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15 Dinge, die Sie über "Blade Runner" wissen müssen

Für viele heute berühmte Regisseure war er damals das filmische Erweckungserlebnis - auch für den Kanadier Denis Villeneuve, der mit „Blade Runner 2049“ einen würdigen Nachfolger gedreht hat. 15 Fakten über Ridley Scotts futuristischen Noir-Thriller aus dem Jahr 1982, eines der einflussreichsten Werke der Kinogeschichte.

•"" basiert auf Motiven von Philip K. Dicks Roman "Träumen Androiden von elektrischen Schafen?" aus dem Jahre 1968. Der Filmtitel stammt von Alan E. Nourses Science-Fiction-Geschichte "The Bladerunner“ (1974), die William S. Burroughs zu einem (nie verfilmten) Drehbuch und einer Novelle ("Blade Runner: A Movie") adaptierte. Ridley Scott erwarb nur die Rechte an dem Titel, der sich in Burroughs Version auf eine Person bezieht, die illegale Chirurgeninstrumente verkauft.

•Ursprünglich hatte Drehbuchautor Hampton Fancher die Rolle des Rick Deckard für Robert Mitchum, Hauptdarsteller in zahlreichen Film-Noir-Klassikern, geschrieben. Was vielleicht noch gepasst hätte im Gegensatz zu Dustin Hoffman, der lange Zeit erste Wahl gewesen war. Der war sehr interessiert, wollte aber die Hauptfigur völlig anders anlegen. Auftritt Harrison Ford…

•Hier der Originaltrailer von damals:


•Der Begriff "Replikant" kommt in Dicks Roman überhaupt nicht vor, er schrieb von Androiden oder Andies, was aber aus Furcht, dass das gesprochen ziemlich komisch klingen würde, nicht für den Film übernommen wurde. Risa, Tochter von Drehbuchautor David Webb Peoples, seinerzeit Mikrobiologie- und Biochemie-Studentin, erzählte ihrem Vater von der Theorie der Replikation, dem Klonen mit duplizierten Zellen.

•Worum geht’s nochmal in "Blade Runner"? Das und noch viel mehr versuchte 1982 in diesem Interview mit dem Filmhistoriker John C. Tibbetts zu erhellen. Besonders wohl fühlte er sich dabei nicht:


•Immer noch unglaublich, wenn man sich den Film anschaut: Es gibt nur 90 Special-Effect-Aufnahmen, für die vorwiegend mit Modellen und Matte Paintings gearbeitet wurde.

war so beeindruckt von Rutger Hauer in Paul Verhoevens Filmen "Türkische Früchte“ (1973), "Das Mädchen Keetje Tippel“ (1975) und "Der Soldat von Oranien“ (1978), dass er den Niederländer die Rolle des strohblonden Replikanten Roy Batty besetzte, ohne ihn vorher getroffen zu haben. Zum ersten Meeting erschien Hauer mit großer grüner Sonnenbrille, rosaroter Satinhose und einem weißen Pullover mit einem Fuchs drauf. Scott erbleichte, blieb aber bei seiner Entscheidung.

•Von seiner Gage kaufte sich Hauer eine Jacht und taufte sie "The Bladerunner".

•Von dem Film existieren insgesamt sieben Versionen, in unterschiedlichen Schnittvarianten und mal mit, mal ohne Erzählstimme von Rick Deckard. Erst 2007 kam die von Ridley Scott intendierte Fassung als "The Final Cut" in die Kinos. Weil die Produktionskosten weitaus höher als geplant ausgefallen waren, hatten die Produzenten dem Regisseur die künstlerische Kontrolle entzogen.

•Für die Schlussszene der ersten, nicht von Scott gewollten Kinofassung, in der Deckard und Rachel mit dem fliegenden Auto aus der Stadt fliehen, wurde Outtake-Material aus Stanley Kubricks "The Shining" verwendet.

•Der legendäre Soundtrack von Vangelis kam erst 1994 als eigenes Album heraus. 1982 war zwar bereits eine LP mit einer vom New American Orchestra eigens eingespielten Musik erschienen, die aber völlig anders klang, als das Original.

•Nur wenige Filme hatten einen so großen künstlerischen Einfluss wie "Blade Runner“. Exemplarisch drei Beispiele.

Eine Szene aus Luc Bessons "Das fünfte Element“:


Das Video zu George Michaels Song "Freeek“ (2002):


Ein Subaru-Werbespot von 2007:


•Das sagten die Kritiker:

"Science-fiction-Anhänger werden 'Blade Runner' mögen, für die Genauigkeit und die Konsequenz in der Umsetzung seiner Vision, für seine Ambitioniertheit und seine Eigenwilligkeit. Inhaltlich ist der Film hingegen ziemlich schlampig, nichts wird wirklich schlüssig erzählt, der Plot ist unverständlich, einige Figuren bleiben undurchschaubar, andere verschwinden einfach. Die Story schlingert ungelenk umher, und der Held Deckard, der sich als altmodischer Detektiv seinen Weg durch das Weltraumzeitalter schlägt, ist langweilig und unglaubwürdig." (New York Times)

 

"Ridley Scott ist nicht besonders gut im Bildaufbau. Wir wissen nie wirklich, in welchem Teil der Stadt wir uns gerade befinden, oder wo das in Relation zur Szene vorher beziehungsweise danach ist (Scott scheint sich in seinen eigenen Gassen verirrt zu haben und hat keinen Stadtplan dabei). Die pulpartige Spannungsgeschichte, in der der Held Deckard (Harrison Ford), ein ehemaliger Blade Runner, gezwungen wird, vier mörderische Replikanten zu jagen, die im Stadtgewimmel untergetaucht sind, reißt uns nicht mit."

•Das sagt Ridley Scott

"'Blade Runner' war ein Desaster. Er hat nicht funktioniert. Die Leute haben es nicht verstanden, weil er seiner Zeit weit voraus war. Ich wusste, dass der Film wirklich gut war und dachte nur: Was zum Teufel? Sie kapieren es einfach nicht. Damals habe ich mir angewöhnt, einfach weiterzumachen und keine Kritiken zu lesen. Lies keine Kritiken. Das zerstört dich."

•Das sagt Harrison Ford

"Wenn ich mir Blade Runner ansehe, denke ich nicht an die 50 Nächte, die wir im Regen gedreht haben, sondern an Rick Deckards Erzählstimme. Ich war vertraglich verpflichtet, für diese Clowns zu arbeiten, die einen schlechten Text nach dem anderen fabrizierten."

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