Während in England ungemindert das Indien-Fieber grassiert und der Markt dementsprechend boomt, hat die indische Film-Industrie unter den Anschlägen auf das World Trade Center in New York gelitten. Produktionen und Aufnahmen in den USA wurden verschoben und so manch ein Filmemacher stürzte sich in Schulden.
Im Ausland wirbt Bollywood mit niedrigen Produktionskosten. Bei den Filmfestspielen 2002 in Cannes betonte der indische Filmpolitiker Anjuly Chib Duggal, dass die indische Filmindustrie moderne Technik, Software und Know-how bei geringen Kosten bereit stellt. Beispielsweise kostete der opulente Film "Devdas" zirka 13 Millionen Dollar - und war damit die bislang teuerste indische Produktion. Mit einem solchen Budget lässt sich heute weder in Europa noch den USA ein vergleichbar aufwändiger Film realisieren. Dennoch schrecken ausländische Filmemacher vor Produktionen in Indien zurück. Schuld daran sind die langwierigen Genehmigungsverfahren der indischen Bürokratie. So machte beispielsweise der Regisseur Oliver Stone aus genau diesem Grund seine Drehpläne für den Historienfilm über Alexander den Großen rückgängig.
Nicht jeder in Indien produzierte bzw. Indien thematisierende Film ist ein Bollywood-Schinken. Außerhalb Bombays werden jährlich weitere 500 Filme gedreht, die sich in Inhalt und Machart vom Bollywood-Film abheben. Sie bewegen sich deutlich weniger konsequent innerhalb der Dualität von Gut und Böse und Tanz und Musik dominieren nicht das Geschehen.
Birgit Helms