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Literaturnobelpreis an Mo Yan löst heftige Debatte aus

Opportunistisch oder unabhängig? Die Vergabe des Nobelpreises für Literatur an den chinesischen Schriftsteller Mo Yan ist in China politisch heftig umstritten.

  Der Literaturnobelpreisträger 2012 heißt Mo Yan. Seine Kritiker werfen ihm Opportunismus und Regimetreue vor.

Der Literaturnobelpreisträger 2012 heißt Mo Yan. Seine Kritiker werfen ihm Opportunismus und Regimetreue vor.

Chinas Staatsmedien feiern Mo Yan als den "ersten chinesischen Nobelpreisträger". Schon diese falsche Einstufung verdeutlicht die Kontroverse um den chinesischen Schriftsteller. Der erste chinesische Autor, der 2000 den Literaturnobelpreis erhielt, war nämlich Gao Xingjian. Der lebt aber im französischen Exil, gilt dem offiziellen China nicht mehr als Chinese. Der Dalai Lama, der 1989 den Friedensnobelpreis erhielt, würde sich wiederum selbst ungerne als chinesischer Bürger einstufen lassen, weil das chinesisch beherrschte Tibet aus seiner Sicht nicht zu China gehört. Auch darf das religiöse Oberhaupt der Tibeter überhaupt nicht mehr ins Land.

Umgekehrt lässt China den letzten chinesischen Nobelpreisträger nicht mehr aus dem Land, geschweige denn aus der Haft: So sitzt der Friedensnobelpreisträger von 2010, Liu Xiaobo, weiter im Gefängnis, während seine Frau Liu Xia unter strengem Hausarrest steht. Immerhin ist Liu Xiaobo auch der Ehrenvorsitzende des PEN-Clubs der unabhängigen chinesischen Schriftsteller, während Mo Yan hingegen der Vizevorsitzende der offiziellen chinesischen Schriftstellervereinigung ist.

Dilemma des politischen Schriftstellers

Dass die Auszeichnung von Mo Yan auf ein stark gemischtes Echo stößt, ist kein Wunder. Die einen sehen einen angepassten "Staatsschriftsteller", die anderen einen großen Geschichtenerzähler und unabhängigen Literaten. In dem Vorwort zu seinem Buch "Wa" (Frösche), das in diesem Jahr in Englisch und nächstes Jahr auf Deutsch erscheinen soll, schreibt der 57-Jährige selbst über sein Dilemma: "Wenn ein Schriftsteller keine heißen Eisen anfasst, gilt er als Opportunist, geschützt von der Regierung. Wenn er es tut, wird er kritisiert, dass er sich beim Westen anbiedert."

Er habe das Gefühl, dass er immer einen Nerv seiner "allwissenden Kritiker" berühre und ihr Feind geworden sei. Eigentlich müsse er aufhören zu schreiben, um seine Kritiker nicht mehr zu befriedigen, schreibt er weiter. In seinen ersten Reaktionen gibt sich Mo Yan betont bescheiden, wie es sich in China gebührt. Seine Auszeichnung bedeute eigentlich nichts: "China hat viele großartige Schriftsteller, die auch dazu befähigt sind, von der Welt anerkannt zu werden."

Distanzierung von Regimekritikern

Die Literaturwissenschaftlerin Shelley Chan, eine Professorin für chinesische Literatur an der Wittenberg Universität in den USA, stuft seine Bedeutung für die Literatur deutlich höher ein als er selbst. "Er ist einer der stärksten Schriftsteller und sehr experimentell", sagte Chan. "Viele seiner Geschichten dienen als kulturelle, soziale oder politische Kommentare." Sein starker Sarkasmus erinnere sogar stark an den berühmten Lu Xun (1881-1936) - einen der größten Schriftsteller Chinas.

Der englische Übersetzer von Mo Yan, Howard Goldblatt, verteidigte Mo Yan auch gegen Kritik: "Der Zensur ausgesetzt zu sein und sich anzustrengen, ihr zu entsprechen, sind zweierlei." Doch seine Kritiker verweisen nicht nur darauf, dass sich Mo Yan selbst demonstrativ von Regimekritikern distanziert hat. Besonderen Anstoß löste auch die Tatsache aus, dass Mo Yan 2002 mit anderen Autoren zu Ehren von Mao Tsetung eine Seite aus den Reden des Revolutionärs zur Literatur mit der Hand für einen Jubiläumsband abgeschrieben hatte. Nur hat Mao nicht nur viele Millionen Chinesen auf dem Gewissen, sondern hat auch Schriftsteller verfolgt und Kultur vernichtet.

Die kritische Internetautorin Liu Di, die als "Maus aus Edelstahl" zum Symbol für die Freiheit im Netz bekanntgeworden ist, meinte zu Mo Yan: "Mal sehen, ob er sich traut, den Preis anzunehmen. Und ob er sich traut, in seiner Rede bei der Verleihung zu sagen, er sei der erste Chinese, der den Nobelpreis gewinnt. Wir müssen sehen, wie er reagiert, wenn ihn die Leute nach Liu Xiaobo fragen."

Andreas Landwehr, DPA/DPA

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