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14. August 2007, 15:25 Uhr

Superhelden in der Midlife Crisis

"Mit dem Silver Surfer taucht dieses Mal eine neue Figur auf, die einer der coolsten Comic-Charaktere aller Zeiten ist", schwärmte Regisseur Tim Story zu Beginn der Dreharbeiten. "Deswegen haben wir mit größeren Stunts, mehr Action und mehr CGI-Effekten noch einen draufgesetzt." Einen draufgesetzt hat Story mit der Fortsetzung allemal. Keine Comicverfilmung der letzten Jahre lieferte bisher solch eindimensionale Charaktere, eine zähe Story, die sich nur mühsam von Szene zu Szene hangelt und ein Potpourri an gewolltem Humor. Eichingers Silver Surfer debütiert als chromverzierter Außenseiter mit gefühlten zehn Zeilen Text.

Ein Feuerwerk an dummen Sprüchen

Nichtsdestotrotz scheint Regisseur Tim Story dieses Mal an sein weibliches Publikum gedacht zu haben, sodass ein Großteil der ersten sechzig Minuten von Reed "Mr. Fantastic" Richards' (Ioan Gruffudd) und Sue "Invisible Girl" Storms (Jessica Alba) Hochzeitsvorbereitungen überschattet wird. Begleitet wird das Traumpaar von einer Depression, die vor allem unter Superhelden um sich zu greifen scheint: Wie dunkel sind die Schattenseiten des Ruhmes? Warum nicht aufs Land ziehen, unterrichten und kleinen Superhelden beim Aufwachsen zusehen?

Da sind selbst Ben "Das Ding" Grimm (Michael Chiklis) und Johnny „Die menschliche Fackel“ Storm (Chris Evans) dazu bereit, ihre ständigen Reibereien zumindest kurzzeitig auf Eis zu legen. Ansonsten lässt das ungleiche Duo keine Gelegenheit aus, um die Pubertät aufleben zu lassen.

Und obwohl "Das Ding" seit der zu langen Garzeit in der Strahlenwolke felsig und plump daherkommt, sorgt Jessica Alba mit androidblauen Augen und einer pantomimischen An-Aus-Mimik für neue Tiefpunkte. So war die Entscheidung, Chris Evans nach seinem Erfolg mit "Sunshine" die Hauptrolle zu geben, durchaus klug. Doch spätestens nach der einzig sehenswerten Stelle in diesem 90-Minüter, der Hetzjagd auf den Silver Surfer quer durch das New Yorker Tunnelsystem, lässt der Heißsporn dumme Sprüche regnen. Bedauerlicherweise kennt das Publikum die spannendste Szene schon aus dem Trailer.

Übertriebene Elefant-im-Porzellanladen-Komik

Respekt gebührt - trotz jeder Menge Styropor und Latex - Michael Chiklis in der Rolle des Mensch gewordenen Fels. Während sein Team aus einem Glamour-Pärchen à la Brad und Angelina und einem draufgängerischen Frauenheld besteht, wurde er zum entstellten Monster. Neben übertriebener Elefant-im-Porzellanladen-Komik bringt "Das Ding" ein wenig Tiefe in den Plot. Leider haben die Maskenbildner versagt: Pjörnrachzarck, der Felsenbeißer aus Wolfgang Petersens "Die unendliche Geschichte" ist dem "Ding" in Sachen Felsoptik um Äonen voraus. Man befürchtet, die orangenen Pappplatten könnten jederzeit abbrechen. So ist der Film vor allem eines: Kurz, aber langweilig.

Von Felix Disselhoff
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KOMMENTARE (8 von 8)
 
duesburg (16.08.2007, 23:43 Uhr)
Richtig
Habe das mit den ersten Batmanfilmen nochmal nachrecherchiert. Ihr habt recht. Werde mal schauen, ob sich das noch ändern lässt
barryallen (15.08.2007, 01:55 Uhr)
60er
Egal ob bunt oder nicht. Burtons Batman war Müll in meinen Augen. Er hätte vielleicht vorher mal die Comics lesen sollen. F4-TKKG. Sehe hier nicht unbedingt einen Bezug, da F4 um einiges differenzierter ist. Ausserdem ist F4 aus den sechzigern und die Moralvorstellungen und Rollenverteilungen dieser Zeit waren anders.
hq79 (14.08.2007, 23:37 Uhr)
Tim Burtons knallbunter Batman??
da hat jemand nicht richtig geguckt und stellt dann falsche behauptungen in den raum.
die knallbunten batmanversionen waren von joel schuhmacher (nippel, poprothesen, riesensuspensorien, viel farbiges geblinke und dumme witze). tim burton war für die ersten zwei teile zuständig (morbid-verstörende irrenhauscomicästhetik).
abgesehen davon ist rise of the silver surfer wohl eine der erbärmlichsten ausreden dafür leute irgendwie ins kino locken zu wollen. und weil filme sowieso nicht mehr besser werden wird sich wohl auch kaum jemand über diese farce beschweren.
hiro42 (14.08.2007, 18:41 Uhr)
Siver Sufer
F4 die zweite kann wirklich nicht viel. Aber ALEX PROYAS wird einen eigenen Siver Surfer Film machen - das wird zweifelsfrei DER Film 2008.
js110010 (14.08.2007, 16:49 Uhr)
@Malt
Jaja, die unsichtbare Pfote :-)
Recht hast Du.
Musst mal alte Comics von denen aus den 60ern sehen. Ich sage nur, ein Rausch von hochtoupierten Haaren
Freaker (14.08.2007, 16:46 Uhr)
naja geht so
also vom trailer her, hätte man sich mehr versprochen...
Malt (14.08.2007, 16:45 Uhr)
Für mich...
waren die Fantasitischen Vier immer sowas wie die MARVEL Ausgabe von TKKG... oberflächlich und Klischeehaft! Und Gaby, äh ich mein Invisible Woman darf doch eh nur mitmachen wiel se die Alte vom Chef ist....
js110010 (14.08.2007, 16:33 Uhr)
kann ich "leider" nicht zustimmen
ok, der erste Teil war grottenschlecht.
und es gibt sehr wohl eine viel schlechtere Comic-Verfilmung der letzten Jahre: Superman Returns! Tataaa! Na, hab' ich gewonnen?
Ok, mir gefiel der zweite Teil der F4 ganz gut. Warum?
Erstens nur 90 Min und nicht wie Spiderman&Co 130.
Gute Gags. Ok, kein Woody Allen, aber auch kein Adam Sandler.
Die Tricks. Alle sehr gut geworden. Ok, Ben sieht vielleicht etwas schlapp aus, ist aber an der Grenze.
Und zum Glück redet der silver Surfer nicht zu viel. Im Gegensatz zu den meisten selbst ernannten Kennern mochte ich diesen wortkargen Gesellen nur, wenn er vom Hulk die Hucke voll bekam.
Und außerdem, bin ich froh, dass Galactus nicht wie in den Comics dargestellt wurde. Solche im Weltall schwebenden Riesenfiguren, die mal so groß wie ein Hochhaus und auf der nächsten Seite so groß wie ein Kontinent sind, kommen in Realfilm nicht gut rüber. Und kurz sind die Umrisse von Galactus' Helm zu erkennen. Müsst mal drauf achten.
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