
So kokett hat man sie lange nicht gesehen: Franka Potente auf dem Weg zu einer Berlinale-Gala© Jan Woitas/DPA
...wie es gerade passt. Wissen Sie, was das Absurdeste ist, was ich gehört habe?
'Sie ist ohne Oscar nach Hause gekommen.' Scorsese hat auch noch keinen Oscar, seid ihr bescheuert? (lacht) Thomas Kretschmann und ich, wir sind die internationalen Stars, und es gibt sicher noch jemanden.
"Run Lola Run", das freut mich sehr, dass das immer noch der erste Film ist, der genannt wird.
Das liegt daran, dass ich Europäerinnen spiele, was auch Sinn macht. Die Amerikaner kennen eine Handvoll deutscher Schauspieler. Was nicht daran liegt, dass sie sie nicht kennen wollen, sondern sie müssen auch die Filme sehen. Und da muss so ein Film auch rüberschwappen. Das war jetzt mit Martina Gedeck der Fall und "Mostly Martha". Sie hat gerade mit Robert de Niro gedreht.
Ja. Das Seltsame ist, dass etwas so hochgejubelt wird, was man selbst gar nicht hochgehalten hat. Che Guevara ist ein gutes Beispiel. Ich habe niemals über das Projekt gesprochen. Jemand hatte in der "Variety" gelesen, dass das Projekt sich verschiebt. Dann kamen sie an und meinten, oh wie schade, das wird schon wieder nichts. Ich hatte darüber gar nichts gesagt, und jetzt verschiebt es sich eben, das ist doch nicht meine Schuld! Ich übertreibe jetzt, denn ich nehme es wirklich mit Humor. Ich bin seit elf Jahren dabei und so funktioniert das eben. Manchmal wünscht man sich, man könnte die Bremse ziehen und diese Aufgeregtheit rausnehmen. Gleichzeitig freut man sich auch, dass die Leute sich für einen freuen. Aber das ist auf einer anderen Ebene.
Man kann bis ans Ende der Tage spekulieren...
Man muss immer etwas im Kontext eines Drehbuchs sehen.
Es hat wahnsinnig Spaß gemacht, aber es ist schon anstrengend und als Regisseur muss man eine Million Fragen beantworten, gleichzeitig und möglichst eloquent. Man steht dann da, sagt: 'Super Frage, aber ich weiß gerade die Antwort nicht'. Auf der anderen Seite zu stehen ist wirklich interessant. Wir haben zwölf Tage gedreht. Es ist ein kurzer Langfilm oder ein langer Kurzfilm geworden, 45 Minuten lang, ein Stummfilm. Es hat schon sehr viel Vorbereitung und Liebe zum Detail gebraucht. Aber ich habe Pre- und Postproduktion selbst gemacht, es war alles neu. Aber ich würde das gerne wieder machen. Es hat super funktioniert.
Eine Desillusionierung in einer gewissen Form. Ich glaube, wenn ich das mal so über mich sagen darf, dadurch, dass ich auch mit Regisseuren liiert war, bin ich jemand, der ganz okay ist mit Team und Crew. Aber man sieht vieles doch noch mal anders. Bei "Elementarteilchen" habe ich automatisch immer an das Budget gedacht. Als sie beispielsweise meinten, wir nähen dir noch einen Rock, habe ich gesagt, das braucht es doch gar nicht, wir drehen doch nur eine Halbnahe. Regisseur ist echt ein Knochenjob, vor allem wenn Leute monatelang drehen - oh Gott, ich wäre gestorben. Das stimmt natürlich nicht, du funktionierst so lange, wie du funktionieren musst.
Sehr komplexe Frage. Es wird ein bisschen entzaubert, dadurch dass es die vielen Shows gibt. Bei "Deutschland sucht den Superstar" sieht man, die können alle toll singen, jeder kann ein Star sein. Das ist auch okay, ich will das gar nicht so elitär für mich beanspruchen. Man wirft diesen nostalgischen Blick auf damals, wo es eine ganz große Distanz zwischen dem Star in dem Studiosystem und dem normalen Menschen gab. Das hat auch mit den Träumen zu tun, die Menschen haben. Die projizieren sie jetzt auf andere Dinge als auf Stars. Das spiegelt den Zeitgeist wider.