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Seufzen

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Abgeordnete kaufen teure Montblanc-Füller
Abgeordnete kaufen teure Montblanc-Füller
Das Seufzen von Regierungsrat Heusinger

Peinlich, peinlich: 115 Bundestagsabgeordnete kauften sich vor der Wahl 2009 noch edle Montblanc-Füller. Auf Kosten des Steuerzahlers. Wer war das? Ein Journalist wollte die Namen einklagen. Nun ist das Urteil gefallen.

Anmerkungen aus der Fußballprovinz
Anmerkungen aus der Fußballprovinz
Seufzen und stöhnen wie aus einem Mund

Können Fans ein Gegentor ihrer Mannschaft mitverursachen? Vielleicht. Wenn sie sich selbst feiern, statt ihre Mannschaft spielangemessen zu unterstützen. Eine Beobachtung aus dem Frankfurter Stadion.

Porto
Porto
Beachboys und Bimmelbahnen

Porto schwelgt in Siegerlaune: Mit einer hinreißenden Altstadt, dem Atlantik vor der Tür und dem schimmernden Douro hat die Stadt in den Disziplinen Stadt, Strand, Fluss rasant aufgeholt. Dabei hat Portugals sympathische Nummer zwei das schöne Lissabon sogar manchmal überflügelt ? und zwar ganz entspannt.

Wladimir Klitschko besiegt David Haye
Wladimir Klitschko besiegt David Haye
Box-Krieger feiern ihr Friedensfest

Sie wollten einen Krieg entfachen, inszenierten aber ein Friedensfest. David Haye blieb beim Kampf des Jahres um den WBA-Schwergewichtstitel passiv, Wladimir Klitschko tat nicht mehr als nötig - und die Zuschauer saßen im Regen.

Café au lait
Blog "Café au lait"
Mitter...äh...Museumsnacht in Paris...

...war am Wochenende wieder. Ein Grund für mich, alte Vorurteile gegenüber zeitgenössischer Kunst abzubauen. Oder auch nicht. " Anish Kapoors neuestes Werk wird garantiert zum Stadtgespräch!", versichert mir seine Assistentin, als ich mit ihr ein Interview für einen meiner Arbeitgeber vereinbare. Ihre Begeisterung strömt dabei sprichwörtlich durchs Telefon. "Es ist einfach großartig!", bestätigen wenig später alle von mir dazu befragten Journalisten-Kollegen. "Das musst Du sehen!" Wad mud, dad mud, denke ich mir also und schlurfe los, am Samstag, in Richtung des Grand Palais in Paris , den man anlässlich der Museumsnacht kostenlos besichtigen darf. Vielleicht entdecke ich ja, wider Erwarten, auf meine Spät-Zwanziger doch noch meine Ader für zeitgenössische Kunst... Doch zwischen Anish Kapoor und mir liegen zunächst die Champs-Elysées . Sie sind in angenehmen Sonnenschein getaucht, vor der normalen Geräuschkulisse plappernder Touristen, Autos... und Gekreische. Das kommt von der anderen Seite der Straße, wo ich nur vage eine Horde blau-weiß gekleideter Männer in einem großen schwarz-goldenen Eisentor stehen sehe... Schon von weitem begrüßt mich eine immens wirkende After-Shave-Duftwolke, die garantiert die gesamte Champs-Elysées hoch und runter zieht... "Was ist denn hier los?" fragt eine junge Dame einen der blau-weißen Männeken, der aus der Horde ausgeschert ist und zehn Meter entfernt auf dem Bürgersteig steht. Er ist groß, blond, blauäugig und breitschultrig, und in seinem Ohr steckt ein durchsichtiger Knopf, durch den er mit dem zweiten ausgescherten Blau-Weiß-Männeken (gleich neben ihm stehend) kommuniziert. "Wir eröffnen hier einen neuen Shop", sagt er mit einem breiten Zahnpastalächeln . "Aha", meint die Dame und wendet sich ab. Ich übernehme: "Ist das das gleiche Konzept, wie bei dem Shop in London?" frage ich und zeige auf das A&F-Schild neben dem Eingangstor. In das Geschäft im Westend der britischen Hauptstadt hatte mich meine Mom einmal geschleift. "Die haben so ein innovatives Konzept", hatte sie, die selbst Mode verkauft, damals gesagt. Und dieses Konzept war gar nicht zu verfehlen: Ein ganzer Pulk weiblicher Kunden stand vor der Tür Schlange - laut kreischend - um mit dem halbnackten Model, das extra zu diesem Zweck an der Tür geparkt worden war, für ein Photo zu posen. Im Inneren dann laute Dance-Musik, zu der die Model-Verkäufer mehr oder weniger rythmisch tanzten. "Ja, genau das gleiche Konzept wie in London", antwortet der junge Gott neben mir und zwinkert. Wieder das Zahnpastalächeln. "Aber besser!" Dann zeigt er auf die Fassade und meint: "Das ist unser Gebäude - schön, nicht? Überall mit Gold verziert..." Er guckt an dem Gebäude hinauf und sagt: "Da oben sind noch mehr von uns." Auch ich entdecke nun einen kleinen Ableger der Horde Blau-Weiß-Hemdriger oben auf dem Dach. Nur winkende Ärmchen sind zu sehen und ab und zu einmal eine Stirn. Instinktiv rechne ich damit, dass die Männeken sich jeden Moment mit lautem Urschrei an einer Liane nach unten hangeln. Doch nichts dergleichen. (siehe Video A&F Paris ) ... Nun aber genug der Flachsen, denke ich, und bewege mich, endlich, in Richtung der Ausstellung von Monsieur Kapoor. Vor dem Grand Palais wartet schon eine circa 50-Meter lange Schlange erst auf mich, dann mit mir auf die Eröffnung des Grand Palais'. Durch Sonne und Schatten arbeite ich mich langsam vor - bis auch ich in den Schlund des " Leviathan " eintreten darf. Wie ein großes, rotes Ungetüm liegt das aufgepumpte Gebilde unter der Glaskuppel des Palastes. Eine der vier miteinander verbundenen Kugeln können Besucher begehen. Sie ist in rötliches Licht getaucht, die Luft ist leicht bedrückend, da komprimiert. So richtig wohl fühle ich, als Asthmatikerin, mich nicht. "Besucher sollen sich ihre eigenen Gedanken dazu machen, hat der Künstler gesagt", erklärt eine Fremdenführerin in den 20ern. Den ganzen Tag verbringt sie angeblich in dem Gummiball. "Ich fühle mich hierdrin wie in einer Lunge - und find's herrlich!" Ich starre sie an. Wie in einer Lunge. Bedrückend. "Ja, es hat so etwas Organisches", antwortet eine Besucherin. Sie nickt lächelnd. Ich entferne mich lieber von den beiden. Doch auch alle anderen Besucher scheinen irgendeinen tollen, stets positiven Vergleich für das Plastikgebilde zu finden - sei es nun "Das Innere der Erde" oder auch "Das Weltall". Ich versuche, mich davon inspirieren zu lassen, laufe herum, betrachte das Kunstwerk, von innen, von außen, gehe näher heran, weiter weg. Zwecklos. Irgendwie bleibt es für mich eine Anreihung von Gummibällen. Leicht enttäuscht schüttele ich den Kopf. Mit einem Seufzen begrabe ich den Glauben an meine versteckte Ader für zeitgenössische Kunst und verlasse den Grand Palais. Und dennoch denke ich trotzig, dass mich dieser ganze Hype eben doch an ein ganz bestimmtes Märchen von Christian Andersen erinnert... L.

Landtagswahlen in Baden-Württemberg
Landtagswahlen in Baden-Württemberg
Merkel ist der Störfall

Japan, Japan, Japan - das soll die Ursache für die Wahlschlappe der Union in Baden-Württemberg gewesen sein. Eine alberne Ausflucht. Die richtige Antwort heißt: Merkel, Merkel, Merkel.

Das Dschungelcamp 2011, Tag 12
Das Dschungelcamp 2011, Tag 12
Dschungeldrama im Director's Cut

Als sechste Kandidatin der Dschungelcamp-Geschichte hat Sarah Knappik freiwillig das Camp verlassen. In einer XL-Ausgabe der Sendung zeigte RTL noch einmal die Höhepunkte der schrägen Skandalnacht am Lagerfeuer. Dabei wurde vor allem eins klar: Sie fehlt schon jetzt, die gute Sarah.

Alice's Adventures in Fashionland
Blog "Alice's Adventures in Fashionland"
Can't buy me love! - von Hunden und Modepuppen

Willkommen zum dritten und letzten Teil der Düsseldorf-Regentag-Trilogie. Marc Cain zeigt neben erstaunlich dezenten Schaufenstern auch das gruseligste Taschen-Accessoire dieser Saison. Kaum eine Zeitschrift oder Vertreter, der es nicht angespriesen hätte, als DAS  "neue" It-Piece. Ich präsentiere Ihnen voller ...Gääääähn... den atemberaubenden, wahnwitzig wunderschönen, praktisch prachtvollen.......( Trommelwirbel ).......... FUCHSSCHWANZ! ...mmmh gut.... das Horrorblond und die silbrig-"perlnuttigen" Puppen kennzeichnen den Look dann doch eindeutig als Marc Cain.... Bei Marc Cain findet man  jederzeit schlichte, schmeichelnde Einzelteile, aber wie zur Hölle schaffen es die Kreativlinge nur immer wieder den Komplettlook, ach was schreib ich, die gesamte Deko!!! so altbacken und trashig aussehen zu lassen?????? Wir verlassen diesen etwas trutschigen, aber umsatzbringenden Ort und schlendern weiter Richtung Kunst und Mode. Die Muschelsucherin in mir ist von der kitschigen Deko des nächsten Fensters begeistert, die Konsumentin in mir von einem Paar Ohrringe. ...die beiden (pastellig blau-orange-goldenen) Schätzchen oben rechts auf der Muschel baumeln jetzt des Öfteren von meinen Ohren. An dieser Stelle möchte ich Euch meine Düsseldorfer Lieblingsgalerie vorstellen. Galerie Zimmermann & Heitmann Kunsthaus seit 1879 Liebling deshalb, weil mich die Kunstauswahl begeistert und die Werke mich fröhlich machen. Für mich muss Kunst nicht düster, schwer verständlich, extrem tiefgründig und nicht mal aussagekräftig sein, sie darf mich auch nur mitreißen und positiv stimmen. Wahrscheinlich liegt das daran, dass ich nicht wirklich Ahnung von Kunst und der Art sie zu bewerten habe. Sicherlich hat ein Werk, das mir einfach schön erscheint, eine Aussage, eine Bedeutung und auch ein Gut oder Schlecht verdient. Ich bin nur leider nicht in der Lage das zu Erkennen, geschweige denn ein Urteil zu fällen. Kunst bewegt mich. Sie kann mir von Schmunzeln bis zum lauthalsen Lachen, von Stirnrunzeln zu völligem Unverständnis, von einem Seufzen bis zu lautlosen Tränen, von Wutschnauben bis hin zu körperlichem Ekel alles entlocken, alles mit mir machen. Wenn ein Werk Emotionen, egal welcher Art, in mir auslöst, dann bekommt es von mir den Daumen hoch. Bis dahin weiß ich noch nichts über den Künstler und sein künstlerisches Können, sondern reagiere nur auf das, was er geschaffen hat. Da mir das ist den meisten Fällen reicht, kann man mich mit Kunst schnell erreichen. Momentan gefällt mir eben Poppiges, Positives, Farbenfrohes. Das passt auch zu meinem Comic-Splean ;-) Jetzt aber genug von mir und zurück zu zimmermann & heitmann . Viel Spaß mit meinen Eindrücken: Steve McQueen von Jörg Döring Can't buy me love !!!!!!!!! Seit dem Galerie-Besuch bin ich eifrig am Sparen, um ein Bild von Jörg Döring irgendwann mein Eigen nennen zu können. Zu guter Letzt noch ein Blick auf die gegenüberligende Straßenseite. Heinrich-Heine-Allee 55. Dort findet man Jades ( inzw.mit eigenem Online-Shop) und seit einigen Jahren auch More Jades . Zwei der bekanntesten deutschen Fashion-Tempel. Sie waren die ersten, die sich komplett dem L.A.-Look verschrieben haben und halten weiterhin daran fest. Anscheinend mit Erfolg. Hilfreich ist hierbei die eigene Vertriebsagentur Unifa , die neben einer Eigenmarke, Jaded by knight , alle wichtigen L.A.-Style-Marken (z.B. Amor & Psyche , Juicy Coutoure , Junk Food ) und fast alle relevanten Premium-Jeans-Brands führt. Grandios ist immer die Schaufenster-Dekoration, genauso, wie die Showroom-Präsentation. Viel Spaß damit!!! Unifa Jades & More Jades Vielfältig, amüsant, gekonnt, manchmal provokativ, sexy, anders und auffallend so sind Jades & More Jades Schaufenster. Da macht der Schaufenster-Bummel gleich doppelt Spaß. Also gönnt Euch auch mal einen Tag reinen Eye-Shoppings, das schont den Geldbeutel. Im nächsten Beitrag geht es um eine echte "Märchenhochzeit"!!! Bis demnächst, Eure Alice. Wenn ihr unbedingt was kaufen müsst, dann vielleicht einen Chinese Crested , wie oben im Schaufenster. Der wurde immerhin schon mal zum hässlichsten Hund der Welt gewählt und hört angeblich auf den Namen " Cruel, the warrior king !"

Der getrennte Papi
Blog "Der getrennte Papi"
Single Men

Oder: Alle werden wieder da sein, Alter, alle werden wieder da sein Worum es heute geht: Jubiläum (klein), 244 Kilometer, ein Bild, eine Mini-Schultüte (blau), ein Lächeln (stolz), einige Tränen (glücklich), ein Freund (Berlin), eine Freundin (New York), eine Platte (alt), ein Buch (neu, relativ). Der getrennte Papi ist für einige Tage in Berlin, um dort zu arbeiten in einer ausgesprochen netten Redaktion, mitten in der Mitte, in den Hackeschen Höfen. Deswegen hat's erstmals fast eine Woche gedauert bis es nun zum zwanzigsten Papi-Blog kommt, immerhin ein kleines Jubiläum. Aber eines, dass eben ziemlich genau 244 Kilometer von Hamburg entfernt stattfindet. Das wäre an sich keine Sache, wenn Sohnemann Alexander nicht ohne den getrennten Papi seinen ersten Tag in der Vorschule erlebt hätte. Es kam ein Bild von der Mama und das hat den getrennten Papi schon sehr gerührt. Da stand er also, noch nicht fünf Jahre jung, mit einer Mini-Schultüte und sah auf dem Photo irgendwie schon wie sechs aus und hat ein Lächeln aufgesetzt, dass ich noch gar nicht kannte und dass mich besonders berührte. Er war so richtig und richtig wahnsinnig stolz und dem getrennten Papi kam es gerade vor als habe er seinen Sohn fast monatelang nicht gesehen, dabei waren es nur einige und nur einige wenige Tage. Was ist das nur, dass man seine Kinder rasch vermisst und schon nach kurzer Zeit das Gefühl hat, man vernachlässige sie ziemlich und den getrennten Papi das schlechte Gewissen verfolgt, das er eigentlich doch gar nicht haben müsste. Ich sass mithin in einem Hotel-Zimmer, auf der Bettkante, schaute in einen grünen Berliner Hinterhof, der Himmel war einigermaßen klar und ließ die Sterne blitzen und glitzern in der Nacht und mir schossen die Tränen in die Augen. Es gibt als Vater diese Momente, in denen man (einmal mehr) realisiert, was für eine Verantwortung man trägt für seine Kinder und in denen man sich bang fragt, ob man dieser Verantwortung wohl gerecht werden würde oder an dieser ungeheuren Verantwortung wachsen würde oder bisweilen von ihr überwältigt würde? Jetzt sagen Sie: was erzählt denn da der getrennte Papi wieder für einen Kram? Das kann er Ihnen genau sagen. Ist doch nicht immer so, dass wir sieben Tage die Woche 24 Stunden lang mit dem superklaren, superklugen, superkonsequenten Kopf durch unser Leben und unsere Welt gehen und stets genau wüssten, was zu tun sei. In Tom Fords wundervollen Film "A Single Man" sagt der Protagonist sinngemäß: "Es gibt Momente in unserem Leben, das sehen wir schon außergewöhnlich klar." Dieses Phänomen habe ich nun erlebt als ich meinen Alexander auf diesem Bild angeschaut habe: Seine braunen Augen sahen ganz gefasst aus, seine Lippen waren aufeinander gepresst, aber nicht verkrampft sondern entschlossen, seine Hände umfassen die Schultüte als sei es eine große Trophäe und als sei es überhaupt das Wichtigste, was er in seinem bisherigen Leben geschenkt bekommen habe. Und als ahnte Alexander, dass er sich in einem Jahr eine noch größere Schultüte, diesmal die einzig wahre, verdiente. Und just in diesem Moment begab sich eben das Phänomen der Klarheit oder, wenn Sie so wollen, der besagten besonderen Klarheit wie man sie etwa nach einem guten Theaterstück erfährt, man tritt heraus auf die Strasse, schaut auf die Innenflächen seiner Hände, erkennt ganz genau die Linien, die das Leben aufzeichnet und in einer der Linien bewegt sich Alexander voran, mal einen Schritt vor und zwei zurück und einmal zwei zurück und sieben weiter. Dort steht er, der Kleine, ein ganz eigener Single Man, noch nicht fertig, aber wer ist schon jemals fertig? Einen anderen Single Man habe ich nach längerer Zeit endlich einmal wiedergetroffen - das Gute ist doch: auch wenn man sich lange nicht gesehen hat, man hat sich doch sogleich wieder viel zu sagen und man hat viel zu lachen und man schluckt manches Mal und der liebe Freund erzählte eine Beobachtung. "Alle meine Freunde, die ich näher kenne, sind heute wieder geschieden. Und sie haben eine harte Zeit hinter sich...und sie sind alle wieder da, mein Alter, sie sind alle wieder da." Und dann trinken wir noch eine Cola light (mit Eis und Zitrone, bitte) auf unsere Zukunft und versprechen uns (wie immer) hoch und heilig, dass nicht wieder soviel Zeit verstreichen möge bis wir uns wieder sehen und wir umarmen uns ganz fest und er raunzt mir nochmals ins Ohr: "Und sie sind alle wieder da, Alter, sie sind alle wieder da." Wir gehen zu Fuß zurück zu den Hackeschen Höfen, er hat dort in der Nähe ein Office mit einigen sehr kreativen Köpfen ("aus sechs Nationen mit neun Sprachen oder so") und dann umarmen wir uns zum Abschied, noch etwas fester und er sagt ein letztes Mal: "Sie sind alle wieder da, mein Freund." Und wie es der Zufall wollte (aber vielleicht gibt es gar keine Zufälle), ruft eine Freundin aus New York an, sie war mit ihrem Sohn für kurze Zeit in Berlin und sie überlegt sehr ernsthaft, New York zu verlassen und zurück nach Deutschland zu kommen, ein großes Kompliment, auch wenn's noch übertrieben scheint. "Berlin ist das neue New York", okay die Stadt erschließt sich mir von mal zu mal durch einen mir lieben Menschen, aber die Stadt der Städte liegt jenseits des Atlantik, ziemlich genau 6200 Kilometer entfernt von Hamburg. Zu schade, dass ich nur ein Jahr dort gelebt habe, hoffentlich kann ich Alexander bald die Stadt mit den Häusern zeigen, die Wolken kratzen, wie er bemerkt hat, die Wolken kratzen. Jedenfalls werde ich ihm, wenn ich nach Hamburg zurückgekehrt bin, eine alte Platte vorspielen, die sechsmal so alt ist wie er, aber immer noch so gut wie am ersten Tag ihres Erscheinens: " All Things Must Pass " von George Harrisson mit dem wunderbaren Song " My Sweet Lord ", er wird ihm gefallen, da bin ich mir sicher. " I really want to see you/ Really want to see you lord/ Really want to see you lord/ But it takes so long, my lord ". Gut, gut, gut, es wird sentimental - wird der eine oder andere Leser wieder seufzen, aber warum eigentlich nicht mal wieder sentimental werden dürfen, verdammt nochmal. Es ist jetzt schon spät, ich weiß gar nicht, ob ich noch weiterlesen kann in meinem neuen Lieblingsbuch "State By State, 50 Writers On 50 States, A Panoramic Portrait of America", dabei bin ich doch bei der New York-Story von Jonathan Franzen angelangt, na ja, vielleicht sechs, sieben Seiten. Und noch eine langer Blick auf Alexander mit der Mini-Schultüte und dem stolzen Blick und dem entschlossen Mund. A Single Man, der seine ganze Zukunft noch weit und tief und breit vor sich hat. Hoffentlich habe ich lange genug Zeit, ihn in seine Zukunft zu begleiten, nach bestem Gewissen und Wissen. Aber dazu alsbald mehr vom getrennten Papi...

Bundestags-Barkeeper Ossi tritt ab
Bundestags-Barkeeper Ossi tritt ab
Wo jede Revolution ertränkt wurde

Das wichtigste Hinterzimmer der Macht war Jahrzehnte lang Ossis Bar. Dort wurde zuweilen mehr Politik gemacht als im Bundestag. Jetzt geht Ossi in den Ruhestand. Und schweigt eisern weiter.

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