Zur letzten Sendung haben einige Schriftsteller noch einmal mit dem »Literarischen Quartett« abgerechnet. Vor allem Marcel Reich-Ranicki stand im Kreuzfeuer der Kritik.
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Möchte sich die Sendung nicht mehr anschaun: Günter Grass
In Nachrufen auf die ZDF-Sendung »Das Literarische Quartett« haben Schriftsteller bei einer dpa-Umfrage mit dem »Kritiker-Papst« Marcel Reich-Ranicki als Moderator abgerechnet. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels zollte dagegen Anerkennung.
Nobelpreisträger Günter Grass, dessen Roman »Ein weites Feld« Reich-Ranicki verrissen hatte: »Ich guck mir das schon ewig nicht mehr an. Ich habe den Sinn dieser Sache nicht gesehen. Literatur verlangt nach Differenzierung. Was ich erlebt und gesehen habe, war eine Trivialisierung des Ganzen.«
Die österreichische Autorin Elfriede Jelinek: »Ich habe mir diese Sendung nie angeschaut, weil ich es nicht ertrage, wenn Menschen fertig gemacht werden.«
Der Berliner Autor Stefan Heym: »Ich sehe das Ende der Sendung sehr kühl und distanziert, weil die Sendung mir im Großen und Ganzen nicht gefallen hat. Mir gefiel der Ton nicht und es waren auch einige Leute dabei, die ein Wesen haben, das mir unangenehm ist. Deutschland wird auch ohne diese Sendung eine Literatur haben, und ich werde mich bemühen, in der Zeit, die mir noch bleibt, dazu beizutragen.«