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6. Mai 2002, 10:20 Uhr

Späte Versöhnung mit einem Weltstar

Unvergessen bis heute: Marlene Dietrich© dpa

Sie wird geliebt, verehrt und nachgeahmt - bis heute ist Marlene Dietrich unvergessen. Auch zehn Jahre nach ihrem Tod gilt die glamouröse Diva als einziger deutscher Weltstar. Die gebürtige Berlinerin war stets mehr als eine gefeierte Schauspielerin. Sie war ein Star, ein Stern am Himmel der Showbranche, wie es ihn heute kaum mehr gibt. Im Alter von 90 Jahren starb »die Dietrich« am 6. Mai 1992 in ihrer Pariser Wohnung, wo sie die letzten 16 Jahre einsam und zurückgezogen von der Welt gelebt hatte.

Das Verhältnis der Deutschen zu dem 1930 in die USA ausgewanderten Star war lange Zeit schwierig. Als »Vaterlandsverräterin« wurde die entschiedene Nazi-Gegnerin beschimpft und als eine, die an der Seite der Amerikaner gegen ihr eigenes Vaterland gekämpft habe. Auch mit ihrem ausdrücklichen Wunsch, in ihrer Heimatstadt Berlin beerdigt zu werden, waren viele Deutsche noch nicht endgültig versöhnt. Erst 1997 wurde ein Platz im neuen Potsdamer-Platz-Viertel nach Marlene benannt. Als späte Geste der Aussöhnung wird Marlene Dietrich von der Stadt Berlin nun am 16. Mai, dem Tag ihrer Beerdigung vor zehn Jahren, posthum die Ehrenbürgerwürde verliehen.

Ein Star für Liebe und Hass

»Das war Hassliebe«, sagte Marlene einmal. »Die liebten mich, und die hassten mich.« Solche starken Gefühle erregen die heutigen Stars bei Kinozuschauern und Fans kaum noch. Zu schnell wechseln die Moden, Vorlieben und auch das Programm in den Kinos. »Als Star muss man mehr sein als eine gute Schauspielerin«, sagt der Direktor des Berliner Filmmuseums, Hans Helmut Prinzler. »Es sind ganz irrationale Gründe, die einen Star ausmachen: Auftreten, Körpersprache, Ausstrahlung.« Der Filmexperte betont: »Stars müssen sich selbst inszenieren.« Und: »Es gehört auch Kopf und Intelligenz dazu, nicht nur Körper.«

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