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"Man hat das Recht, ein islamfeindliches Buch zu schreiben!"

2022 regiert ein muslimischer Präsident Frankreich - so das Szenario des Romans "Unterwerfung". Für den Autor Michel Houellebecq ist das keineswegs islamophob.

Der französische Schriftsteller Michel Houellebecq, 56, hat bei seinem ersten öffentlichen Auftritt nach den Terroranschlägen von Paris in Köln seinen Roman verteidigt. Seit dem Erscheinen von "Unterwerfung" vor zwei Wochen und den Anschlägen auf die Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" müsse er zwei Dinge in einer Endlosschleife erklären, sagte Houellebecq: "Erstens, dass mein Buch kein islamfeindliches Buch ist, und zweitens, dass man das Recht dazu hat, ein solches Buch zu schreiben." Wie die "Frankfurter Allgemeine" schreibt, bereue er fast, dass sein Werk nicht islamophob sei. Die Botschaft wäre nun eindeutiger gewesen.

Sein Roman spielt im Jahr 2022 in Frankreich. Der Autor kritisiert darin sowohl die Demokratiemüdigkeit, den Egoismus und den Opportunismus des Establishments als auch die Islamisten, die in diese Lücke stoßen.

Der Auftritt Houellebecqs in Köln war schon seit Dezember ausgebucht. Die Polizei hatte nach eigenen Angaben "angemessene Sicherheitsvorkehrungen" ergriffen, wollte aber keine Einzelheiten nennen. Vor dem Gelände waren nur einzelne Polizisten zu sehen.

"Die Franzosen wollen Meinungsfreiheit"

Der Roman, dessen deutsche Übersetzung vor knapp einer Woche erschienen war, schildert, wie bei der französischen Präsidentschaftswahl 2022 Marine Le Pen, die Kandidatin der rechtsextremen Front National (FN), im ersten Durchgang gewinnt. Um ihren Sieg bei der Stichwahl zu verhindern, unterstützen Sozialisten und Konservative einen gemäßigten muslimischen Kandidaten, der dann auch tatsächlich an die Macht kommt.

Der Roman war am 7. Januar in Frankreich erschienen. Am selben Tag hatten zwei islamistische Attentäter in der Redaktion von "Charlie Hebdo" in Paris zwölf Menschen ermordet. Das Satireblatt hatte eine Karikatur über den Autor auf der Titelseite.

Nach den Terroranschlägen hätten ihm die Demonstrationen Eines klar gezeigt, sagte Houellebecq in Köln: "Dass die Franzosen sich etwas ganz Einfaches wünschen - und zwar Meinungsfreiheit." Auf die Frage, ob er mit seinem Buch der rechtsextremen FN nütze, sagte er: "Erst einmal ist mir das egal. Und es hat noch nie jemand seine politische Meinung geändert, weil er ein Buch gelesen hat."

ivi/AFP/DPA/DPA

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