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Jurist, Redakteur, Literat, Anwalt, Lehrerin, Erzieherin, Großhandelskaufmann - die sieben Spitzenkandidaten bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein am 6. Mai bieten eine große Bandbreite von Berufen und Persönlichkeiten:
Das von Israel verhängte Einreiseverbot für Günter Grass stößt in der deutschen Politik zunehmend auf Kritik. Doch auch der Literaturnobelpreisträger selbst steht weiter im Fokus. Insbesondere die SPD diskutiert darüber, ob man bei den anstehenden Wahlkämpfen auf seine Unterstützung verzichten sollte.
Theodor Heuss war der erste Präsident der jungen Bundesrepublik. Er stand zehn Jahre an der Spitze Deutschlands. Ihm folgten zehn weitere Staatsoberhäupter. Die Galerie der Bundespräsidenten.
Ist Günter Grass' Gedicht letztlich nicht mehr als die Torheit eines alten Mannes? Die Kommentatoren der Tageszeitungen gehen mit dem Nobelpreisträger hart ins Gericht. Eine Presseschau.
Günter Grass hat sich eingemischt: In seinem Gedicht geht der Literaturnobelpreisträger hart mit Israels Atompolitik ins Gericht - und erntet dafür scharfe Kritik.
Roland Emmerich hat ein Drama über den Ursprung der Werke Shakespeares gedreht. Und er hat den Platz zwischen "Independence Day" und "Godzilla" großartig gefüllt.
Matthias Politycki wurde 1997 mit seinem "Weiberroman" einem größeren Publikum bekannt. Seither zählt er zu den renommiertesten Vertretern der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur - und auch zu den streitfreudigsten.
In "Nemesis" kehrt Philip Roth an den Ort seiner Kindheit zurück. Eine Polio-Epidemie rafft Kinder dahin und zerstört das Leben von Erwachsenen. Roths 31. Werk geht unter die Haut, überrascht aber auch mit seiner Wärme.
Er gilt längst als eine Institution in Hamburg. Rocko Schamoni ist Sänger, Entertainer, Clubgründer und Literat. In "Tag der geschlossenen Tür" lässt er seinen lethargischen Protagonisten Michael Sonntag ein zweites Mal auftreten.
Michael Bukowski ist Berliner Szene-Literat - mit tollen Ideen, aber keiner Zeit, sie in dicken Büchern aufzuschreiben. Wie gut, dass die Aufmerksamkeitsspanne eines lesenden iPhone-Besuchers auch nicht sehr lange hält. In seiner "Lektüre für Nichtleser" kommt Bukowski deswegen ganz schnell auf den Punkt. Nein, Michael Bukowski hat nichts mit Charles Bukowski zu tun, dem genialen Gossen-Literaten aus Amerikas Unterschicht - der mit der Ledertasche. Michael Bukowski ist nämlich Berliner und hat lieber ein wachsames Auge auf die schrägen Vögel in Berlin-Schöneberg. Da, wo sich genervte Studenten, elitäre Kunstliebhaber, gewiefte Lebenskünstler und Malocher mit Migrantenhintergrund auf einen Kaffee in einer coolen Bar treffen, genau da hört Michael Bukowski ganz genau hin. Er protokolliert das Großstadtleben in kleinen, feinen Geschichten, die selten länger als eine iPhone-Bildschirmseite sind. Das ist die Lektüre für Nichtleser, denn Bukowski sagt ganz offen: "Sie haben kaum Zeit, große Romane zu lesen. Ich habe keine Zeit, welche zu schreiben. Daher hier die Lektüre für Nichtleser - für zwischendurch, nebenbei und unterwegs." Dass Bukowskis Geschichten im Kopf bleiben und nicht zwischen ödem Meeting und langweiligem Sex ins schnell verglimmende Kurzzeitgedächtnis wegkonsumiert werden, das liegt an den völlig abgefahrenen Figuren, die den Nichtleser-Kosmos bevölkern. Grabowski ist der Mann, der länger am Tresen sitzt, als dieser lang ist. Charming Heinz ist Fachwirt für schlechte Laune. Pistolen-Pete hat zwei Handys am Gürtel und betreibt ein Restaurant, in dem es immer nur Eintopf gibt. Eisi Verspeisi, Minh Phran Dings, Long Dong Copy und Ernesto Excèl sind weitere Figuren, die so schräg sind, dass es sie eigentlich gar nicht geben kann. Wenn man aber Schöneberg kennt - und ich habe da während meiner Studentenzeit in einer WG gewohnt, dann weiß man, dass das Leben in Berlin genau SO ist. Die Texte im Nichtleser tragen Titel wie "Schwedische Verfassung", "Gleich mal abmahnen" oder "Doppelkinn". Sie sind nicht nur kurz, sondern auch kurzweilig. Mal treiben sie die Handlung im Schöneberg-Kosmos voran und erzählen, wie es mit den lieb gewonnenen Figuren weitergeht. Oder sie spinnen einfach nur ein wenig herum. Etwa wenn es darum geht, der Marketing-Idee vom Whale Watching auf dem Berliner Wannsee Leben einzuhauchen. Oft genug wird aber einfach nur Quatsch gemacht. Etwa so: "Aus Grabowskis Bundestagswahltagebuch: War das eigentlich in Ordnung, daß ich im Wahllokal meinen Stimmzettel mit den Worten "Stimmt so!" in die Urne warf, ohne den Leuten Trinkgeld zu geben?" Ich habe Nichtleser 91 eine Woche lang jeden Abend im Bett weggeschmökert - immer zwei, drei Geschichten auf dem iPhone; das war die perfekte Bettlektüre vor dem Wegschnarchen. Jetzt ist Nichtleser 92 erschienen und ich freue mich schon wie Bolle auf ein Wiedersehen mit den lieb gewonnenen Figuren aus dem Berliner Kiez. Weitere Apps aus der Neunerserie - insgesamt sechs - werden im Wochentakt folgen - alle zum Mitnahmepreis von 79 Cent. Ich hab mir inzwischen auch den Nichtleser 1 besorgt. Das ist das pralle Einstiegswerk mit 135 Kapiteln für 4,99 Euro. Es sammelt alle Geschichten aus den gedruckten Nichtleser-Bänden 1 bis 8, denn die anfassbare (und ziemlich kleine und dünne) Variante fürs Buchregal gibt es auch. Band 9 wird nun in mehrere Apps zerfleddert, um den Lesern kontinuierlich neues Futter reichen zu können. Wie dem auch sei: Nichtleser ist völlig anders als der normale Lesestoff. Er ist feinsinnig, witzig, verschroben, irre, Großstadt-like, Kiez-intim und jenseits aller Konventionen. Mit seiner kurzen schnoddrigen und zugleich intelligent-durchtriebenen Art passen die Texte perfekt aufs iPhone. Ich hoffe, der Autor hört mit dem Schreiben so schnell nicht wieder auf. Und irgendwann, da gibt es trotz der Kürze aller Texte vielleicht mal ein dickes, fettes, gedrucktes Buch, das alle Shorties sammelt. ( Carsten Scheibe ) Nichtleser 92 1.0 Entwickler: St. Oberholz Verlagsg. / Michael Bukowski Größe: 0,3 MB Preis: 0,79 Euro Sprache: Deutsch Wertung: ***** (5 von 5) Link zur Homepage Link zum AppStore
Die Vergabe des Literaturnobelpreises an Herta Müller ist klug, findet stern.de-Kolumnistin Elke Heidenreich. Sie lobt das Werk der Deutsch-Rumänin. Nur Müllers Haarschnitt gehe gar nicht.
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