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Auf der Suche nach dem "Unwort des Jahres" ist eine Jury auf allerhand sprachliche Missgriffe und verbale Entgleisung gestoßen. Schröders "Mitnahme-Mentalität" ist einer der großen Anwärter auf den Titel.
Bundeskanzler Schröder hat mit Äußerungen über eine angebliche Mitnahme-Haltung vieler Deutscher für Aufregung gesorgt. Während einige Kritiker das für Volksbeschimpfung halten, finden andere diese Sicht "völlig zutreffend" - auch aus der SPD.
Schattenwirtschaft, Steuerhinterziehung und Sozialbetrug würden die öffentlichen Haushalte extrem belasten, so Bundesfinanzminister Hans Eichel. Mit mehr Ehrlichkeit könnte Deutschland auf neue Steuern und Schulden verzichten.
Viele Deutsche neigen laut Schröder dazu, staatliche Sozialleistungen mitzunehmen, wo man sie kriegen kann. Diese Haltung kann "sich auf Dauer kein Sozialstaat leisten, ohne daran zu Grunde zu gehen".
Kanzler Schröder hatte die "Mitnahme-Mentalität" der Deutschen beklagt, jetzt stößt NRW-Ministerpräsident Peer Steinbrück ins selbe Horn: Ziel seiner Kritik sind "die Reichen", die abkassierten, obwohl sie es nicht nötig hätten.
Luxus-Bushäuschen, Trips nach Barcelona, hitzefrei für Beamte - der Bund der Steuerzahler prangert in dieser Woche wieder öffentliche Verschwendung und Fehlplanung in 110 Fällen an.
Als früherer Mittelstürmer, Spitzname "Acker", kennt sich Gerhard Schröder mit Halbzeiten aus. Eine Reformpause will sich der Kanzler zwei Jahre nach seiner Wiederwahl aber nicht erlauben. Mit "aufgekrempelten Ärmeln" will er auch das Spiel 2006 gewinnen.
Trotz eines hohen Einkommens zusätzliche staatliche Leitungen zu beziehen, sei für viele kein Problem. Bundeskanzler Gerhard Schröder hat die weit verbreitete Mitnahme-Mentalität in Deutschland angeprangert.
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