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11. Juni 2007, 21:07 Uhr

Die Untoten herrschen

Der aktuelle Trend bei Fantasy-Romane sind Vampire. Eine gewaltige Welle von Untoten rollt derzeit auf uns zu. Selbst Großmeister wie Wolfgang Hohlbein hat sich den Unsterblichen verschrieben. Und es gibt junge Talente zu entdecken. Von Kester Schlenz

Nicht nur in Büchern, auch in Musicals leben die Untoten hoch. "Tanz der Vampire" mit Jack Rebaldi in der Hauptrolle läuft im Theater des Westens in Berlin© Peer Grimm/DPA

Sie kommen von überall. Mal romantisch, mal hart, mal witzig - aber immer auf der Suche nach Blut. Vampire boomen. Eine regelrechte Welle von Untoten-Romane rollt gerade über uns hinweg. Die romantische Variante liefert die junge Autorin Stephenie Meyer. Mit ihren Romanen "Biss zum Morgengrauen" und "Biss zur Mittagsstunde" hat sie es als Jugendbuch-Autorin sogar in die Top-Ten der Belletristik-Bestseller gebracht. Ihr Held ist der smarte Jung-Vampir Edward, in den sich die junge Bella… nun ja, unsterblich verliebt.

Im November dieses Jahres wird dann die Autorin Lara Adrian mit ihrem Werk "Geliebte der Nacht" eine ebenfalls etwas kitschige, aber eine Terz härtere Version dieser Konstellation liefern. Denn der freundliche Kommissar Lucan Thrope, der sich um die junge Fotografin Gabrielle nach einem angeblichen Vampir-Überfall sehr fürsorglich kümmert ist ebenfalls - genau: ein Vampir.

In den putzigen Büchern von Charlaine Harris hat es die gedankenlesende Kellnerin Sookie Stackhouse ebenfalls dauernd mit Vampiren zu tun. Ihr neuestes heißt "Ball der Vampire". Auch Wolfgang Hohlbein, ein alter Haudegen der Fantasy-Szene, lässt nicht den Verdacht aufkommen, bei ihm sei "untote Hose" angesagt. Im November erscheint Band 9 seiner mittlerweile von unzähligen Fans hoch gelobten "Chronik der Unsterblichen".

König der Blutsauger-Bücher

Ganz herbe Kost liefert der Russe Sergej Lukanienko in seinen "Wächter"-Romanen. Gerade erschienen ist „Wächter der Ewigkeit“, in dem in einem düsteren Moskau neben anderen Monstren auch Vampire eine große Rolle spielen. Der neue König der Blutsauger-Literatur aber ist der Amerikaner Charlie Huston. Bekannt wurde er mit seiner ebenso harten, wie lakonisch-humorvollen Trilogie um den Verlierer Hank Thompson, der zum weltweit gesuchten Killer wider Willen wird (Band 1 heißt "Der Prügelknabe" unbedingt lesen!).

Jetzt ist Hustons neuer Roman "Stadt aus Blut" erschienen, Auftakt zu einer fünfbändigen Saga um den Vampir Joe Pitt. Das Ganze spielt im New York unserer Tage. Unentdeckt von den Menschen haben verschiedene Vampir-Clans die Stadt unter sich aufgeteilt. Joe Pitt gehört zu keiner Gruppe, verdingt sich aber als eine Mischung aus Söldner und Privatdetektiv mal der einen, mal der anderen Seite. Das liest sich schnell, hart, schnörkellos, aber ungeheuer atmosphärereich. Sozusagen die Pulp-Fiction-Variante von Bram Stokers "Dracula". Nur was für Hartgesottene, aber die kriegen richtig guten Stoff!

König der Blutsauger-Bücher

König der Blutsauger-Bücher "Ich nehme einen Schluck Blut und mein ganzer Körper entspannt sich. Ich fühle, wie es meine Kehle hinab rinnt und das Adrenalin kribbelnd durch meine Adern fährt. Das Vyrus, das mich zu dem gemacht hat, was ich bin, kolonisiert sofort das frische Blut. Meine Schmerzen lassen augenblicklich nach, und ich kann fast mit bloßem Auge erkennen, wie die Verbrennungen verheilen".
aus: Charlie Huston: "Stadt aus Blut", Heyne Verlag

Von Kester Schlenz
 
 
KOMMENTARE (7 von 7)
 
wolfsong (13.06.2007, 16:11 Uhr)
Vampire sind ...
... alles, nur nicht langweilig. Die mittlerweile 21 Teile umfassende Necroscope-Reihe aus dem Festa-Verlag z. B. hat bis jetzt noch jede(n) Leser(in) überzeugt. Ich freue mich auf jedes weitere Buch aus der Reihe ...
Titania (13.06.2007, 11:34 Uhr)
Das Blut der Liebe
Stimmt, dieses Buch von Freda Warrington las sich ganz gut, war allerdings recht schwer zu beschaffen, da es nur noch gebraucht erhältlich war. Ist das inzwischen wieder neu aufgelegt worden?
nicegirl (12.06.2007, 11:05 Uhr)
ein Tipp
"Das Blut der Liebe" von Freda Warrington ist zu empfehlen,kein 0815 Roman...
Titania (12.06.2007, 10:48 Uhr)
Nachtblau
Nicht unerwähnt sollte bleiben, daß der Author dieses Artikels, Kester Schlenz, mit "Nachtblau" auch einen höchst überflüssigen und absolut nicht lesenswerten Beitrag zur Schwemme der Vampirbücher geleistet hat.
Ansonsten sollte man sich vielleicht mal wieder was anderes als Vampire einfallen lassen. "Biss zum Morgengrauen" war ja noch ganz unterhaltsam, "Biss zur Mittagsstunde" allerdings ist zum Weglaufen kitschig, und auch die Sookie Stackhouse - Reihe läßt von Buch zu Buch nach. Kester Schlenz hat diesen Trend meiner Meinung leider erst auf dem absteigenden Ast entdeckt...
Kalox (12.06.2007, 09:08 Uhr)
wow
etwas langweiligeres als vampire fällt denen auch nicht mehr ein, oder? stories von vorvorgestern. gähn.
berndp (12.06.2007, 08:56 Uhr)
Ich gebe die Hoffnung nicht auf
Ein Vampir-Roman der neueren Art, bei dem nicht alles Altbekannte zum hundertsten Mal wiedergekäut wird, dürfte KINDER DES JUDAS werden von Markus Heitz. Der Autor hat mit seinen wirklich guten, weil ungewöhnlichen Werwolf-Romanen RITUS und SANCTUM bereits bewiesen, dass er mehr kann, als Altbekanntes neu aufzubereiten. Ich bin sehr gespannt, wie der dem Vampirmythos neues Blut einflößt.
Yslsl (11.06.2007, 23:19 Uhr)
eigentlich unfassbar,
dass es seit Jahrzehnten praktisch keine neuen Ideen auf diesem Sektor gibt. Mal etwas provozierend formuliert, man vergebe mir. Oder kann mir jemand einen etwas innovativeren Dark-Fantasy-Roman empfehlen? Am besten einen, der vom Vokabular her nicht an 11t-Klässer gerichtet ist.
 
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