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4. April 2009, 08:33 Uhr
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Deutschlands neuer Posterboy

Doktor Sommer, 231 "coole Handysticker" und ein Poster vom US-Präsidenten Barack Obama. Erstmals ist ein Politiker als Poster in der Jugendzeitschrift "Bravo". Chefredakteur Tom Junkersdorf sagt stern.de, warum er Obama für einen echten Popstar hält und warum keiner der deutschen Politiker so ein Poster verdient. Von Sophie Albers

Barack Obama, "Bravo", als "Bravo"-Poster, US-Präsident, das erste Mal

"Niemals wird es ein deutscher Politiker auf ein 'Bravo'-Poster schaffen"© Bravo/ Bauer Verlag

Wenn am Mittwoch deutsche Teenager zum Wochenmagazin "Bravo" greifen, werden sie nicht nur den guten alten Doktor Sommer, das Neueste über Miley Cyrus und "231 coole Handysticker" finden, sondern auch den frisch gewählten 44. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, Barack Obama, zum Herausnehmen. Denn: Erstmals in ihrer 52-jährigen Geschichte widmet die Jugendzeitschrift einem Politiker eines ihrer Poster.

Wird der Mann, auf dem sich derzeit die Hoffnung eines Großteils der Welt vereinigt, also demnächst neben Tokio Hotel und Rihanna an Kinder- und Jugendzimmerwänden hängen? Wird er es sogar schaffen, den Teufelskreis der immer wieder beklagten Politikverdrossenheit der deutschen Jugend zu durchbrechen? Oder ist das einfach nur das Bild einer coolen Ikone, deren Inhalt aber niemanden so richtig interessiert? Fragen, die am besten "Bravo"-Chefredakteur Tom Junkersdorf beantworten kann.

Glauben Sie wirklich, dass "Bravo"-Leser sich Obama neben Rihanna an die Wand hängen werden?

Absolut. Der Mann ist Kult, und das ist ein Kultposter. Das wird in vielen Jugendzimmern hängen, aber auch in Schulen.

Schulen kann ich mir eher vorstellen.

Unterschätzen Sie die Jugendlichen nicht. Gerade Jugendliche merken, ob sich ein Politiker wirklich für seine Themen interessiert. Der Mann ist einfach cool. Mit ihm hat die Welt einen neuen Megastar. Er hat absoluten Popstar-Status. Er ist vor allem auch der Star der Stars. Von Kate Perry bis Kanye West freuen sich alle über seine Wahl. Und "Bravo" ist schließlich am Ende auch ein Star-Magazin.

Gab es Anfragen von Lesern?

In der Tat gab es Briefe dazu. "Macht doch mal was zu Obama, macht doch mal ein Poster." Das hat uns auch gewundert.

Daher kam die Idee?

Nein, die wurde aus den Bildern der Begeisterung geboren. Obama ist ein Jahrhunderttyp, der die Menschen bewegt wie sonst keiner. Und er ist cool: ein Mann, der zwischen den Wahlkampfveranstaltungen Basketball spielt, der in Chucks, mit Baseballcap und Sonnenbrille rumläuft und einen iPod in der Hand hält.

Apropos Musik, auch damit hat Obamas Erfolg zu tun. Er wurde von vielen HipHoppern unterstützt.

Er sieht ja selbst aus wie ein HipHopper. Man spürt einfach, da ist jemand, der für Wandel steht. Und dann dieser Slogan: "Yes we can". Das kennt jedes Kind aus "Bob der Baumeister": "Can we fix it? Yes we can!" ["Können wir es reparieren? Ja, das können wir!", Red.] Das erreicht natürlich junge Leute. Das verstehen die eher als: "Wir brauchen einen neuen Gesundheitspakt."

Mir ist aufgefallen, dass die "Bravo" sich mittlerweile auch politischen Themen widmet. Es geht um Integration und Arbeitslosigkeit. Ist das eine neue Richtung? Sehen Sie sich in einer neuen Verantwortung?

Das machen wir seit drei Jahren. Damals haben wir mit der Sparte "Real Life" angefangen, denn bei den Jugendlichen geht es nicht nur um Spaß! Wir sehen uns als Anwalt der Generation Schule. Deshalb gab es die Kampagne "Schau nicht weg" gegen Gewalt an Schulen, oder auch die "Job-Attacke", weil Jugendliche immer schwieriger Jobs finden.

Barack Obama, "Bravo", als "Bravo"-Poster, US-Präsident, das erste Mal

Obama auf dem Cover und als Poster© Bravo/ Bauer Verlag

Und von der Politik zu wenig kommt?

Deutsche Politiker machen keine Politik für Jugendliche. Wenn, dann so was wie Roland Koch, der Hetzkampagnen startet - "Sperrt sie alle weg". Jugendliche haben großes politisches Interesse. Den Klimawandel zum Beispiel. In die Kerbe trifft wiederum Barack Obama, und sie denken dann: "Vielleicht passiert da mal was." Obama lebt die Wahrhaftigkeit vor. Deutsche Politiker sitzen jahrelang rum, und wenn der Letzte weggemobbt ist, heißen sie Angela Merkel und sind Bundeskanzlerin. Obama hat es in 21 Monaten vom Nobody zum Weltstar geschafft. Das vermittelt er auch den Jugendlichen: Du kannst alles schaffen, wenn du nur willst. Der amerikanische Traum.

Ist die Klage über die Politikverdrossenheit der deutschen Jugend also Unsinn?

Ich würde eher sagen, die deutsche Politik ist jugendverdrossen. Die interessiert sich nur für die Wählerschaft, und die wird ja immer älter.

Können Sie sich einen deutschen Politiker auf einem "Bravo"-Poster vorstellen?

Niemals wird es ein deutscher Politiker auf ein "Bravo"-Poster schaffen. Das haben sie nicht verdient.

Obama-Starschnitt Damit der "Change" auch in ihrem Büro ankommt, bietet die FTD den "Obama Starschnitt" zum Runterladen

Von Sophie Albers
KOMMENTARE (10 von 26)
 
islaender (13.11.2008, 09:34 Uhr)
Die Überschrift Poster "BOY"
finde ich im zusammenhang mit einem Schwarzem, doch schon ein wenig merkwuerdig, wenn auch nicht gewollt rassistisch.
pepeboy (12.11.2008, 16:57 Uhr)
Pessimisten
Lach mich kaputt, der gute Mann ist noch nicht mal vereidigt, schon kommen die ganz schlauen Kommentare aus Deutschland die Ihm vorab nicht mal die Chance geben irgendetwas zu veraendern. Nach 4 Jahren wird abgerechnet, dann kann man immer noch loslaestern.
Malt (12.11.2008, 16:12 Uhr)
Obama ist...
...nicht mehr oder weniger als ein Prototyp. Nicht als Präsident o.ä., sondern alleine dafür, wie durch einen global angelegten medialen Hype die Massen weltweit manipuliert werden können. Fragt doch mal auf der Straße nach. Wer kennt sich denn INHALTLICH mit der Politik Obamas aus? Ist ja auch nicht wichtig, wenn man im Gegenzug Berichte darüber zu lesen bekommt, was für einen Hund sich Obama jetzt anschafft.... das ist auch in den USA der Fall!
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Auch auf die Gefahr hin, ausgelacht zu werden. Ich denke, das Obama nur ein Testfall dafür war, ob man den Massen durch mediales Dauerfeuer tatsächlich ALLES verkaufen kann... Und nichts für ungut, aber Obama war, vor der Kandidatur, derjenige, der MIT ABSTAND als der Kandidat mit den schlechtesten Aussichten gehandelt wurde.
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Ich würde ja auch wirklich gerne an die Messiasgeschichte glauben, aber jemand, der in seinem Wahlkampf ca. 640.000.000 $ Spendengelder erhalten hat, der hat nicht etwa nur Pennys von den "einfachen" Leuten sondern auch Millionen aus der Industrie eingesackt...
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Also, meines Erachtens nach war das ein riesen Experiment, ob man denn der breiten Masse durch die Medien ALLES verkaufen kann. Und, es hat geklappt.
Der-nette-Nachbar (12.11.2008, 15:27 Uhr)
Echt? Wow! Toll!
Wenn Obama so toll und ehrlich ist, dann erfahren wir ja bald alles!
- Wer Kennedy wirklich getötet hat
- Alles über Roswell und Area51
(.. vollständige Auflistung bitte selbst recherchieren: siehe das FilmEnde von "TheRock", wenn Nicolas Cage die von Sean Connery versteckte Mikrofilmrolle vorliest..)
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Obama kann einem fast leid tun.
Vor allem weil er selbst schon ahnt, was ihm blüht.
Schliesslich beschwichtigte er plötzlich (NACHDEM er gewählt wurde!), daß er auch nicht ALLES "schaffen" werde..
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Bin mal gespannt wieviele der ca. 90% Obama Anhänger weltweit in 5 Jahren noch zugeben, das sie ihn damals (heute) "gut" fanden.
Motte07 (12.11.2008, 14:27 Uhr)
Vergesst nicht...
Vergesst nicht, dass es sich hier um einen Mann handelt, der für die Todesstrafe eintritt. Damit disqualifiert er sich m.E. für einen Messias-Posten.
Wollen wir so jemanden wirklich unreflektiert zujubeln?
alwo (12.11.2008, 14:07 Uhr)
Obama-Hysterie
Eines Tages wird die Obama-Seifenblase so zerplatzen wie der neue Markt, die Finanz-Orgien usw.
Bin mir fast sicher dass es sogar schon Obama-Dildos gibt....die kann man sich dann hinstecken wo sie hingehoeren....in den Arsch
peterpan1001 (12.11.2008, 14:02 Uhr)
ps
wenn die demokraten unter obama ehrlich wären, dann würden sie die verbrechen unter bush-cheney aufklären, angefangen bei der 9-11 aktion, über den irak krieg , usw...
aber das wird niemals passieren.
die usa wird letztendlich europa in einen krieg gegen rußland drängen und uns dann hängen lassen.
- ich höre schon wie ich jetzt ausgelacht werde, aber abwarten.
peterpan1001 (12.11.2008, 13:51 Uhr)
das erinnert mich
an das time magazine " man of the year 1938". genauso wird obama mit den usa auch enden. leider sind die vasallen (brd und die gesamte eu) dann auch mit im abgrund.
obama will eine heimat schutz armee aufstellen, die genauso stark ist wie das militär und direkt dem präsidenten unterstellt ist.
war das 1938 nicht auch so?
und 2009 beginnt der atomkrieg gegen den iran, nach einer false flag aktion wie bei 9-11.
wir sind auf dem weg in die hölle.
Administrator (12.11.2008, 13:51 Uhr)
@peterpan1001
Lieber peterpan1001,
vielen Dank für Ihren Kommentar. Zunächst möchten wir Sie darüber aufklären, dass wir die Kommentare auf stern.de nicht "veröffentlichen" im Sinne von "freischalten". Sie schreiben einen Kommentar und senden diesen ab. Kurz danach sollte er unter dem entsprechenden Artikel erscheinen.
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Herzliche Grüße,
Ihre stern.de-Admins
endbenutzer (12.11.2008, 13:34 Uhr)
@derParanaut:
Etwa so?
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http://www.apfn.net/messageboard/09-28-06/images/1984-movie-bb.jpg
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