5. Januar 2011, 14:44 Uhr

Martin Suter schickt Krimi-Held in Serie

Martin Suter hat zwei neue Helden geschaffen: Johann Friedrich von Allmen und sein Faktotum Carlos. "Allmen und die Libellen" bildet den Auftakt zu einer neuen Krimireihe. Der Roman ist subtil - und ein bisschen altmodisch.

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Martin Suter ist unter die Krimiautoren gegangen©

Charmant, gebildet, weltmännisch und überaus großzügig, ja verschwenderisch - das ist Johann Friedrich von Allmen. Sein Problem: Er hat leider gar kein Geld. Längst hat der Schweizer Lebemann das nicht unbeträchtliche Vermögen seines Vaters durchgebracht. Doch Allmen lebt gern auf großem Fuß. Und so muss der findige Müßiggänger andere Wege suchen, um seinen aufwendigen Lebensstil zu finanzieren. Da kommen ihm die fünf Libellen gerade recht.

Was es damit auf sich hat, erfährt der Leser im neuen Martin-Suter-Roman "Allmen und die Libellen", der den Auftakt einer neuen Krimireihe des Schweizer Schriftstellers bilden soll. Betrug, Diebstahl und Mord sind inbegriffen. Aber statt blutiger Horrorszenarien serviert Suter vergnügliche, subtile und ein wenig altmodische Krimikost, die Appetit auf mehr macht.

Bevor die Libellen - wunderschöne und wertvolle Jugendstil-Glasschalen - Allmens Weg kreuzen, vergeht jedoch noch eine Weile. Bis dahin führt Suter in die bislang bewährten "Unternehmenspraktiken" seines neuen Helden ein, dessen umfangreiche Bildung und Gewandtheit dabei durchaus hilfreich sind. Ebenso wie die diskreten Geschäftsbeziehungen zum Antiquitätenhändler Tanner.

Neues Ermittlerduo

Doch leider reichen diese Einkünfte nicht aus, um einen grobschlächtigen Gläubiger zufriedenzustellen. Wie es scheint, schreckt dieser vor nichts zurück. Allmen bekommt echte Schwierigkeiten, aber auch Hilfe - von seinem Butler Carlos und dem Zufall. Letzterer will es, dass Allmen auf die merkwürdige Jojo trifft - eine ebenso reiche wie lebenshungrige Frau, in deren Haus sich die Libellen befinden.

Was dann geschieht, lässt den bis dahin ziemlich gemächlichen Rhythmus der Handlung in einen leichten Galopp verfallen. Nun gut, der Herzschlag setzt nicht gerade aus, denn man ahnt ja längst, welchen Verlauf das Ganze nehmen wird. Aber es ist doch genügend Tempo und Spannung drin, dass man das Buch bis zum Ende nicht zur Seite legen mag - vor allem, weil es Spaß macht. Da ist es auch nebensächlich, wenn die Logik etwas auf der Strecke bleibt. Vor allem aber ist es die Geburtsstunde eines neuen Ermittlerduos: Allmen und Carlos, die sich hier im ersten Band warmlaufen.

Buchtipp:

Buchtipp: Martin Suter: Allmen und die Libellen
Diogenes Verlag, Zürich
195 Seiten, 18,90 Euro

Frauke Kaberka/DPA
 
 
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