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3. April 2006, 10:37 Uhr

Lächeln, loben und Elfen-Helfen

Vor einigen Wochen haben wir die stern.de-Leser dazu aufgerufen, Ideen zur Verbesserung der Welt einzureichen. Die Resonanz war gewaltig - und die Vorschläge bisweilen höchst originell. Von Carsten Heidböhmer

Leser-Aktion

Engagement kann durchaus sexy sein, wie man am Beispiel des australischen Models Annalise Braakensiek sehen kann, die sich für die Tierschutzorganisation Peta einsetzt© AFP/Peta

Selten hat eine Titelgeschichte eine derartige Leserresonanz ausgelöst: Der stern hatte mit dem Artikel "Einfach die Welt verändern" Vorschläge für eine bessere Welt unterbreitet - und damit eine breite Diskussion angestoßen. Parallel dazu waren die stern.de-Leser aufgerufen, weitere Ideen einzureichen. Die Resonanz auf diesen Aufruf übertraf alle Überwartungen. Was noch schöner war als die rein quantitative Menge der Beiträge: Die Qualität stimmte. Keine einzige eingegangene Mail verspottete die Aktion oder riss billige Witze darüber. Jeder Leser hat sich ernsthaft Gedanken darüber gemacht, wie die Welt im Kleinen ein Stück verbessert werden könnte.

Einige Vorschläge gingen gleich mehrfach ein, was ein guter Hinweis darauf ist, dass wirklich etwas getan werden kann. Andere Ideen waren höchst individuell - und machen gerade deshalb Lust, sie nachzuahmen.

Für eine ethische Wirtschaft

Die eingereichten Ideen umfassen verschiedene Bereiche des Lebens. Sehr viele Leser haben vorgeschlagen, bei den eigenen Konsumgewohnheiten anzusetzen: Jeder Mensch kann sein Geld ein klein bisschen bewusster ausgeben, beispielsweise in Bio- und Eine-Welt-Läden. Trans-Fair-Produkte garantieren, dass unter menschenwürdigen Bedingungen gearbeitet wird und die Arbeiter anständig bezahlt werden. Meiden würden unsere Leser dagegen Produkte, für die Tierversuche unternommen werden mussten. Auch Pelze sind für sie entbehrlich. Und viele der eingereichten Mails riefen dazu auf, Produkte von Firmen zu boykottieren, die trotz steigender Gewinne Mitarbeiter entlassen. Schließlich wurde immer wieder geraten, auf Ökostrom umzustellen - dies ist fast kostenneutral möglich.

Gar nichts kostet es dagegen, ein wenig an seinem eigenes Verhalten zu arbeiten. Jeder einzelne kann zu seinen Mitmenschen freundlicher sein, einfach mal einen entgegenkommenden Passanten auf der Straße grüßen. Auch seinen Arbeitskollegen könnte man öfters mal Komplimente machen oder sie loben. Das alte Pfadfindermotto "Jeden Tag eine gute Tat" hat keinesfalls an Aktualität verloren. Schon Kleinigkeiten können anderen eine große Freude bereiten: einer alten Frau über die Straße helfen, älteren Menschen einen Sitzplatz in der Straßenbahn anbieten, jemandem in der Schlange den Vortritt lassen.

Einfach mal die Klappe halten

Ein Leser hat den sehr sympathischen Vorschlag eingereicht, einfach mal die Klappe zu halten. Anstatt zu allem immer seinen Senf dazuzugeben, könnte man zur Abwechslung mal schweigen und abwarten. Vor allem wenn es um Themen geht, von denen man selber keinen Schimmer hat. Denn kein Mensch kann sich in allen Bereichen auskennen, und so sollten wir unser Nicht-Wissen akzeptieren und uns und unseren Mitmenschen ein paar Momente des Schweigens schenken.

Richtig bereichernd kann es sein, sich mal wieder bei alten Freunden oder Bekannten zu melden und nach ihrem Befinden zu erkundigen. Noch besser ist, persönlich zum Kurzbesuch vorbeizukommen. Auch Fahrgemeinschaften schaffen neue Kontakte - und schonen auch noch den eigenen Geldbeutel.

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