. .
Film, Kino, DVD
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
27. Februar 2006, 18:01 Uhr

"Robot-Männchen sind mir auch schon begegnet"

So kokett hat man sie lange nicht gesehen: Franka Potente auf dem Weg zu einer Berlinale-Gala© Jan Woitas/DPA

Sie haben eine Karriere, die in zwei verschiedenen Filmindustrien abläuft, einmal in der deutschen, dann in der amerikanischen. Die Deutschen machen daraus "unser internationaler Star"...

...wie es gerade passt. Wissen Sie, was das Absurdeste ist, was ich gehört habe?

Nein.

'Sie ist ohne Oscar nach Hause gekommen.' Scorsese hat auch noch keinen Oscar, seid ihr bescheuert? (lacht) Thomas Kretschmann und ich, wir sind die internationalen Stars, und es gibt sicher noch jemanden.

Und wie ist Ihr Status in den USA?

"Run Lola Run", das freut mich sehr, dass das immer noch der erste Film ist, der genannt wird.

Sie spielen ja in Hollywood auch kleinere Rollen.

Das liegt daran, dass ich Europäerinnen spiele, was auch Sinn macht. Die Amerikaner kennen eine Handvoll deutscher Schauspieler. Was nicht daran liegt, dass sie sie nicht kennen wollen, sondern sie müssen auch die Filme sehen. Und da muss so ein Film auch rüberschwappen. Das war jetzt mit Martina Gedeck der Fall und "Mostly Martha". Sie hat gerade mit Robert de Niro gedreht.

Geht einem das auf die Nerven, wenn man in der deutschen Presse immer wieder an seinen Hollywood-Erfahrungen gemessen wird?

Ja. Das Seltsame ist, dass etwas so hochgejubelt wird, was man selbst gar nicht hochgehalten hat. Che Guevara ist ein gutes Beispiel. Ich habe niemals über das Projekt gesprochen. Jemand hatte in der "Variety" gelesen, dass das Projekt sich verschiebt. Dann kamen sie an und meinten, oh wie schade, das wird schon wieder nichts. Ich hatte darüber gar nichts gesagt, und jetzt verschiebt es sich eben, das ist doch nicht meine Schuld! Ich übertreibe jetzt, denn ich nehme es wirklich mit Humor. Ich bin seit elf Jahren dabei und so funktioniert das eben. Manchmal wünscht man sich, man könnte die Bremse ziehen und diese Aufgeregtheit rausnehmen. Gleichzeitig freut man sich auch, dass die Leute sich für einen freuen. Aber das ist auf einer anderen Ebene.

Um ein bisschen zu spekulieren - man könnte Sie sich auch gut als Ulrike Meinhof in Bernd Eichinger neues Projekt vorstellen?

Man kann bis ans Ende der Tage spekulieren...

Wäre doch eine tolle Rolle, oder?

Man muss immer etwas im Kontext eines Drehbuchs sehen.

Sie haben jetzt auch selbst einen Film gemacht, der auf der Berlinale vorgestellt wurde. Wieso sind Sie das angegangen?

Es hat wahnsinnig Spaß gemacht, aber es ist schon anstrengend und als Regisseur muss man eine Million Fragen beantworten, gleichzeitig und möglichst eloquent. Man steht dann da, sagt: 'Super Frage, aber ich weiß gerade die Antwort nicht'. Auf der anderen Seite zu stehen ist wirklich interessant. Wir haben zwölf Tage gedreht. Es ist ein kurzer Langfilm oder ein langer Kurzfilm geworden, 45 Minuten lang, ein Stummfilm. Es hat schon sehr viel Vorbereitung und Liebe zum Detail gebraucht. Aber ich habe Pre- und Postproduktion selbst gemacht, es war alles neu. Aber ich würde das gerne wieder machen. Es hat super funktioniert.

Wie ist es jetzt, wenn Sie als Schauspielerin ans Set gehen?

Eine Desillusionierung in einer gewissen Form. Ich glaube, wenn ich das mal so über mich sagen darf, dadurch, dass ich auch mit Regisseuren liiert war, bin ich jemand, der ganz okay ist mit Team und Crew. Aber man sieht vieles doch noch mal anders. Bei "Elementarteilchen" habe ich automatisch immer an das Budget gedacht. Als sie beispielsweise meinten, wir nähen dir noch einen Rock, habe ich gesagt, das braucht es doch gar nicht, wir drehen doch nur eine Halbnahe. Regisseur ist echt ein Knochenjob, vor allem wenn Leute monatelang drehen - oh Gott, ich wäre gestorben. Das stimmt natürlich nicht, du funktionierst so lange, wie du funktionieren musst.

Wie hat sich die Rezeption von Stars in Deutschland verändert?

Sehr komplexe Frage. Es wird ein bisschen entzaubert, dadurch dass es die vielen Shows gibt. Bei "Deutschland sucht den Superstar" sieht man, die können alle toll singen, jeder kann ein Star sein. Das ist auch okay, ich will das gar nicht so elitär für mich beanspruchen. Man wirft diesen nostalgischen Blick auf damals, wo es eine ganz große Distanz zwischen dem Star in dem Studiosystem und dem normalen Menschen gab. Das hat auch mit den Träumen zu tun, die Menschen haben. Die projizieren sie jetzt auf andere Dinge als auf Stars. Das spiegelt den Zeitgeist wider.

Interview: Kathrin Buchner
Seite 1: "Robot-Männchen sind mir auch schon begegnet"
Seite 2: Sie haben eine Karriere, die in zwei verschiedenen Filmindustrien abläuft, einmal in der deutschen, dann in der amerikanischen. Die Deutschen machen daraus "unser internationaler Star"...
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
"Elementarteilchen" Blümchensex statt Swingerorgien

Für seine Darstellung des sexuell frustrierten Lehrers Bruno bekam Moritz Bleibtreu zwar den Silbernen Bären. Trotzdem ist die Verfilmung von "Elementarteilchen" nur ein rühriger Abklatsch der radikalen Buchvorlage. mehr...

Berlinale-Premiere: "Elementarteilchen" Das deutsche All-Star-Team

Dank seiner gesellschaftskritischen Handlung und einer glänzenden Besetzungsliste erntete Oskar Roehlers Film "Elementarteilchen" zwar viel Beachtung, aber geteilte Bewertungen. Das deutsche All-Star-Team stand Rede und Antwort. mehr...

Franka Potente Die Fremdgeherin

Und wieder hat sie in Amerika gedreht: Deutschlands Export-Wunder Franka Potente spielt die Hauptrolle in einem Actionfilm - und zeigt Hollywood mal eine ganz andere Heldin. mehr...

Verwandte Fragen

Sie kennen die Antwort? Beantworten Sie die Frage hier oder senden Sie selber eine Frage

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (22/2012)
Dick im Geschäft