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Wale jagen aus dem Heißluftballon

Die Dreharbeiten zu der Naturdokumentation "Der weiße Planet" waren eine Gratwanderung für die Filmcrew, die trotz niedrigster Temperaturen einen enormen Aufwand betrieb.

Von Tilman Wörtz

Eine Düse faucht heißes Gas in die schlaffe Hülle eines Heißluftballons, bis sich über dem randlosen Weiß der Arktis ein Farbklecks aufbläht. Gleich wird der Pilot Dany Cleyet-Marrel aus seinem Ballon Filmaufnahmen machen, wie sie die Welt noch nicht gesehen hat: ein Dutzend Grönlandwale, die sich aus dem Golf von Boothia im äußersten Norden Kanadas wölben und gleich darauf unter eine Eisdecke abtauchen.

Die Kamera liegt schussbereit auf dem schwenkbaren Stativ. Das Barometer steht bei 950 Pascal. "Knapp unter Optimum für windstille Verhältnisse", summt Dany Cleyet-Marrel und setzt sich seine Pilotenmütze aus Hasenfell auf. Unter den Ballon hat er statt eines Korbes eine Sitzbank gebastelt, dahinter einen Propellermotor, der ihm das Navigieren seines Gefährts zum Drehort erlaubt.

Näher dran als jeder Hubschrauber

Knatternd wie ein Moped hebt der "Kinoballon" zum Flug über Wal und Eisberg ab. So nah wie Danys Erfindung kommt kein Hubschrauber ans Objekt. "Ich verschrecke die Tiere nicht und werfe keine Wellen auf." Deshalb buchen ihn Produzenten jedes Mal, wenn irgendwo auf der Welt ein großer Tierfilm gedreht wird, zum Beispiel "Nomaden der Lüfte", bei dem er Zugvögeln in Libyen auf ihrem Flug durch die Wüste gefolgt ist.

Heute ist die Arktis dran. "Der weiße Planet" wird der Film heißen, in Anlehnung an eine BBC-Produktion über die Meere, die vor drei Jahren unter dem Titel "Der blaue Planet" alle Erwartungen der Verleiher übertraf. Sie machte Tierfilme mit enormem Aufwand an Personal und Technik endgültig kinotauglich - und veränderte die Branche dadurch. Mit "dem weißen Planeten" will eine kanadisch-französische Koproduktion an diesen Erfolg anknüpfen, dem eigentlich nichts mehr im Weg steht. Außer die Natur vielleicht.

Einen Monat Drehzeit für zwei Minuten Film

Gerade mal zwanzig Meter ist der Kinoballon aufgestiegen, als sich Wind zuerst in Streifen ziehenden Wolken ankündigt, dann eine Delle in den Stoff bläst und Dany zurück aufs Eis zwingt. Einen Monat Drehzeit hat die Crew für eine nur zweiminütige Sequenz über Grönlandwale. Doch drei Wochen sind bereits vergangen, und auch heute kehren Dany und seine Kollegen ohne Aufnahmen ins Camp nahe der Eskimo-Siedlung Igloolik zurück, der letzten Ausfahrt vor dem Nordpol.

In einem Dutzend Zelten lagern fast viertausend Kilo Gepäck, die zwei Charterflugzeugen eingeflogen haben: Flossen, Neoprenanzüge und Sauerstoffflaschen. Kameras, Koffer voll Batterien und Super 16 mm-Filmrollen fürs Kinoformat. Dazu Schienen und ein Spezialkran, den Chef-Maschinist Claude Fortin so auf einem Eisberg platzieren will, dass die Kamera in einem Schwenk von der Spitze bis unter die Wasseroberfläche filmen kann.

Spezialeffekte wie für Actionfilme

Seine Firma Skygrip kreiert normalerweise Spezialeffekte für Spielfilme. Künstliche Wellen hat er bereits für eine Motorbootszene in "Star Wars" aufgeworfen oder die Szene in "Day After Tomorrow" montiert, in der Professor Halls Begleiter durchs Dach des verschneiten Zentralbahnhofs in New York stürzt und das Sicherungsseil mit einem Dolch durchschneidet.

Im windschiefen Bretterverschlag "Chez Brat" löffeln die zwei Taucher der Crew mit zerzaustem Haar und müdem Blick die kautschukartige Grütze des Hüttenwirts Brat. Ein paar Holzbänke gehören zur Einrichtung, zwei Gaskocher, Ablagen für Geschwirr, Instantsuppen und Nutellagläser. "Nur einen Meter Sicht", brummt Taucher David Reichert. Auch Tontechniker Richard Lavoie hatte Pech. Als er zehn Meter unter der Eisdecke Walgesänge aufnahm, die knarzten "wie ein sinkendes Schiff", zerquetschte der Wasserdruck sein Hydrophon.

Kondome dichten Mikrofone ab

Zu allem Überfluss kommt Sturm auf, treibt Packeis auf den Kieselstrand wie strandende Wale. Regen prasselt die nächsten zwei Tage gegen die winzigen Fenster von "Chez Brat" und verhindert weitere Ausfahrten. Tontechniker Lavoie nutzt die Zeit und dichtet ein Ersatzmikrofon mit einem Kondom für den Einsatz unter Wasser ab. Die Spezialanzüge und Filzeinlagen der Polarschuhe über den Leinen quer im Raum sind längst getrocknet, als Dany die Flucht nach vorne antritt: "Ich kann Euch mal ein paar Fotos des Kinoballons über den Wipfeln des Amazonas zeigen."

"Chez Brat" haben Generationen von Tierfilmern als Basis für Ausfahrten zur Eiskante in der Hooper-Meerenge genutzt. "Ich kenne die Buben alle: National Geographic, BBC, den Walross-Experten Adam Ravetch", poltert Hüttenwirt Brat, ein koboldhafter Kerl mit tiefen Furchen im Gesicht, während er durchs Fernglas die Gewitterwolken am Horizont prüft. "Aber so einen Auflauf wie bei denen hab ich noch nie erlebt. Wofür brauchen die das ganze Zeug?" Vor allem Geduld bräuchten sie zur Beobachtung der Tiere, raunzt er. "Ausgerechnet die haben sie aber nicht mitgebracht." Mit Walrossexperten Adam Ravetch konnte er gut, der kam oft. "Walrosse sind auch ein gutes Thema", sagt Brat. Die Franzosen aber sind ihm suspekt.

Dramaturgische Notizen des Regisseurs

Regisseur Thierry Piantanida, stets frisch rasiert und im makellosen Goretex-Look, überlässt Brat das Wetter und schreibt in engen Zeilen neue Szenen samt dramaturgischen Übergängen in sein Notizheft. Alle paar Sekunden züngelt er über die aufgesprungene Unterlippe - die einzige Schramme nach drei Wochen im Eis. Sein Film soll der erste werden, "in der nicht nur Informationen zu einzelnen Tierarten gegeben werden, sondern die Magie der Bilder beim Zuschauer ein Gefühl für die Schönheit und Zerbrechlichkeit der Arktis als Ganzes hinterlassen."

Auf die Aufnahmen am Ende des Films ist Piantanida besonders stolz: Ein Eisbär, der auf der Suche nach festem Grund unsicher über ein Meer loser Eisschollen tapst. "Er kann nur auf festem Eis Robben jagen. Schmilzt es weg, verhungert er." Auch in Igloolik setzt das Tauwetter von Jahr zu Jahr früher ein. Informationen, dass Eisbären deshalb 15 Prozent an Gewicht verlieren, hält Piantanida für sperrige Information, die es dem Zuschauer zu ersparen gilt. Stattdessen wird ein Mix aus Eskimo-Gesängen und Minimal Music den Bildern unterlegt. "Das hier soll keine Dokumentation werden", sagt Piantanida.

Cousteau ermöglichte Unterwasseraufnahmen

Ein Bruch zur Tradition seines großen Vorbilds und langjährigen Chefs Jacques Cousteau, dem legendären Meeresbiologen, auf dessen Arbeit die ganze Branche aufbaut. "Kapitän Cousteau" erfand 1936 ein wasserdichtes Kameragehäuse und ermöglichte damit die ersten Unterwasseraufnahmen. Seine Filme waren Feldstudien zugleich, Cousteau auch Leiter des ozeanografischen Instituts von Monaco. Über hundert Filme drehte er während der Kreuzfahrten auf der "Calypso", einen davon mit dem Regisseur Louis Malle. "Die Welt des Schweigens" wurde ein Kinohit und 1956 sogar mit einer Goldenen Palme in Cannes ausgezeichnet.

Doch in den folgenden Jahrzehnten fanden Naturstreifen nur noch im Fernsehen Publikum, meist als brav gedrehtes Anschauungsmaterial zum Thema "Wie ernährt sich das Eichhörnchen ?" Piantanida will zu jenen neuen Regisseuren gehören, die Natur als Spektakel in die Kinos zurückbringt. Als Dramaturg, nicht als Forscher.

Ein Drittel eingekauftes Material

"Wir wollen die besten Bilder der Arktis", sagt Piantanida. Dafür reichen selbst drei Jahre Dreharbeiten, fünf Kamerateams und mehr als tausend Stunden Film nicht. Piantanida hat ein Drittel des Materials "bei ein paar Verrückten eingekauft, die Jahre lang nur einer Tierart hinterher gepirscht sind".

Die spielenden Eisbär-Jungen in einer Schneehöhle: gekauft. "Dafür hat der Regisseur Jahre lang mit der Infra-Rot-Kamera experimentiert." Der gebärende Beluga-Wal: gekauft. Die Aufnahmen stammen nicht einmal aus freier Wildbahn, sondern dem Vancouver Zoo. "Solche Bilder sind nur unter kontrollierbaren Bedingungen möglich", gesteht Thierry Piantanida ganz offen. Makroaufnahmen von Plankton, dessen bizarre Formen in Neonfarben leuchten, entstanden im Bremenhavener Alfred-Wegener-Insitut.

Walross-Bullen samt Harem

Auch bei Adam Ravetch hat Piantanida eingekauft. Bilder von Walross-Bullen samt Harem, die nur zwei Stunden Motorboot-Fahrt vom Camp entfernt den Sommer verbringen. Doch wie lange würde es dauern, spektakuläre, Kino taugliche Bilder von ihnen zu bekommen? Seine Crew konzentriert sich lieber auf Grönland-Wale. Von dieser seltenen Art gibt's bisher kein gutes Archivmaterial.

Am nächsten Morgen sind die Eisschollen vor dem Kieselstrand verschwunden. Der Wind bläst ablandig und treibt das Packeis aufs offene Meer. Die Taucher versuchen ihr Glück aufs Neue und fahren mit dem Motorboot zur Eiskante über der Hooper-Meerenge. Keine Wolke am Himmel, kein Wal in der See. Erst nach zwei Stunden Warten zischt eine Fontäne in die Höhe, Hundert Meter vor der Kante.

Tauchen mit Walen

David Reichert kniet sich aufs Eis, macht sich möglichst klein für die Begegnung mit dem schreckhaften Riesen. Er setzt sich einen "Re-Breather" auf - eine Tauchermaske, die verbrauchte Luft nicht entblubbern lässt. Geräuschlos gleitet er ins Wasser, an einer Leine gesichert, falls ihn die Strömung unters Eis ziehen will. Die Sicht beträgt nur zwei Meter. Mit Hilfe seines extremen Weitwinkels würde dennoch der Kopf des 34 Tonnen schweren Kolosses aufs Bild passen und eine Kamerafahrt entlang des blauschwarzen Körpers ermöglichen.

Doch der Wal dreht ab. David erwischt nur seine Flanke, nicht den Kopf, nicht die dramatische Pause vor dessen Erscheinen im Dunkelgrün des arktischen Meeres. Nach nur zwanzig Minuten muss er aus dem eisigen Wasser und sich mit Kaffee wärmen.

Permanenter Wechsel zwischen Tauchgang und Kaffeepause

Tauchgang. Kaffeepause. Tauchgang. Die Prozedur wiederholt sich in der nächsten Stunde ohne Erfolg. Nie kommen die Wale nah genug an die Kante. Erst als David Reichert gerade den Plexiglasdeckel des wasserdichten Kameragehäuses abschraubt und den Film wechselt, wölbt sich Kopf und Rücken eines Wals in majestätischem Bogen aus dem Meer, direkt neben der Eiskante. "Das ist der Shot! Das ist der perfekte Shot", zischt David Reichert und fummelt mit klammen Fingern den Film ins Gehäuse, um den Wal vielleicht doch noch zu erwischen. Zu spät.

Sechs Uhr Abends. Obwohl noch taghell, wird das schräg einfallende Sonnenlicht bald nicht mehr intensiv genug für Sicht auch unter Wasser sein. David Reichert denkt schon an Rückzug, als es die Arktis doch noch gut mit ihm meint. Sie schickt einen weiteren Wal, der Drehbuchgemäß an der Eiskante entlang schwimmt. Und diesmal kriegt er ihn: Zuerst den mächtigen Kopf, der ein ganzes Drittel des Wals ausmacht, samt weißem Fleck am Unterkiefer; dann entlang des Bauches, auf dessen rauer Haut Algen wachsen, bis sich nach sechzehn Metern die mächtige Schwanzflosse auffächert.

Jubel bei "Chez Brat"

"Wochen lang gedrückte Stimmung und dann dieser Volltreffer!" jubelt Taucher Reichert, als er durch die windschiefe Brettertür "Chez Brat" betritt. Laune-Umschwung bei den anderen. Das zweite Kamerateam macht sich sofort in Motorbooten zur selben Stelle auf, Kinoballon und Dany an Bord. Der Stoff knistert beim Auslegen in der klaren Luft, das arktische Licht zeichnet selbst noch um Mitternacht scharfe Umrisse von Mensch, Eis und Ballon. Dany zündet die Düse. Vergeblich. Auch diesmal muss er zuschauen, wie aufkommender Wind seinen Kinoballon verbläst.

Erneut stundenlanges Warten auf Wale und Windstille. Die Crew kocht Espresso auf einem Gaskocher, knabbert Salzkekse mit Philadelphia-Käse. Der Kamera-Assistent borgt sich den Day-After-Tomorrow-Dolch, um ein verklemmtes Objektiv zu lockern. Das Objektiv bleibt fest, der Dolch bricht ab. Dany sieht blass und müde aus. Er braucht jetzt Sympathie aus der Gruppe. Deshalb erzählt er die Geschichte, wie er mit seinem Ballon auf einer Bullenwiese mitten zur Brunftzeit notlanden musste.

Jagdinstinkt bietet Abwechselung

Ein Schuss schreckt das Kaffeekränzchen auf. Alle drehen sich Richtung Eiskante, wo Eskimo-Führer Sam mit Gewehr im Anschlag regungslos einer abtauchenden Robbe hinterherblickt. Er hat die Crew auf der Suche nach Walen geleitet und vor brüchigen Stellen beim Wandern über die Eisdecke bewahrt. Nun bietet sein Jagdinstinkt willkommene Abwechslung in der Drehpause.

Als er die Fluchtrichtung des angeschossenen Tiers ausgemacht hat, springt er in das Motorboot, das eigentlich Dany retten sollte, falls Wind seinen Ballon aufs offene Meer getrieben hätte. Gleich wird die Robbe wieder auftauchen, um Luft zu holen - eine Millisekunde Zeit für den tödlichen Schuss. Kamera-Assistent und "Chef-Maschinist" übernehmen das Steuer, damit sich Sam ganz aufs Zielen konzentrieren kann. Fachgerecht nimmt er noch an Ort und Stelle den Seehund aus.

Der Wind weht die Hoffnung fort

Die Dialoge um den Espressokocher drehen sich bald um Urlaubspläne und Kindergeburtstage. Der Wind hat Danys letzte Hoffnung auf einen Aufstieg fortgetragen. Auch der Kaffee wärmt nicht mehr. Die Crew will dennoch jede Chance in den letzten Stunden vor Abflug nutzen. Ein Wal schaltet sich prustend ins Gespräch ein.

Aufgeregtes Zischen: "Wo war die Fontäne?" Kameramann Thierry Machado bringt rasch sein Stativ direkt neben den Gedärmen und Fettpolstern des Seehunds in Stellung. Nur drei Meter vor seiner Linse taucht der Wal wieder auf, gefolgt von einem ganzen Dutzend. Ihr gemächliches Gleiten folgt dem Rhythmus einer anderen, dem Menschen verborgenen Welt.

Geisterhafter Effekt des Zwielichts

Die blauviolette Polarnacht hat den Horizont zwischen Meer und Himmel herausgelöst, leichter Nebel verstärkt den geisterhafen Effekt des Zwielichts. "Ein Phantom!" stellt Thierry Machado fest, seine Augen unter dem Lockenkopf von kindlichem Enthusiasmus geweitet. Dank seines Sinns für Licht und Poesie hat der 44-jährige Franzose in "Nomaden der Lüfte" bereits Gänse zu Kinostars gemacht, in "Mikrokosmos" sogar Ungeziefer. Das Gleiche soll ihm jetzt mit Walen gelingen.

"Von links kommt noch einer...und noch einer", nervt der Kamera-Assistent. Doch Thierry Machado hält die Kamera so lange auf ein paar Möwen gerichtet, die zwanzig Meter vor der Eiskante knapp über dem Wasser flattern, bis auch an dieser Stelle ein Wal auftaucht. Der Wal geht in Seitenlage und streckt eine Flosse von sich. "Er fliegt! Vielleicht fliegt er gleich übers Eis?" freut sich Thierry Machado.

"Nur der Charme der Bilder interessiert"

Wohin er dann wohl flöge? Zu neuen Nahrungsgründen und Brutplätzen? "Was weiß denn ich", brummt der Poet mit Kamera, "mich interessiert nur der Charme der Bilder." Am Ende des Drehs wird Thierry Machado und David Reichert acht Stunden Film über Grönlandwale belichtet haben. Das Material wird Regisseur Thierry Piantanida so gut gefallen, dass er die Sequenz im Film von zwei auf vier Minuten verdoppelt.

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