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Diese Bücher sollten Sie lesen!

Was lesen? Auf der Frankfurter Buchmesse wurde der Besucher in diesem Jahr mit Zigtausenden von Neuerscheinungen erschlagen. Wir sagen Ihnen, was sich zu lesen lohnt. Zehn Empfehlungen.

Anlässlich der hat die stern.de-Redaktion zehn Tipps zusammengeschnürt: Romane, Krimis, Jugendbücher und ein Sachbuch.

Existenziell: "Samarkand, Samarkand" von Matthias Politycki

In die nahe Zukunft führt uns der neue Roman von . Im Jahr 2026 befindet sich die Welt im Kriegszustand. Die Machtblöcke, wie wir sie heute kennen, spielen keine Rolle mehr. Deutschland ist quasi von der Weltkarte verschwunden: Vom Westen sind heranstürmende muslimische Kämpfer ins Land eingedrungen, und der Osten des Landes ist von russischen Truppen erobert. Und weil die eingeborenen Deutschen allesamt verweichtlich sind, wird das Land einzig von der türkischstämmigen Bevölkerung, den Deutschländern, verteidigt.

Man muss seine Weltsicht von der angeblichen Schwäche des "weißen Mannes", die Politycki bereits 2005 in einem viel diskutierten Essay in der "Zeit" formuliert hat, nicht teilen, um "Samarkand, Samarkand" mit Gewinn zu lesen. Denn die Konstellation ist nur der Ausgangspunkt für eine abenteuerliche Geschichte. Der Gebirgsjäger Alexander Kaufner, der für den freien Westen arbeitet, macht sich von Hamburg aus auf ins ferne Samarkand. Denn die usbekische Stadt, an der Grenze zu Tadschikistan und Kirgisien gelegen, ist ein Brennpunkt, hier prallen die Kulturen und Religionen aufeinander. Und hier wird eine geheimnisvolle Kraftquelle vermutet, die Kaufner vernichten möchte: den Zahn des brutalen Mongolen-Herrschers Tamerlan. Um die Kultstätte zu finden, muss der Deutsche in die gewaltige Bergwelt Zentralasiens steigen.

Es ist eine Abenteuergeschichte, die Matthias Politycki hier erzählt. Er zeigt, wie dünn der Lack der Zivilisation ist, der uns umgibt. Und dass es jenseits unserer Wohlfühloasen von Latte Macchiato, Feuilleton und Fernsehabend eine Welt gibt, in der ganz andere Kräfte walten. In der es Bräuche und Fertigkeiten gibt, die zu kennen lebenswichtig sind - und die man nicht im Universitätsseminar erlernen kann. In "Samarkand, Samarkand" geht es um existenzielle Fragen. Es geht um das Leben. Ein wahrer Monolit unter all den lauwarmen Unterhaltungsromanen, die den Buchmarkt überschwemmen.

Carsten Heidböhmer, .de-Redakteur

Grob: "61 Stunden" von Lee Child

Nun, ja, die literarische Krimi-Welt ist ja sehr vielschichtig. Es gab sogar schon Romane über ermittelnde Schafe. Aber von derartigen Verirrungen wollen wir nicht reden. Hier geht es jetzt mal zurück zu den archaischen Wurzeln des Genres. Mann gegen Mann. Gut gegen Böse. Oder anders formuliert: Zack, da ist die Backe dick! Im Zentrum dieser Geschichte: ein Ermittler. Hart. Kompromisslos. Groß gewachsen. Kräftig. Sehr kräftig. Mit einem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Aber bevor Sie jetzt abwinken und "blödes Klischee" murmeln - nee, so einfach ist das nicht. Der Held, von dem wir hier reden, scheint zwar mit der Kettensäge gezimmert worden zu sein, aber die Romane, in denen er auftritt, sind perfekte und dabei nicht unintelligente Spannungsliteratur. Gut konstruiert und sehr unterhaltsam. Jack Reacher heißt der Held. sein Schöpfer. Der in Amerika lebende Brite hat sich mit Reachers Abenteuern eine weltweite Fangemeinde erschrieben.

Reacher, ein Ex-Militärpolizist, ist ein einsamer Wolf, der ohne Gepäck ziellos durch die USA reist und eigentlich seine Ruhe will. Aber, wie das nun mal so ist in Krimis - immer wieder gerät er mitten hinein in die haarsträubendsten Verbrechen. Die meisten würden weggucken, aber - wir erwähnten das schon - Jack Reacher nicht. Der mischt sich ein. Mit allen Konsequenzen. In seinem 14. Fall "61 Stunden" macht Reacher in South Dakota erst einmal nur ein Schneesturm zu schaffen. Der Bus, in dem er mitfährt, landet im Straßengraben. Es geht nicht weiter, und Reacher nimmt die Einladung eines Cops an, vorübergehend bei ihm zu wohnen. Im Haus seines Gastgebers erfährt er, dass die örtliche Polizei gerade mit großem Aufwand eine ältere Dame schützt, die Zeugin eines Drogendeals wurde. Aber schnell stellt sich heraus, dass jemand die einzige Zeugin beseitigen will. Jemand, der vor nichts zurück schreckt und absolut keine Angst vor der Polizei hat. Aber da ist ja noch Jack Reacher, die Ein-Mann-Armee auf Reisen ...

Schnell, hart, schnörkellos - Lee Child in Bestform. Nichts für den Pulitzer-Preis, aber idealer Stoff zum "Einfach-So-Wegsaugen".

Kester Schlenz, stern-Autor

Elegant: "Manhattan" von Don Winslow

Streng genommen ist dies keine : Denn bereits 1997 erschien dieses Buch unter dem Titel "Manhattan Blues" bei Piper. Das war aber noch vor dem großen Durchbruch des Autors. Und weil sich inzwischen herumgesprochen hat, dass Don Winslow der größte lebende Krimi-Autor ist, hat Suhrkamp das Werk in diesem Sommer als "Manhattan" noch einmal neu als Taschenbuch aufgelegt. Eine gute Entscheidung! Denn das Frühwerk des gebürtigen New Yorkers ist eine Entdeckung wert. Zwar hat er dort noch nicht zu seinem prägnanten, brutal-verknappten Stil gefunden und erzählt sogar recht konventionell - aber was er erzählt, ist packend und voller Atmosphäre.

Die Geschichte führt ins elegante New York der Jahres 1958. Im Mittelpunkt steht der ehemalige CIA-Mitarbeiter Walter Withers, der seiner Freundin wegen zurück in die USA zieht, einer politisch links stehenden Jazzsängerin. Withers heuert bei einer Privatdetektei an, und bekommt den Auftrag, am Weihnachtsabend als Personenschützer auf ein prominentes Paar aufzupassen: den US-Senator Keneally und seine hübsche Frau - unschwer als die Kennedys zu erkennen. Durch diesen Job gerät der Detektiv in eine undurchsichtiges Interessengestrüpp, in dem das FBI, die lokale Polizei, die Mafia und fremde Geheimdienste mitmischen.

Die Handlung ist packend, das größte Plus ist aber, wie kunstvoll Winslow das Manhattan der späten 50er Jahre wieder aufleben lässt. Er führt den Leser durch schäbige Trinkerkneipen, in denen Beat-Poeten ihre Kunst aufführen. Nimmt ihn mit in verrauchte Musik-Kneipen. Und lässt ihn auch in verruchte Schwulen-Clubs hereinspähen. Und immer hat man dabei den Jazz der 50er Jahre im Ohr. Ein Buch, das große Lust auf einen Martini und die Musik von John Coltrane macht.

Carsten Heidböhmer, stern.de-Redakteur

Global: "London NW" von Zadie Smith

Kaum jemand kommt seinen Figuren so nah wie die britische Autorin Zadie Smith ("Zähne zeigen", "Über die Schönheit"). Und nicht nur, dass sie selbst mitten in deren Gefühlszentrum zu sitzen scheint und von dort aus Menschen aufbaut, deren Geschichten sie erzählt: Sie nimmt den Leser einfach mit. So sitzt man da und traut sich kaum zu atmen, aus Angst, eine Regung, ein Seufzen, einen Gedanken zu verpassen. Das ist auch in "London NW" so, wenn Leah, Keisha/Natalie, Shar und Felix in ihren Koordinatensystemen trudeln. Es geht um nichts Geringeres als die eigene Identität und deren Formung durch Herkunft, durch den Ort der "Werdung", dessen Sprache und die Möglichkeit einer Wahl. Was sind Wurzeln? Was meint eigentlich Zugehörigkeit? Wie global ist die globalisierte Welt? Sind die Gedanken so frei wie der Handel?

Das Zentrum der Landkarte des Ichs ist Kilburn im titelgebenden Nordwesten, wo Londons größte irische Gemeinde lebt, aber auch viele afro-karibische Migranten. Die immer wieder zurückgelegten Wege sind zugleich Gedankengänge, Bewusstseinsströme und Entwicklungsrichtungen, was beim Lesen zu Beginn möglicherweise etwas verwirrt, aber sobald man drin ist, ist "London NW" ein wortwörtlich bewegendes Buch, das man nicht mehr aus der Hand legen mag.

Sophie Albers, stern.de-Redakteurin

Fantastisch: "F" von Daniel Kehlmann

Schlicht "F" heißt das neue Buch von Daniel Kehlmann. Wofür es steht, das bleibt offen. Der Autor legt aber eine Fülle von Fährten aus, denen der Leser folgen kann: F wie Familie. Fälschung. Finanzen. Fatum. Oder Friedland - so heißt die Familie, um die es hier geht. Das erste Kapitel erzählt, wie Arthur Friedland 1984 mit seinen drei Söhnen ins Varieté geht, dort hypnotisiert wird - und unmittelbar danach die Familie verlässt. Die weiteren Kapitel spielen 24 Jahre später. Sie erzählen aus einem Tag im Leben seiner Söhne, der drei Halbbrüder Martin, Erik und Iwan. Jedes Kapitel übernimmt die Perspektive eines Sohnes.

So stark nun die einzelnen Kapitel geraten sind, so wenig überzeugt das Buch als Ganzes. Es zerfällt in seine Einzelteile, die auch durch Kehlmanns angestrengte Konstruktion kein stimmiges Ganzes ergeben will. Bis zum Schluss wird nicht klar, worauf der Autor eigentlich hinaus will. Dass sich das Buch dennoch lohnt, hat einen einfachen Grund: Kehlmann versteht es, fantastische Geschichten zu erzählen. Etwa die Geschichte des Priesters, der gar nicht an Gott glaubt. Des Finanzanlegers, der schon längst alles verzockt hat und täglich damit rechnet, dass sein Kartenhaus zusammenfällt. Oder des Kunststudenten, der die Werke seines verstorbenen Mentors fälscht. Das Buch könnte denn auch "K" heißen: Es geht um die Trias Kunst, Kirche und Kapital, die die Gesellschaft zusammenhält. Für sich genommen sind es spritzige Erzählungen, voller netter Ideen, virtuos und witzig aufgeschrieben. Unterhaltungsliteratur mit einem gewissen Tiefgang. Nicht mehr. Aber auch nicht weniger.

Carsten Heidböhmer, stern.de-Redakteur

Perfekt: "Die Kunst des Feldspiels" von Chad Harbach

Henry ist ein zurückhaltender Junge - und ein riesiges Baseballtalent. Als der College-Spieler Mike ihn entdeckt und in seine Mannschaft holt, scheint sein größter Traum in Erfüllung zu gehen. Henry spielt ein überragendes Spiel nach dem anderen, Talentscouts kommen aus dem ganzen Land, um ihm beim Spielen zuzusehen. Doch plötzlich kann das Jahrhunderttalent nicht mehr werfen. Und das bringt nicht nur Henrys Leben gewaltig durcheinander.

Chad Harbach verwebt in seinem Debütroman geschickt die Schicksale verschiedener Personen miteinander. Wir siegen mit Henry, verlieben uns mit Rektor Affenlight und finden zusammen mit seiner Tochter Pella zurück zu unseren Wurzeln. Doch das große Thema des Buches bleibt das Scheitern. Damit scheint Chad Harbach Erfahrung zu haben: Zehn Jahre hat er angeblich an der Geschichte gearbeitet und unzählige Absagen erhalten, bis ein Verleger bereit war, seinen Roman zu veröffentlichen - der dann prompt die amerikanischen Bestsellerlisten eroberte.

Es ist ein Buch übers Zweifeln. Und übers Erwachsenwerden. Aber trotz all dieser großen Themen und der damit einhergehenden Tragik, macht das Lesen immer Spaß. Mit "Die Kunst des Feldspiels" ist Chad Harbach ein schlaues, ein witziges, ein spannendes, ein einfach rundum perfektes Buch gelungen.

Viktoria Meinholz, stern.de-Mitarbeiterin

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Süffig: "Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert" von Joël Dicker

Schon lange ist keinem Roman mehr eine derartiger Presserummel vorangegangen wie Joel Dickers "Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert". Eine "literarische Sensation" sollte es sein, Bestseller in Frankreich, dort mit dem renommierten Prix Goncourt des Lycéens ausgezeichnet. Kein Wunder, dass das Buch auch hierzulande schnell die Bestenliste eroberte. Und wer den 736-Seiten-Wälzer einmal zur Hand genommen hat, wird schnell verstehen, warum: Es ist ein unglaublich süffiges Buch, hat man einmal angefangen zu lesen, kann man es nur sehr schwer aus der Hand legen. Mit seinem zweiten Werk ist dem 28 Jahre alten Schweizer Autor gleich ein Erfolg gelungen, von dem andere Autoren ein Leben lang träumen. Wie hat er das geschafft?

Im Kern ist "Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert" ein Krimi: Im Jahr 1975 verschwindet in dem neuenglischen Städtchen Aurora ein 15-jähriges Mädchen. 33 Jahre später wird die Leiche im Garten des erfolgreichen Schrifstellers Harry Quebert gefunden. Ist er der Mörder? Und was geschah damals wirklich? Der junge Autor Marcus Goldmann möchte es herausfinden - und blickt dabei hinter die Fassaden der so beschaulichen Kleinstadt. So springt der Roman munter zwischen den Jahren 2008 und 1975 hin und zurück, und es entstehen neue Schichten. Der Leser folgt Goldmanns Rechercheprozess - und vor seinen Augen entsteht ein Buch-im-Buch. Nebenbei erfährt der Leser allerlei über den Literaturbetrieb, natürlich gibt es eine romantische Liebesgeschichte, und nebenbei werden die zumeist traurigen Schicksale allerlei Stadtbewohner erzählt. Kurzum: der Leser kriegt hier für sein Geld viel geboten. Und weil die Geschichte immer neue Wendungen nimmt, bleibt man bis zum Schluss gebannt am Ball.

Joel Dicker hat seinen Roman einfach clever geplottet und gezielt die Wünsche der Leser bedient - und so den Bestseller quasi am Reißbrett entworfen. Weil man sich bei der Lektüre bestens amüsiert, gibt es auch keinen Grund zum meckern. Es muss ja nicht immer große Literatur sein.

Carsten Heidböhmer, stern.de-Redakteur

Blutig: "Harter Schnitt" von Karin Slaughter

Faith Mitchell macht sich Sorgen. Ihre Mutter Evelyn geht nicht ans Telefon. Dabei tut sie nichts, ohne vorher jemandem Bescheid zu sagen. Faith ahnt, dass etwas passiert sein muss. Karin Slaughter braucht nur wenige Seiten und hat den Leser am Haken - mit einer gekonnten Mischung aus Blut, Tempo und Spannung. "Harter Schnitt" gehört zur sogenannten Atlanta-Reihe, die zwei Charaktere aus den anderen Thriller-Folgen zusammenbringt: Faith' GBI-Kollege Will Trent (Slaughters persönlicher Liebling, ein kluger Kombinierer mit Lese-Rechtschreib-Schwäche) und die Rechtsmedizinerin Sara Linton.

"Harter Schnitt" arbeitet die Historie der vorausgegangenen Thriller auf. Es wirft einen Blick in die harte Kindheit von Will und seiner Frau Angie. Und es beschreibt die Zeit um Faith' erste Schwangerschaft, als sie erst 14 war. In diese Szenen steckt Slaughter viel Liebe zum Detail. Stiefmütterlich behandelt wird dagegen der Täter. Sein Profil bleibt eigenartig seelenlos. Slaughter hätte seinen Rachegelüsten etwas mehr psychologisches Leben einhauchen dürfen. Die Seiten, die es dazu gebraucht hätte, ließen sich an manch anderer Stelle durchaus einsparen. Nichtsdestotrotz: "Harter Schnitt" ist ein echter Pageturner, der sich zu lesen lohnt.

Susanne Baller, stern.de-Redakteurin

Wissenswert: "Gauck. Eine Biografie" von Mario Frank

Wer ist unser Bundespräsident? Und vor allem - wie? Mario Frank vermittelt tiefe Einblicke - und unterhält seinen Leser, weil er viele süffige Anekdoten erzählt. Sein Buch ist zweifellos die bislang beste Biografie über Joachim Gauck.

Dessen Leben ist wissenswert, schon deshalb, weil es zur Zeitgeschichte geronnen ist. Gauck war Pastor in der DDR, nach der Wende Chef der Stasi-Unterlagenbehörde, heute ist er Bundespräsident. Diese Karriere sei ihm nicht "in die Wiege gelegt" worden, bekannte Gauck einmal. Richtig ist auch: Eigensinn und Eitelkeit haben seinen Aufstieg nicht nur einmal gefährdet. Ein wichtiger Satz des Buches lautet: "Das Bad in der Menge bedeutet ihm mehr als die Möglichkeit, unerkannt in ein Restaurant zu kommen."

Frank beleuchtet auch Gaucks etwas chaotisches Privatleben. Von seiner ersten Frau, mit der er vier Kinder hat, ist er bis heute nicht geschieden. Eine spätere Lebensgefährtin arbeitet ihm im Bundespräsidialamt zu. Zugleich absolviert er mit seiner neuen "First Lady" Daniela Schadt offizielle Termine. Keine Frage: Gauck hat einen starken Hang zu Frauen - und macht keinen Hehl daraus.

Formal bemerkenswert ist, dass Gauck das Manuskript vorlag. So konnte er einzelne Passagen kommentieren. Über das Gerücht, er sei homosexuell, schreibt Gauck beispielsweise, er habe darüber herzlich gelacht. Zugleich wusste er, dass es Teil einer Kampagne war, ihn auf dem Chefsessel der Stasi-Unterlagenbehörde abzulösen.

Ist der Präsident nun amtsmüde, wie es zuletzt so oft hieß? Das lässt sich dem Text nicht entnehmen. "Ich gehe davon aus. dass er sein Amt würdevoll zu Ende bringen wird", sagt der Autor zu stern.de.

Hans Peter Schütz, stern.de-Autor

Zum Schreien: die "Mr. Gum"-Reihe von Andy Stanton

"Nun mach schon Polly!, schienen die Fischotter mit ihren weisen, schnurrbärtigen Gesichtern zu nicken.
Du kannst es schaffen, du neun Jahre alte Rekordsprinterin!, schienen die Spechte hoch oben auf den Wipfeln zu hämmern.
Uns ist es eher egal, wie die Sache ausgeht, summten die Wespen. Wenn überhaupt, sind wir wahrscheinlich für Mr. Gum, um ehrlich zu sein.
Und das beweist ein für alle Mal, dass Wespen die wahren Halunken im Insektenreich sind."

Ein alter, verwahrloster Mann jagt (vergeblich) ein naives Mädchen. Das ist Lebensaufgabe und Schicksal von Mr. Gum, dem titelgebenden (Anti-)Helden der Kinderbuchreihe des preisgekrönten Londoner Autors Andy Stanton. Mr. Gum ist durch und durch böse, hasst die ganze Welt und treibt übelste Spiele mit den eigentlichen Hauptfiguren Polly, dem Mädchen, und ihrem Freund Björn Schneider, einem Schulrektor aus Lebkuchen mit elektrischen Muskeln.

Zugegeben: Der absurde, zwischen Holzhammer und Feingeist wechselnde Witz und die vollkommen hanebüchenen Handlungen der "Mr. Gum"-Reihe sind nicht jedermanns Geschmack. Aber wer englischen und/oder Monty-Python-Humor mag und die wunderbare Übersetzungskunst von Harry Rowohlt schätzt, wird bei der Lektüre genauso in hysterisches Lachen ausbrechen, wie die Kleinen, denen man die Bücher unbedingt vorlesen sollte.

Auf Deutsch sind bislang sieben Bände erschienen. Der achte Band, "Mr. Gum und das geheime Geheimversteck" kommt im April nächsten Jahres heraus.

Niels Kruse, stern.de-Redakteur

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