen Jahren schon.

Es gab vor einigen Monaten brutale Ausschreitungen, bei denen Einwanderer aus anderen afrikanischen Staaten von armen, schwarzen Südafrikanern angegriffen und umgebracht wurden.

Sicherlich gibt es in bestimmten Gebieten, in denen die Menschen in großer Armut leben, solche Vorfälle. Sie verweisen auf ein Problem, dass auch in Europa existiert. Illegale Einwanderung. Das sind aber einzelne Fälle, die dann auf recht sensationalistische Art von ausländischen Journalisten herausgepickt und ausführlich beleuchtet werden. So entsteht ein völlig schiefes Bild.

Die Gewalt denken sich Journalisten nicht aus.

Es gibt diese Vorfälle, keine Frage. Aber man darf sie nicht mit europäischen oder westlichen Maßstäben messen. Man darf das nicht mit Deutschland oder Frankreich vergleichen, mit Ländern, die großen Wohlstand haben. Das ist Afrika. Ich will ihnen mal eine Geschichte erzählen. Bei jedem Termin meiner deutschen Lesereise kommen Leute und fragen, ob Südafrika nicht ein Land mit extrem viel Kriminalität sei. Ich antworte, dass ich Kriminalromane schreibe, Fiktion. Wenn man die Zahl der schwedischen Krimis als ein Maß für die Kriminalitätsrate in dem Land nehmen würde, ergäbe das auch das Bild einer durch und durch kriminellen Gesellschaft. So wenig man es da tut, sollte man es auch mit einem Büchern für die südafrikanische Gesellschaft tun. Ich sage meinen Zuhörern also: Südafrika ist absolut sicher. Jeden Abend stehen an der Stelle fünf oder sechs Deutsche auf und erzählen, dass sie das Land kürzlich erst bereist haben, dass sie fantastische Ferien dort verbracht haben. Dann sagen die anderen: Okay, jetzt glauben wir ihm.

Sie klingen sehr überzeugend. Haben Sie mal überlegt, sich als PR-Manager für die WM 2010 zu bewerben? Sie haben früher PR für BMW gemacht.

Es ärgert mich einfach. Diese fixe Idee, wir seien eine Gesellschaft voller Kriminalität. Ich laufe jeden Tag durch Kapstadt, in die unterschiedlichsten Bezirke. Ich war noch nie in Gefahr.

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KOMMENTARE (10 von 10)
 
HombreUno (20.11.2008, 16:09 Uhr)
@Laduma,
Sie verstehen offenbar nicht, zwischen dem was Sie sagen und den Aussagen von Deon Meyer ist kein Widerspruch. Der Unterschied liegt nur darin mit wem man sich über das gleiche Thema unterhält. Einem kleinem Kind erklärt man z.B. manches anders wie einem Erwachsenem. Obwohl Sie vielleicht bei einer dt. Firma arbeiten und auch schon in D waren überschätzen Sie die Denkweise der Deutschen in Deutschlanfd total.
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Eine der mir über SA am meisten gestellten Fragen ist ob es dort gefährliche Tiere gibt. Meine Antwort lautet meist, dass zwar statstisch gesehen Flusspferde (Hippos) die gefährlichsten Tiere in SA wären, ich aber noch nie eins gesehen hätte. Die Leute sind dann beruhigt da Sie von keinem Löwen aufgefressen oder Schlange gebissen werden. Einem Bekannten in Krugersdorp ist aber jetzt folgendes passiert: Durch das Bellen seiner Foxterrier wurde er auf eine Ringelkobra aufmerksam, die in einer Steinmauer neben dem Pool saß, indem seine Tochter schwamm. Er hat sie dann eingefangen und am nächsten Tag seinen schwarzen Kollegen auf der Arbeit gezeigt, sicher können Sie sich vorstellen was dann los war. Der Unterschied zwischen Ihnen und mir liegt jetzt aber darin, dass ich diese Story aus 2 Gründen hier in Deutschland nicht erzählen würde. Erstens, in SA braucht man keine Angst vor wilden Tieren zu haben, auch vor Schlangen nicht. Zum anderen würden es die Deutschen sofort für rassistich halten, wenn er seine schwarzen Kollegen damit erschreckte.
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Sie müssen sich eines vor Augen halten, für die meisten Deutschen bedeutet das Wort "Südafrika" südliches AFRIKA, die Betonung liegt auf Afrika. Sie meinen es wäre ein Drittweltland, indem es keine geteerten Strassen gibt und man auch keine WM ausrichten kann. Noch schwieriger sind die dt. Möchtegern-Intelektuellen, die Euch immer noch gerne Apardheit unterstellen, sich aber dann wundern wenn der Strom ausfällt nachdem der Brother oder die Sister in der Schaltzentrale des E-Werkes sitzt.
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Jeden Morgen zwischen 6 und 7 Uhr landen in Frankfurt paar Großraumflugzeuge aus SA. Fragen Sie mal die Hunderte von heimkehrendenTouristen wie Ihnen SA gefallen hat, ob sie sich bedroht fühlten oder bald nochmal hin möchten. Man sollte ihnen das Interview mit Deon Meyer vorlegen und sie um ihre Meinung fragen. Kritik wird dagegegen oft an dem Öko-Bewußtsein der Südafrikaner und ihrer Vorliebe für 500er Mercedes geübt, vielleicht hatten sie auch nur mit Eselskarren gerechnet. Es ist aber schonmal gut das Sie nicht sagten was für ein Auto Ihnen in Strand geklaut wurde, sonst wären die Deutschen auch noch neidisch.
Vielleicht fahren Sie nächstes mal nach Gordens Bay in Urlaub, dort gibt es auch bessere Kneipen.
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Deon Meyer denkt offensichtlich wie ich selber auch, dass die WM 2010 für SA eine grosse Chance bietet.
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In diesem Sinne: SOUTH AFRIKA, It's possible
Laduma (20.11.2008, 08:44 Uhr)
HombreUno!
Nur zur Aufklärung: die Einbrüche erlebten wir in Pretoria, ein Auto wurde im Strand (bei Somerset West) gestolen, das andere aus dem Büroparkplatz meiner Arbeitstelle in Johannesburg. Wegen der PC-Tastatur. Mit Alt+129 kriegt man ü, mit Alt+132 kriegt man ä, u.s.w. Dann auch: die wenigste Deutschen "wandern aus" nach Südafrika. Die Mehrzahl die in Somerset West leben verbringen wegen dem guten Wetter 6 Monate in Südafrika und 6 Monate in Deutschland. Die Tatsache dass weniger Südafrikaner nach Deutschland, bzw. Europa auswandern hat mit der striktne Auswanderungsgesetze in Festung Europa zu tun. Wenn es leichter gewesen wäre, werden viel mehr Südafrikaner (und nicht nur Weissen) das Land verlassen. Übrigens, ich bin auch Mitte in der Nacht in Berlin herumgelaufen, ich werde es nie in Johannesburg tun.
HombreUno (19.11.2008, 23:20 Uhr)
@Abimonte,
die von Ihnen beschriebene Problematik in SA ist mir nicht unbekannt. Ich weiß auch, dass Zuma z.B. meint keinen AIDS zu bekommen wenn er nach dem Sex ducht. Die Angst meiner vielen südafrik. Freunden um die Zukunft Ihrer Kinder kann ich gut verstehen. Hier im Chat möchte ich mich aber nicht näher darüber unterhalten, würde mich aber freuen wenn Sie mich unter HombreUno@t-online.de direkt anschreiben.
Albimonte (19.11.2008, 22:23 Uhr)
HombreUno!
Lesen Sie die Auswanderungsstatistik.
Es gibt viele Deutsche, die nach SA wg. des Klimas und Lifestyles auswandern. Aber auch diese sehen in der Regel schnell die gefährliche und traurige Realität. Es bleibt dabei: kaum ein weisser Südafrikaner sieht die Zukunft positiv und alle die ich kenne wollen weg oder nicht mehr zurück. Das Land ist dabei, seine Intelligenz zu verlieren, daran gibt es nichts zu rütteln. Die Landwirtschaft wird systematisch durch Buschnegerpolitik und -wirtschaft in den Ruin getrieben, aber das zu sagen ist ja Rassismus. Greueltaten, wie Sie sagen, hatte ich zwar keine beschrieben, kann aber gerne damit aufwarten. Mord und Vergewaltigung in meinem Bekanntenkreis, Quasi-Enteignung und Ruinierung von Farmen und Betrieben ebenso. Glückwunsch, wenn Sie im Ferienort billig das Klo geputzt bekommen und bei Ihnen alles ruhig ist. SA ist nicht die Hölle, aber die Probleme sind erdrückend und werden immer wieder schöngeredet. Sobald Mandela tot ist und Zuma Präsident, ist die Hölle allerdings los und dann gnade Gott dem Land.
HombreUno (19.11.2008, 18:50 Uhr)
@Laduma, Abimonte, Gerdd
ich weiß zwar nicht ob Sie in Gugulethu, Khayalitsha oder Nyanga leben wenn bei Ihnen soviel eingebrochen wird. In Krugersdorp, Bloembergstrand oder in Camps Bay kann es jedenfalls nicht sein. Zum anderen wundert mich Ihre deutsche PC-Tastatur, wenn Sie angeblich in SA leben.
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Falls die Flugzeuge von Kapstadt oder Johannesburg nach Frankfurt etwas leerer sind wie umgekehrt liegt es nicht daran, dass die Passagiere in SA ermordet wurden, sondern eher weil viel mehr Deutsche nach SA auswandern wie umgekehrt.
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Abimonte, bringen Sie Ihre Familie doch nach Deutschland, hier finden Sie allerdings niemand der ihnen Kindern für 10 Rand (Euro 0,70) die Stunde den Klo putzt. Als einzige südafrik. Tageszeitung fand ich bei mir zu Hause noch eine Ausgabe von "Die Burger" vom 20. Sept. 2008. Da stand zwar drin, dass am 19. Sept. auf dem Tafelberg Schnee fiel, aber nichts von den von Ihnen beschriebenen Greueltaten.
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Nana_Xiaojie, Sie sollten dem Autor vertrauen. Südafrika ist ein traumhaftes und vor allem sicheres Land. Als Tourist fühlt man sich jedenfalls genau so sicher wie in Berlin, Barcelona oder einer anderen europ. Metropole. Aber Vorsicht, SA macht süchtig.
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Südafrika scheint aber ein gefährliches Land für Frauen zu sein. An den Stränden in der Kapregion stehen Warnschilder, Frauen sollten während der Menstruation nicht ins Wasser gehen, es könnte Haie anlocken.
Nana_Xiaojie (19.11.2008, 15:46 Uhr)
Wuenschen wuerd ich's ihnen...
... dass alles so friedlich ist (oder noch wird), wie es der Herr beschreibt. Ich habe auch vor, zur WM zu fahren und wuensche dem Land, dass es die Riesenschance, die cie Ausrichtung eines solchen Turniers darstellt, wahrnimmt.
Albimonte (19.11.2008, 15:46 Uhr)
Laduma,
Sie haben vollkommen recht. SA versinkt in Gewalt und es ist nichts als Schönrederei, die Herr Meyer von sich gibt. Ich kenne keinen weißen Südafrikaner, der nicht das Land verlassen will oder es nicht schon verlassen hat. Jeder will nur noch weg oder seine Kinder rausbringen. Hinzu kommt der aberwitzige Rassismus der Regierung, der fast nur noch affirmative action - Betroffenen jobs zugänglich macht. Dass diejenigen, die gehen, laut Hr. Meyer nicht bereit sind, "ihren Beitrag zu leisten", ist eine Unverschämtheit dieses kleinen regierungshörigen Schwätzers und er sollte lieber seine Geschichten weiterspinnen als so etwas von sich zu geben. Man merkt, daß er aus dem Marketing kommt und hat mit großer Wahrscheinlichkeit Anreize, hier das Land positiv zu verkaufen.
Gerdd (19.11.2008, 15:34 Uhr)
Lieber Laduma!
vielleicht ist das unser Problem hier in Südafrika: Der eine will alles rosarot sehen und die Probleme kleinreden, der andere sieht dann gleich alles schwarz und zieht so das Ungemach nur noch an. Und die Politiker schaffen die erfolgreiche Elitepolizei "Scorpions" mal schnell ab, wohl weil sie Angst haben, daß ihre eigene Korruption auffliegt. Wir sind noch lange nicht da, wo wir sein sollten, und ganz so sicher wie zuhause ist es für unsere Gäste aus Europa leider auch noch nicht, aber - und da hat Meyer recht - man kann sich einbringen und Dinge bewegen. Und im Gegensatz zu Spendenkonten in Deutschland hat man den Erfolg der eigenen Beiträge im konkreten Fall direkt vor Augen. So ganz nebenbei, wer mit einer Statur wie Deon Meyer durch die Welt läuft, dem bleiben gewisse Gefahren auch deswegen schon fern.
Laduma (19.11.2008, 15:15 Uhr)
Frei erfunden
Wie der Schrifsteller selber sagt: er schreibt nur Geschichte. Leider sind seine Aussprachen auch nur Geschichte. Ich lebe in diesem "sicheren" Südafrika als geburtiger Südafrikaner und habe täglich Angst dass ich oder einen Mitglied meiner Familie gewaltätig angegriffen wird. Wir hatten in einem Jaht 10 Einbrüche zu Hause, ich wurde mit Messer angegriffen und beraubt, zwei Wagen gestolen. Ich kenne keiner in meiner Familie oder im Freundeskreis oder Arbeitskollegen, der nicht schon Opfer eines Verbrechens war. Ich bin jedoch glucklich, ich bin nicht einer der 20000 Mordopfer im Jahr oder meine Frau und Tochter nicht Teil der ca. 40000 Frauen die vergewaltigt worden. Man braucht nur eine Tageszeitung pro Tag zu lesen und gleich 3 bis 4 Berichte über gewaltätige Morde und Überfälle zu finden. Sicher soll man nicht immer auf das Negative hinweisen, aber so mit dem kopf im Sand wie einem Vogelstrauss die Kriminalität und Gewalt in Südafrika zu relativieren ist unverantwortlich. Das hat die Mbeki-Regierung auch gemacht, mit verheerenden Folgen. Ich bin jetzt sehr enttäuscht mit Deon Meyer, ich habe mehr Ausgewogenes von ihm erwartet.
HombreUno (19.11.2008, 14:56 Uhr)
Bestätigung!
Die Aussagen des Schriftstellers über die Sicherheit in Südafrika sind absolut zu bestätigen.
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Allerdings sollten sich die Besucher der WM 2010 einen dicken Pullover mitnehmen, sonst besteht in Kapstadt mitten im Winter die GEFAHR eines Schnupfens.
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