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In Shakespeares Grab könnte der Schädel fehlen

Es wäre eine Entdeckung von historischer Bedeutung: Für eine britische Dokumentation wurde das Grab von William Shakespeare mit einem Bodenradar untersucht. Die Aufnahmen zeigen, dass der Schädel des berühmten Schriftstellers wahrscheinlich fehlt.

Shakespeares Schädel

Ein Schauspieler reicht bei einer Aufführung von William Shakespears berühmten Stück "Hamlet" einen Schädel rum: Aufnahmen eines Bodenradars zeigen, dass im Grab des Schriftstellers der Schädel fehlen könnte.

Liegt William Shakespeares Schädel tatsächlich im Grab des englischen Dramatikers, oder wurde er im 18. Jahrhundert gestohlen? Um diese Frage ranken sich seit Jahrzehnten Legenden, und eine neue Dokumentation gibt nun der These eines Raubs neuen Auftrieb. Für die Sendung, die am Samstag im britischen Sender Channel 4 anlässlich des Todes des Dichters vor 400 Jahren ausgestrahlt werden soll, scannten Archäologen Shakespeares Grab mit einem Bodenradar ab. Die Wellen des Geräts können in den Boden eindringen, ohne etwas zu beschädigen. Es war demnach die erste Untersuchung des Grabs überhaupt.

Am Ende des Grabs, wo eigentlich der Schädel des Verstorbenen liegen sollte, habe es bei den Untersuchungen eine "eigenartige Störung" gegeben, sagte der Leiter der Forschungsgruppe, Kevin Colls. "Ich halte es für sehr, sehr wahrscheinlich, dass sich der Schädel überhaupt nicht in der Holy Trinity befindet", sagte er mit Blick auf die Kirche in Stratford-upon-Avon, wo der 1616 verstorbene Schriftsteller begraben ist.

Kirche will Grab von William Shakespeare nicht öffnen

Einem seit 1879 kursierenden Bericht zufolge könnte Shakespeares Schädel im späten 18. Jahrhundert entwendet worden sein. Die Untersuchungen der Archäologen stützten nun diese These, sagte Colls. Die Ergebnisse der Radaruntersuchung, die erstmals überhaupt an Shakespeares Grab vorgenommen werden durfte, wiesen außerdem auf Reparaturarbeiten am Kopfende hin. Außerdem legten sie nahe, dass der Dramatiker wohl nicht in einem Sarg liegt, sondern nur in ein Leichentuch gehüllt bestattet wurde.

Der Vikar der Holy Trinity Church, Patrick Taylor, glaubt indes nicht an die These eines Schädelraubs. "Wir werden wohl damit leben müssen, dass wir nicht genau wissen, was sich unter dem Stein befindet", sagte er. Die Kirche werde sich weiterhin an die Grabinschrift halten und die Ruhestätte nicht öffnen. Auf Shakespeares mutmaßlichem Grabstein steht: "Guter Freund, unterlasse es um Jesu Willen, den hier eingeschlossenen Staub umzugraben. Gesegnet sei der Mann, der diese Steine schont, und verflucht sei, wer meine Knochen bewegt."

Datenkunst: Die ästhetischen Verflechtungen in Shakespeares Tragödien
  "Sein oder Nichtsein; das ist hier die Frage", lässt Shakespeare Hamlet sinnieren. "Hamlet" - das Stück, nicht der Charakter - ist auf jeden Fall, nämlich das längste der Stücke. Es hat aber bei weitem nicht am meisten Charaktere. Auch die Dichte des Netzwerks ist nicht so hoch wie in anderen Werken von Shakespeare.

"Sein oder Nichtsein; das ist hier die Frage", lässt Shakespeare Hamlet sinnieren. "Hamlet" - das Stück, nicht der Charakter - ist auf jeden Fall, nämlich das längste der Stücke. Es hat aber bei weitem nicht am meisten Charaktere. Auch die Dichte des Netzwerks ist nicht so hoch wie in anderen Werken von Shakespeare.


amt/AFP/DPA

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