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6. November 2008, 13:00 Uhr

Supermann Obama hilft US-Medien

Historische Einschaltquoten bei den TV-Sendern, Rekord-Klickzahlen im Internet, Traumauflagen und ausverkaufte Zeitungen: Von der Medien-Krise ist in den USA in Zeiten der Präsidentschaftswahl nichts zu sehen. Für eine Wahl-Ausgabe der "New York Times" werden im Internet bereits bis zu 200 Dollar geboten. Von Katharina Miklis

New York Times, Barack Obama, US-Medien, Washington Post

Superstar Barack Obama verhilft US-Medien zu Rekord-Zahlen© Gabriel Bouys/AFP

Yes, we can: In Zeiten sinkender Verkaufsauflagen und rückläufiger Anzeigenerträge beschert Barack Obamas historischer Wahl-Sieg den amerikanischen Zeitungen Traumauflagen. Die Zeitungskioske von New York bis Seattle waren am Mittwoch in wenigen Stunden leer gekauft. Auch Internetseiten und TV-Sender freuen sich über Traffic-Rekorde und historische Einschaltquoten.

Ausverkaufte Zeitungen nach Obama-Sieg

Die "New York Times" musste 50.000 weitere Exemplare nachdrucken. Bei der "Los Angeles Times" liefen 30.000 zusätzliche Exemplare über die Druckerpresse. In Obamas Heimat Chicago warf die "Chicago Tribune" 200.000 zusätzliche Ausgaben auf den Markt. Die "Chicago Sun-Times" produzierte doppelt so viele Zeitungen wie an einem normalen Mittwoch. Der "Plain Dealer" in Cleveland offerierte besonders hochwertige Ausdrucke der ersten Seite zum Preis von 54,95 Dollar.

In der Hauptstadt legte die "Washington Post" eine 26-seitige Sonderausgabe von 150.000 Exemplaren auf. Vor dem Verlagshaus der "Washington Post" standen am Mittwoch hunderte von Menschen teilweise stundenlang Schlange, um ein Exemplar der Sonderausgabe zu ergattern. Wegen der hohen Nachfrage durfte jeder nur fünf Ausgaben kaufen.

200 Dollar für eine "New York Times"

Steve Hills, Geschäftsführer der "Washington Post", freut sich über die medialen Auswirkungen der Obama-Mania und betont, dass dies zeige, welchen "einzigartigen Wert" gedruckte Medien gegenüber Onlineseiten haben. "Es ist die Möglichkeit, ein Stück Geschichte in der Hand zu halten." Dieses "Stück Geschichte" ist den Amerikanern viel wert. Bis zu 200 Dollar werden bei eBay für ein Exemplar der Wahl-Ausgabe der "New York Times" geboten.

Aber nicht nur der Print-Markt freut sich über den Obama-Hype. Auch die amerikanischen Websites profitieren von der Wahl: Einer der größten Gewinner der US-Wahl ist der TV-Sender CNN. 276 Millionen Seitenabrufe anstatt der üblichen 35 Millionen konnte die Website des Senders in der Nacht der Wahl verbuchen.

Bei den TV-Einschaltquoten lag der Sender ABC vorn. Durchschnittlich 13,63 Millionen Zuschauer verfolgten die dreistündige Sondersendung. Bei CNN waren es 12,30 Millionen. Im Durchschnitt waren 71,5 Millionen Amerikaner vor den Fernsehern live dabei, als der 44. amerikanische Präsident gewählt wurde. Zum Vergleich: Im Jahr 2000 schauten 61,6 Millionen die Wahl-Berichterstattung.

mit DPA/AP
 
 
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