Er ist der Superstar der Streetart-Szene. Graffiti-Künstler Banksy verweigert sich dem Kunstbetrieb und macht die Straße zur Leinwand. Ein neuer Bildband setzt seiner Schablonenkunst ein Denkmal.
Nein, nein, Graffiti sind natürlich illegal. Auch die Ratte, die Banksy 2011 auf eine abgeblätterte Londoner Wand gesprayt hat. Die Bissigkeit der Sätze, mit denen der britische Straßenkünstler Mauern, Schilder, Bürgersteige und Straßen verziert, erschließt sich oft erst beim zweiten Lesen. "Es wäre keine Straßenkunst, wenn es nicht illegal wäre", kommentiert lakonisch der Autor des Buches mit dem sperrigen Titel "Banksy, you are an acceptable level of threat and if you were not you would know about it" (Banksy, du bist eine Bedrohung akzeptablen Ausmaßes, und wenn du es nicht wärst, wüßtest du davon).
Über Banksy sind schon viele Bücher erschienen, und seine Kunst lässt sich auf Poster, T-Shirt oder Leinwand gedruckt seitenweise bei Amazon bestellen, obwohl er selbst sie auf seiner Website zur freien Verwendung zur Verfügung stellt. Nun ist ein weiterer Bildband entstanden, der das Phänomen des weiterhin anonymen Banksy erklären soll. Er zeigt Fotografien seiner Arbeiten von den späten 1990er Jahren bis Ende 2011.
"Ganz ohne die Hilfe des Künstlers oder gar die der Besitzer der bemalten Wände", rühmt sich Carpet Bombing Culture, das beste Buch über Banksy herausgebracht zu haben. "Dieses muss man kaufen, alle anderen sind s***", heißt es großspurig im Vorwort. Geflissentlich ignorierend, dass der Verlag einige der Vorgänger selbst gedruckt hat. Aber dieser Band hat den schnodderigen Zungenschlag von Banksy - und den lieben seine Fans.