Den Sprung von der Berliner Göre "Lolle" zur ernsthaften Schauspielerin hat Felicitas Woll längst geschafft. Im stern.de-Interview spricht sie über ihren neuen Film "Liebe Mauer" - und verrät, weshalb sie die Wendezeit immer noch berührt.
Es ist schwer, über sich selbst zu sprechen. Aber das war bei mir schon immer so. Als kleines Kind hatte ich pechschwarze Locken. Meine Mutter musste teilweise mit mir durch die Straßen rennen, denn jedes Mal wenn sie stehenblieb, haben die Leute mich angefasst und gesagt: 'Die ist ja süß'. Aber ich hoffe natürlich, dass es bei mir nicht nur die Ausstrahlung ist, sondern das Spiel auch noch gut ist.
Ich kann da gar nichts für. Es gab Situationen, wo ich bei einem Konzert in der zehnten Reihe saß und auf die Bühne geholt wurde. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass das an meinen Augen liegt. Wenn ich zum Beispiel durch die Straßen laufe und den Leuten in die Augen schaue, ist sofort eine Verbindung da. Das ist eine Aufmerksamkeit, die ich privat nicht haben will. Aber für den Beruf ist das natürlich wunderbar.
Klar. Auf jeden Fall wesentlich schwieriger, auch was das Kind angeht. Als Krankenschwester verdient man sehr wenig für die schwere Arbeit.
Absolut. Wenn ich zurückdenke, habe ich als Kind immer irgendwas gespielt. Ich habe mich verkleidet, meinen Eltern etwas vorgespielt, "Zauberflöte" gesungen oder in der Schule Theater gespielt. Aber ich hätte mich nie getraut, von mir aus den Beruf zu ergreifen.
Das war es nie. Auf diese große Aufmerksamkeit könnte ich auch verzichten. Auftritte wie bei "Wetten, dass..?" sind für mich Stress. Ich gehe gerne durch die Straßen, ohne dass man mich erkennt. So wie es jetzt ist, kann es gerne bleiben.
Ich lese die Drehbücher alle selbst. Es kommt natürlich auch viel Quatsch rein, wo ich nach zehn Seiten merke, dass mich die Rolle nicht interessiert. Ich entscheide nach Lust. Wenn ich mir nicht sicher bin, gebe ich das Drehbuch meiner Mutter. Die hat ein unheimlich gutes Gefühl dafür.