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Vollbluthengst ersetzt Stadtneurotiker

Ein Sexprotz war er immer nur im Kopf. Trotzdem kriegt Woody Allen die schönsten Frauen. Diesmal stehen Scarlett Johansson und Penelope Cruz für ihn vor der Kamera. Das könnte auch daran liegen, dass der US-Regisseur diesmal einen ganz neuen Typ Mann auf sie loslässt.

Von Sophie Albers

Es heißt, man könne einem alten Hund keine neuen Tricks beibringen. Woody Allen ist mittlerweile 73 Jahre alt, und doch jongliert er nun mit nie gesehenen Keulen und steht dabei auch noch auf einem Bein.

"Vicky Cristina Barcelona" heißt das jüngste Werk des professionellen Leinwand-Neurotikers, und es ist ein Feuerwerk der Lust geworden: der Lust an der Schönheit, an der Liebe, am Schmerz, am Sex. Den hat diesmal allerdings nicht der verhuschte, kleine Nerd, sondern ein Bilderbuch-Mannsbild. Das ist wirklich mal was Neues, Mister Allen.

All die Jahre war der New Yorker mit der Hornbrille der Held zahlreicher Film- und Kulturkritiker, was vielleicht auch daran lag, dass sie den schmächtigen, erdbeerblonden Brillenträger für einen der ihren hielten. In Filmen wie "Annie Hall", "Manhattan" und "Everybody Says I Love You" überwanden Intelligenz, Witz und Charme körperliche Unzulänglichkeiten, reichten in Allens Wunderland völlig aus, um Frauen wie Diane Keaton, Mariel Hemingway und sogar Julia Roberts flachzulegen. Aber diese Traumzeiten sind mit dem neuen Film vorbei.

Ménage à quattre

Mit Javier Bardem, den Allen in Barcelona mit den Hollywoodsirenen Scarlett Johansson, Penelope Cruz und Rebecca Hall in eine Ménage à quattre schickt, hält die animalische Liebesmaschine Einzug. Bardem hat seine Killer-Perücke aus "No Country For Old Men" abgelegt und gibt mit Schlafzimmerblick und gutturalen Lauten den Faun, im Film Juan Antonio genannt, der sie auch ohne Worte alle rumkriegt: das verruchte Häschen Cristina (Johansson), die prüde Pragmatikerin Vicky (Hall) und natürlich seine durchgeknallte, übererotische Exfrau Maria Elena (Cruz). Was ist los in Neurotikerhausen?

Zwei Amerikanerinnen sind zum Bildungsurlaub in Barcelona. Da laufen sie dem gefeierten Maler Juan Antonio in die Arme, der sie gleich mal zu gutem Essen, Wein und Liebemachen einlädt. Vicky lehnt empört ab, Cristina ist beeindruckt, und schließlich landen nicht nur die drei, sondern auch noch Antonios Ex-Frau Maria Elena im Bett. In welcher Reihenfolge sei nicht verraten.

Neue wilde Wolllust

Bereits in "Match Point" war Allen von seinem Konzept "alter Intellektueller verführt junge Frau" abgewichen. Doch blieb Hauptdarsteller Jonathan Rhys-Myers ein kalter Fisch, selbst als er Johansson in wilder Wolllust die Kleider vom Leib riss. Mit der Verkopftheit ist jetzt Schluss. Denn wie gesagt: Bardem ist der Anti-Allen. Seine Haut ist braun und prall anstatt bleich und empfindlich, seine Brust behaart und seine Arme stark, wenn er sich eine Bettgenossin sucht.

Um so erstaunlicher ist da die Beobachtung, dass Johanssons Cristina neben geballter Erotik auch die eine oder andere Nerd-Qualität aufweist. Die Schusseligkeit, die zuweilen zur Tolpatschigkeit wird, die Unentschlossenheit, das Grübeln, das permanente Zweifeln. Würde man nur die Texte ihres Drehbuchs lesen, vor dem geistigen Auge entstünde eine Figur, die ein bisschen wie Woody Allen aussieht. Und genau das hat Allen doch immer gewollt: "Es gibt nur eines, was ich in meinem Leben bereue", hat er einmal gesagt, "dass ich nicht jemand anderes bin".

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Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo

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