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Franziskus Bücherstar

Kaum im Amt, schon im Buchladen: Pünktlich zum Osterfest fluten die ersten Franziskus-Biografien den Markt. Was kann man von den mit heißer Nadel gestrickten Werken erwarten?

Von Daniel Bakir

  Franziskus auf grauem Grund, vor strahlendem weiß, weiß auf schwarz und vor warmen Gelbtönen - so winkt uns der neue Papst bald im Buchladen entgegen.

Franziskus auf grauem Grund, vor strahlendem weiß, weiß auf schwarz und vor warmen Gelbtönen - so winkt uns der neue Papst bald im Buchladen entgegen.

  • Daniel Bakir

Wenn die Buchverlage im Vatikan das Sagen hätten, würden wohl noch viel mehr Päpste vorzeitig zurücktreten. Denn jeder neue Pontifex ist auch für neue Auflagen-Erfolge am Buchmarkt gut. Besonders gut trifft es sich diesmal, dass Papst Franziskus sich ausgerechnet kurz vor dem Ostergeschäft wählen ließ. Da gehen christliche Themen ja traditionell besonders gut.

So ist es kein Wunder, sondern ausgeprägter Geschäftssinn, dass einige Verlage es tatsächlich geschafft haben, noch vor Karfreitag die ersten Franziskus-Biographien auf den Markt zu werfen. Knapper Sieger des publizistischen Wettrennens ist der zu Random House gehörende Kösel-Verlag, der am heutigen Mittwoch die erste deutschsprachige Buchbiographie über Franziskus veröffentlicht. Nur zwei Wochen benötigte der Verlag seit dem Ausspruch "Habemus papam", um das 160 Seiten-Werk "Franziskus, der neue Papst" schreiben zu lassen, durchs Lektorat zu jagen und zwischen zwei Buchdeckel zu pressen.

Ebenfalls als Osterlektüre bietet sich "Franziskus: Der Papst der Armen - die exklusive Biografie" aus dem Riva-Verlag an, die am 28. März erscheinen soll. Autor ist der Hamburger Auto- und Technikjournalist Heiko Haupt. Bereits vorbestellen kann man auch schon die Bücher einiger renommierter Vatikan-Experten: Mario Galganos "Franziskus - Der Papst vom anderen Ende der Welt. Ein Portrait" ist für den 2. April angekündigt. Weiter geht’s mit "Franziskus - Zeichen der Hoffnung" von Andreas Englisch am 15. April und "Papst Franziskus: Wer er ist, wie er denkt, was ihn erwartet" des Kollegen Stefan von Kempis am 16. April.

Erleuchtung oder Mogelpackung?

An franziskanischem Lesefutter mangelt es also nicht. Die große Frage bleibt: Wie kann man in wenigen Tagen eine fundierte Biografie über jemanden schreiben, der außerhalb Lateinamerikas bislang ziemlich unbekannt war? Das Rezept von Simon Biallowons, dem Schnellsten unter den Blitzbiografen: viel Kaffee und wenig Schlaf. "Wie im Fieber geschrieben" habe er nach der Wahl von Bergoglio zum Papst, erzählt der Münchner Journalist. Vier Tage und vier Nächte nachdem der Name Franziskus erstmals gesprochen wurde, schickte er sein Manuskript an Random House, seit heute ist das Werk im Handel.

Allzu große biografische Tiefe sollte man von dem Schnellschuss allerdings nicht erwarten. Denn auch wenn auf dem Cover natürlich groß der Neue prangt: Weite Teile des Buches widmen sich dem Erbe Benedikts, der Situation der Kirche und den Herausforderungen an den neuen Papst.

Die Kapitel zu Benedikt und der Kirche im Allgemeinen habe er bereits vor der Papstwahl recherchiert, sagt Biallowons, der die vergangenen zwei Jahre in Rom lebte und arbeitete. Gegen den Vorwurf der Mogelpackung verwahrt sich der Autor ausdrücklich. "Es ist eine echte Biografie", sagt Biallowons. Mehr als die Hälfte des Buches handelten direkt vom neuen Papst.

Das Kernkapitel "Wer er ist: Der neue Papst Franziskus" kommt allerdings nicht über 20 Seiten hinaus. Biallowons zitiert darin in lebendigem Erzählstil aus Medienberichten und öffentlich zugänglichen Quellen. Zudem hat er mit befreundeten Korrespondenten und eigenen Quellen aus seiner Zeit als Vatikankorrespondent gesprochen. Den Papst selbst hat er nie getroffen. Aber das haben wohl die Wenigsten, die über ihn schreiben.

Zu Gute kam Biallowons immerhin, dass er als Jesuitenschüler an der Hochschule für Philosophie in München mit dem Orden aufgewachsen ist, dem auch Papst Franziskus angehört. "Die Wahl von Bergoglio war ein Glücksfall für mich", sagt Biallowons. "Wenn es der Philippiner geworden wäre, hätte ich mehr Zeit gebraucht."

Wer etwas vom Papst selbst lesen will, muss übrigens auch nicht mehr lange warten: Der Herder-Verlag plant in den kommenden Monaten die Veröffentlichung von insgesamt sieben Büchern aus der päpstlichen Feder. Es handelt sich um Übersetzungen von Werken, die Franziskus noch als Jorge Mario Bergoglio geschrieben hat. Die ersten beiden kommen am 15. April in den Handel.

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