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Porno überholt Hollywood

Hollywood verklagt ein Pornostudio, das den Sado-Maso-Bestseller "Shades of Grey" einfach "umgesetzt" hat. Schließlich haben die Filmrechte eine Stange Geld gekostet.

Von Sophie Albers

  Lust an der Unterwerfung: EL James SM-Trilogie "Shades of Grey" hat sich weltweit bisher rund 60 Millionen Mal verkauft.

Lust an der Unterwerfung: EL James SM-Trilogie "Shades of Grey" hat sich weltweit bisher rund 60 Millionen Mal verkauft.

Dass Hollywood sich mit der Pornoindustrie um Filmrechte prügelt, ist ein beachtliches Novum im US-Filmgeschäft, über das Jack Nicholson jüngst gesagt hat: "Frauenbrüste abschneiden ist in Ordnung, aber wehe du küsst sie". Doch die Zeiten ändern sich - wenn der Preis stimmt. Grund ist EL James' Hausfrauen-Hit "Shades of Grey", der die Geschichte einer Literaturstudentin, die eine sadomasochistische Beziehung mit einem verdammt reichen und verdammt gutaussehenden Dandy eingeht, erzählt.

Mehr als 60 Millionen Mal hat sich die seit Juni 2011 erscheinende Trilogie weltweit verkauft - und das sogar schneller als "Harry Potter". Kein Wunder also, dass sich die Universal Studios im vergangenen März für fünf Millionen Dollar die Filmrechte an der Kuschel-Bondage-Hinterversohl-Fantasie gesichert haben. Zum Vergleich: Für Dan Browns "Da Vinci Code" gab es "nur" drei Millionen".

Marke "an sich gerissen"

Und nun das: Die Pornoproduktionsfirma Smash Pictures hat auf Rechte gepfiffen und "50 Shades of Grey: A XXX Adaption" (Eine Erotik-Adaption) gedreht. Angeblich eine Parodie. Die Universal-Anwälte wollen dem leichtfertigen Umgang mit Körperflüssigkeiten und Geldströmen nun den Prozess machen, wie der "Hollywood Reporter" berichtet. Denn der trashige Porno versuche, "den Ruf des Buches zu Geld zu machen".

Zu allem Überfluss hatte Smash-Pictures-Produzent Stuart Wall vor Vollendung der Pornoversion auch noch gegen das bigott-prüde Hollywood gepoltert: "Da sie jetzt einen Mainstreamfilm aus den Büchern machen und sich in der Erotikwelt versuchen, machen wir gleich die XXX-Adaption, die dem Buch mit seiner SM-Romantik wirklich gerecht wird." Daraus zogen die Anwälte den Beweis, dass es die klare Absicht der Angeklagten gewesen sei, das Urheberrecht und die Marke "an sich zu reißen" und die Originalquelle zu vernebeln. Und es sei übrigens keine Parodie, sondern ein schlichtes Plagiat. Was nun die Richter zu entscheiden haben.

Pornofilme seien eine Quelle "liebenswerter" Prozesse, ätzt der "Hollywood Reporter": Das Eiskrem-Unternehmen Ben and Jerry's habe gerade erst einen Pornofilm namens "Hairy Garcia, Boston Cream Thigh and Peanutbutter D-Cups" vor Gericht gebracht. Wegen der Namens-Nähe zu den Eiskremsorten Cherry Garcia, Boston Cream Pie und Peanut Butter Cup.

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