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8. März 2010, 07:46 Uhr

"Oscar und Penelope, das ist Über-Bingo!"

"Hahaaah! Uhuuuh!" jubelt Jeff Bridges

Heute aber sprach Bullock vor Schreck nur Englisch, so baff war sie, als sie nun auch noch den Oscar gewann für ihre Rolle in "The Blind Side". Kaum war ihr Name verkündet worden, kaum hatte ihr Gatte Jesse James sie geküsst, da bewegte Bullock sich wie ferngesteuert Richtung Bühne. Vorbei an Meryl Streep, ihrer engsten Konkurrentin, der Rekordfrau, die zum 16. Mal für einen Oscar nominiert war und Bullock nun einen fröhlichen Klaps auf den Po mitgab. "Habe ich das wirklich verdient", fragte Bullock schüchtern, ihre Trophäe in der Hand, "oder habe ich euch in den letzten Wochen einfach nur mürbe gemacht?" Dann lachte sie. Wie auch Jeff Bridges lachte, natürlich, er wurde zum besten Hautdarsteller gekürt für seinen Part als Country-Sänger in "Crazy Heart". "Ohoooh!", jubelte er. "Hahaaah! Uhuuuh!"

War die Preisverleihung bis dahin etwas fad und ohne große Gefühlsausbrüche oder Pointen dahingeplätschert, waren all die Einzelpreise eingebettet in die zweite Nicht-Überraschung - den Goldregen für "The Hurt Locker". Angefangen in der Kategorie bestes Originaldrehbuch: Da gewann Mark Boal, ein Mann mit brauner Fönwelle, der als Journalist im Irak-Krieg bei den amerikanischen Truppen "embedded" war und auf dessen Erfahrungen Kathryn Bigelows Film basiert. Boal hat für sie sein erstes Drehbuch geschrieben, und nun bekam er seinen ersten Oscar dafür, "und den widme ich unseren Truppen in Afghanistan und im Irak", so Boal.

Weiter ging es mit den Kategorien bester Tonschnitt, bester Ton, bester Schnitt, die alle an "The Hurt Locker" gingen. Sechs Auszeichnungen insgesamt. Zwischendrin gab es drei Preischen für "Avatar", der in den Abteilungen bestes Szenenbild, beste visuelle Effekte und eben beste Kamera gewann. James Cameron guckte bisweilen ziemlich sparsam, aber dann lächelte er doch, er stieß sogar einen Jubelschrei aus, obwohl er verlor: Kurz vor Ende der Verleihung betrat Barbra Streisand die Bühne, um den besten Regisseur zu ehren.

Jurorin Barbra Streisand übergibt Hollywood-Geschichte

"Heute könnte Geschichte geschrieben werden", sprach Mrs. Streisand. "Kathryn Bigelow könnte die erste Frau sein, die diesen Preis gewinnt". Dann öffnete sie den Umschlag, schaute hinein und sagte: "Nun, die Zeit ist gekommen ..." Da lächelte Bigelow schon, eine Lady mit langen, braunen Haaren, die wusste: Der Preis ist mein! Stolz schaute Drehbuchautor Boal ihr hinterher, als sie auf die Bühne ging, um ihren Oscar abzuholen. Er ist heute ihr Lebensgefährte, und wenig später stürmte er zu Bigelow auf die Bühne, als Tom Hanks verkündet hatte, welcher Film zum besten Film des Jahres gekürt worden war. Das war - na klar, "Hurt Locker". Kathryn Bigelow hielt nun sowohl in der linken Hand einen Oscar und als auch in der rechten, als wolle sie gleich Hanteltraining damit machen. Die stärkste Frau von Hollywood.

Von Ulrike von Bülow
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KOMMENTARE (8 von 8)
 
elevenstar (08.03.2010, 11:56 Uhr)
An Wiebitte20081
Es gibt eine plausible Erklärung dafür, warum es für deutsche Schauspieler sehr schwer ist, in Hollywood Fuß zu fassen und das immer gleiche Kriegsthema aus deutschen Landen die besten Chancen hat! Marlon Brando 1998 hat sich dazu geäussert und wurde dafür in der Filmgesellschaft abgewatscht und fiel in Ungnade. Es ist vielmehr Tatsache als Antisemitismus, WER von den Produzenten, Regisseuren und Filmbossen das Sagen in Hollywood (bereits) hat! Aber öffentlich aussprechen darf man es scheinbar nicht. Ob dieser Kommentar abgedruckt wird, ist fraglich...
derkristof (08.03.2010, 10:31 Uhr)
Afghanistan?
@DonFuego: auch wenn ich Dir in der Sache Recht gebe...Du hast beim Sehen schon mitgekriegt, dass Hurt Locker im Irak spielt, oder?
schreibtherapie (08.03.2010, 10:29 Uhr)
The Cove
Viel wichtiger ist, dass die Dokumentation The Cove gewonnen hat. Das hat mich am meisten gefreut. Da ich selten so eine gute Doku gesehen habe, die mich auch wirklich so sehr mitgenommen und berührt hat.
tabularasa (08.03.2010, 10:17 Uhr)
HERZL. GLÜCKWUNSCH...
...an Herrn Waltz!
tannebaum (08.03.2010, 10:05 Uhr)
war das nicht vorher schon klar???
politische correctness war lange tonangebend. so wurden vor jahren endlich schwarze bedacht, auch wenn deren filme eher zu ihren eher schlechteren gehören.
dann frauensport, dann wieder mal krieg.

nun sollten es die doch wieder eher kommerziellen filme werden. mit etwas politischer correctness noch, aber eben auch erfolgreich.

nun, die neuauflage von pocahontas (diemal nur in blau und mit bio-effekt) hat nicht abgeräumt, aber supermordende nazis und deren gegenspieler.

vor jahren wäre tarrantino allerhöchstens als trash durchgegangen, aber heute...

im endeffekt alles mist und irgendwie weit ab von einst richtig großen filmen. scheinbar muss man sich dem publikum eben anpasen. etwas doof, unterhaltungssüchtig, gewaltverherrlichend und schnell vergesslich.
DonFuego (08.03.2010, 09:46 Uhr)
@befriend
Erstmal "The Hurt Locker" ansehen, mein Freund, dann kommt das vielleicht nicht mehr so'n vorschnelles Pauschal-Urteil dabei raus. Der Film geht an die Substanz. Erst danach hab ich verstanden, was da in Afghanistan wirklich abgeht. Sehens- und empfehlenswert!
Wiebitte20081 (08.03.2010, 09:29 Uhr)
???
Na Endlich.Einen Oskar.Für die grossartige schauspielerische Darstellung.Da wird ein Topschauspieler den ich sehr Schätze dafür geehrt das er einen Nazi abgibt.Die Deutschen können zm Wettbewerb schicken Wen oder Was sie wollen.Solange die Handlung des Beitrags nicht irgendwo bei 1933 anfängt oder zumindest die Hauptfarbe Braun ist gewinnen die da so gut wie nie einen Topf.Wer hat da drüben in der Filmindustrie eigentlich das Sagen?Genau.Das Boot,Schindlers Liste. Der Pianist ,die Flucht.etc .Egal wer es Dreht.Deutschland besteht anscheinend auch heute noch in den Augen der(Film)Welt immer noch aus SS Offizieren,Marlene Dietrich und dem Alexanderplatz..Und diese Klischee bediene die deutschen Filmemacher auch nur zu gern.
befriend (08.03.2010, 09:15 Uhr)
Oscar?
Natürlich alle Preise an Kriegsfilme typisch Ami´s
Das ist auch alles was die können-Krieg-
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