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Der österreichische Schriftsteller Josef Winkler erhält in diesem Jahr den renommierten Georg-Büchner-Preis. Seit 1951 wird der mit 40.000 Euro dotierte Preis vergeben. Die Jury lobte Winklers Bücher, deren "obsessive Dringlichkeit einzigartig" sei.
Sie ist 37, Mutter zweier Kinder und lebt in Berlin: Julia Franck heißt der neue Star am deutschen Literaturhimmel. Die Autorin wurde für ihr Werk "Die Mittagsfrau" mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet. Der Preis ist mit 25.000 Euro dotiert.
Oder: Einmal eine sentimentale Zeitreise und retour. Worum es heute geht: Ein Zuhause (ehemalig), ein Sofa (grau), eine Musik (Electro Jazz), Hamburg (kalt), New York City (warm), Kinder (kreuz und quer), Bumix (lecker), eine zweite Musik (eine dritte Stadt), Papi (Bett, nicht Sofa), Mosebach (was davor geschah). Was ist das für ein Gefühl, wenn man für einige Tage in das ehemalige Zuhause zurückkehrt? Die Mama von Alexander und Marie ist in der Stadt, in der sie und der getrennte Papi vor knapp elf Jahren geheiratet haben, genauer gesagt, in dessen berühmtestem Stadtteil, Manhattan. Der Blick über den Central Park aus dem 32. Stockwerk eines Hotels, das es nicht mehr gibt (sic), an einem Tag im Indian Summer, der perfekter kaum hätte sein können, ist noch gewärtig als sei's nicht vor über einem Jahrzehnt gewesen, die Friedensrichterin verspätet sich ein wenig, die Boathouse-Reservierung für den Abend steht, Familie und Freunde wähnen sich so glücklich wie die Zwei, um die sich die Welt in diesem Moment dreht. Oder drehen sich die Zwei um die Welt? Und um den Mond gleich mit? Eine Vergangenheit, die nun wie eine (kleine?, mittlere?, große?, verdammt lang große?) Ewigkeit daherstolziert, ohne nach hinten zu schauen, nur nach Innen und die Wehmut überwindend. Eine Vergangenheit, die vergraben ist, irgendwo, die Stelle wird keineswegs mehr zu finden sein im Dickicht der Gefühle, die sich immer unschärfer einstellen, weil sie verblassen, ja, ausfasern müssen. Es ist, wie es ist. So wie dieses graue Sofa, auf dem der getrennte Papi diesmal den Blog schreibt, ein Hochzeitsgeschenk von Freunden, das in New York gekauft wurde, fünf Zentimeter zu viel geraten war, partout nicht durch die Tür des Apartments 304 in 250 Mercer Street (Blick auf die Twin Towers), passen wollte und das, tatsächlich, nochmals gefertigt wurde, fünf Zentimeter kleiner, durch die Tür des Apartments passte und nach diversen anderen Standorten in Hamburg zu stehen kam und beim Auszug des getrennten Papi zurückgelassen wurde, weil der es nicht über das Herz brachte, es mitzunehmen, gehörte es doch nun einer Vergangenheit an, die keine gemeinsame Zukunft mehr kennt. Es ist wie es ist. Im Hintergrund läuft "Espace Baroque" von Frédéric Galliano, Electro Jazz aus jener Zeit als die Liebe noch ein wunderbares Vakuum war, in das nur zwei Menschen hineinpassten, die neugierig die Welt draußen beäugten und sich wunderten, warum nicht auch alle, alle, alle anderen Menschen genauso glückstrunken waren wie sie selbst und die Zeit, bitte/bitte/bitte still stehen sollte. Weil es eben war wie es war und immer währen musste, natürlich, keine Frage, die Antwort fiel nur positiv aus, keine Frage. Und wie's der getrennte Papi so aufschreibt, nimmt er sich eine Decke, die auf dem grauen Sofa liegt, draußen ist es kalt geworden, der Sommer ist vorbei und in Hamburg hat es keinen Indian Summer, während es in Manhattan noch hochsommerlich ist, let's groove tonight, der Teergeruch wabert durch die Stadt, es hat nur ein wenig geregnet und der Straßenbelag dampft vor sich hin und er riecht , we can boogie, als habe Helmut Lang den Teer neu erfunden, dance, dance, dance. Ruhig ist es geworden, Alexander und Marie und ihre beste Freundin Stella (zu Besuch) schlafen ihren Schlaf der Unschuld, alle waren ganz lieb als hätten sie geahnt, dass der getrennte Papi einen langen Abschied vor sich habe und sich dafür etwas sammeln müsse, um sich für Emotionen zu wappnen, die ihn sonst einholen, um ihn unweigerlich zu umhüllen wie ein Kokon, der die Raupe einschläfert, ehe sie verschlungen wird von der Wirklichkeit. Wollten auch nur ein Bumix zum Nachtisch, während der getrennte Papi mit dem blöde leckeren Zeug seinen Zuckerspiegel ziemlich überhöht. Es ist wies es ist. Der Blick fällt auf ein Kissen, darauf genietet Love und dann doch lieber noch einige Bumixe reingetan, der Sinn des Lebens ist manchmal Haribo. Vielleicht auch besser einen zweiten grünen Tee gemacht, der dampft die Kühle der vergangenen und der gegenwärtigen Gefühle fort und löst sie einfach in Wasserdampf auf, der unsichtbare Pirouetten dreht, dreht und dreht bis einem ganz und gar schwindlig ist und man sich an die Schläfen fasst, um sie ein wenig mit den Fingerspitzen zu massieren, aber eigentlich ist das Schwindelgefühl ein nette Angelegenheit.  Wie ein Spaziergang durch den Central Park und Du machst eine Pause an dem Brunnen Angel of the Waters Fountain, hälst die Hände kurz ins Wasser und der Puls wird gekühlt, nice try, im Kopf spielt Keith Jarrett sein Köln Concert wieder und wieder, wieder diese schöne Schwindel, der durch das Vakuum schneidet. Es ist wie es ist, dem Abschied gehört die Zukunft, es gibt kein Zurück in die Vergangenheit, sind doch hier nicht in einem Happy End, lediglich in einem Ende, das eben einen Anfang, eine Mitte und einen Schluss hat, der es in sich hat, weil es ein langer Abschied ist. Kiss, another one, honey. Der getrennte Papi schickt ihn über den kleinen See vor dem Boathouse und er fliegt auf die Strawberry Fields, da lässt er sich nieder, ein guter Platz für einen Kuss, der bleiben soll, gefiele John Lennon und Yoko sowieso. Es war wie es war und es wird nie wieder so werden, vielleicht schlafe ich heute ein sentimental-letztes Mal auf diesem grauen Sofa? Aber dann würde mich Alexander vergebens suchen, wenn er des Nachts rüberkommt, also lieber ins Bett im Schlafzimmer oben -  als Gast. Auf dem Boden wartet bereits ungeduldig Martin Mosebach's Was davor geschah (ein Eheroman, tatsächlich): "Da war es, als griffen überirdische Hände nach den Schnüren, die aus einem Herzensknoten heraushingen, und zögen sanft daran...". Noch ein Horchen in die Zimmer der Kinder, mucksmäuschenstill wie das Haus, die Straße, die Stadt, das Land, die Welt liegen die Mädchen kreuz und quer als seien sie mit in einem aufregenden Gespräch eingeschlummert, während der Junge, ein Bein hängt über der Decke, wie immer, das schmale Stöckchen aus dem Park wie einen Schatz in seinen Händen umklammert hütet. Sie träumen jedenfalls keinen langen Abschied, es ist wie es ist. Vor dem Einschlafen noch ein verhangener, vergangener, vergessener Blick zurück und der Herzensknoten fällt, wie bei Mosebach, auseinander. Aber dazu mehr alsbald vom getrennten Papi...
"Die Habenichtse" bekam 2006 den Deutschen Buchpreis. In diesem Jahr treten unter anderem "Böse Schafe" gegen "Die Mittagsfrau". Die Jury des Deutschen Buchpreises hat aus einer Liste von über 100 Büchern sechs Romane für den Buchpreis nominiert.
Liebe, Familie, Freundschaft - vor allem darum geht es in den Romanen in diesem Herbst. Dabei setzt sich der Trend fort, diese persönlichen Themen in einen gesellschaftspolitischen Rahmen zu stellen.
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