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Im Roten Meer ist die ägyptische Fähre "Al Salam Boccaccio 98" mit mindestens 1300 Passagieren an Bord gesunken. Trotz fieberhafter Suche fehlt von dem Schiffswrack noch immer jede Spur. Bisher wurden Dutzende Leichen geborgen, aber auch einige Überlebende.
Ungewöhnliches Sprachgefühl und eine vertrackte Fantasie zeigt der Journalist Marc Fischer in seinem Debütroman.
Lange hatte der Libanon einen schlechten Ruf. Doch allmählich wandelt sich das Bild. „Libanon? Tut uns leid, wir berichten nicht über Krisengebiete“, wurde mir noch vor wenigen Wochen vom Bordmagazin einer großen internationalen Fluggesellschaft beschieden (welche in dieses „Krisengebiet“ gleichwohl jeden Tag Flüge anbietet). „Libanon? Mit eurem kleinen Jungen? Seid ihr wahnsinnig?“, bekamen Freunde von mir zu hören, die mich mit ihrem zweijährigen Sohn besuchten. Und einen wunderbaren Urlaub in den libanesischen Bergen und an den Stränden hatten. „Libanon? Na, ihr traut euch was“, kommentierten die Freunde meiner Eltern, als diese erzählten, sie führen mich besuchen. In Deutschland hat Libanon noch immer einen schlechten Ruf. Sind deutsche Reisende besonders vorsichtig? Eigentlich gelten wir doch als extra reiselustig - und nicht gerade als abenteuerscheu. Im Libanon wären deutsche Urlauber nicht einmal Pioniere. Andere Nationen haben das kleine Land am Mittelmeer, das auf der Größe Hessens eine Vielfalt bietet, für die man sonst viele tausend Kilometer zurücklegen muß, längst (wieder) als Reiseziel entdeckt. Im ersten Halbjahr 2009 kamen 46 Prozent mehr Besucher in den Libanon als im gleichen Zeitraum 2008, wie die Welttourismusbehörde (UNWTO), eine Unterbehörde der Vereinten Nationen, errechnet hat. Damit verzeichnete Libanon von allen 165 von der UNWTO untersuchten Ländern den größten Zuwachs. Allein im Juli 2009 kamen nach Angaben des libanesischen Tourismusministeriums eine Million Touristen in den Libanon, der selbst nur vier Millionen Einwohner hat! 2,7 Millionen Passagiere landeten zwischen Januar und Juni 2009 auf dem Beiruter Flughafen - der nur einen Katzensprung von Beirut entfernt ist; je nach Verkehr brauche ich von meiner Wohnung mitten in der Stadt bis zum Abflugterminal zwischen zehn und zwanzig Minuten. Allmählich aber scheinen auch deutsche Reiseveranstalter die kulturreiche Sonnendestination Libanon (mehr als 300 Sonnentage im Jahr) zu entdecken. So bietet der Veranstalter Studiosus nach einer längeren Pause zum ersten Mal wieder Touren in den Libanon an, vorerst vor allem noch als Ausflüge in Kombination mit Syrienreisen. Ein umfassendes Libanonprogramm hat der deutsche Reiseveranstalter FTI zu Jahresbeginn aufgelegt. Beirut, Baalbek, Sidon, Tyr, Jeita, Byblos, alle Höhepunkte sind dabei. Durch meine Jahre im Irak bin ich daran gewöhnt, dass Leute mich für verrückt halten. Umso mehr wird es mich freuen, wenn nicht mehr jeder Freund, jede Freundin, die einen Besuch bei mir planen, von allen anderen für verrückt erklärt werden. Und Libanon hat es wirklich verdient, als das wahrgenommen zu werden, was es jenseits aller politischen Komplikationen auch ist: ein aufstrebendes, vielseitiges, gastfreundliches und wunderschönes Reiseland.
Wie sich Menschen verschiedener Kulturen und Religionen das Jenseits vorstellen • Gipfel-Marathon: Obama umarmt Europa • Reise-Journal: Heiß geliebtes Mittelmeer
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