Dürfen Ihre Kinder das Internet frei benutzen?
Ja, sie haben freien Zugang, und ich weiß so ungefähr, was sie sich angucken. Eines Tages wird es vielleicht nicht mehr so sein. Ich werde es dann merken. Aber im Augenblick sehe ich keine Gefahr. Wir reden viel und offen. Wenn es schiefgeht, hat das viel mit Frustration zu tun. Wenn man Kinder zu kurz hält und sie dann frei lässt, übertreiben sie. Ich lasse meine Kinder nicht alles machen, aber vieles. Ich lasse ihnen viel Freiheit, aber ich will wissen, wo sie sind, mit wem, und wann sie wieder nach Hause kommen.
Haben Sie - wie Ihr "LOL"-Charakter - auch mal gekifft?
Jetzt nicht mehr, aber ich habe es. Und ich weiß, dass ich meinen Sohn nicht davon abhalten kann, es auszuprobieren. Aber ich will, dass er in der Lage ist, es zu kontrollieren. Ich will, dass er nicht Motorrad fährt, wenn er betrunken ist. Ich kann nicht verhindern, dass er Alkohol trinken und Pot rauchen wird, aber ich will, dass er sich bewusst ist, was er da macht.
Die Eltern haben sich in den letzten 25 Jahren sehr verändert.
Das haben sie. Früher waren es zwei Welten: die der Erwachsenen und die der Kinder. Da gab es keine Verbindung. Viele Kinder wurden sogar von anderen Leuten als ihren Eltern erzogen. Das ist schrecklich. Da fehlte Liebe, Vertrauen und Kommunikation. Aber auch körperliche Zuwendung. Kinder haben viel gelitten. Man muss seinen Kindern sagen, dass man sie liebt! Wenn sie sich dieser Liebe sicher sein können, können sie auch selbst lieben. Dann sind sie offener. Daran glaube ich sehr.
Viele Eltern leben heute getrennt.
Auch das ist schrecklich. Wichtig ist aber vor allem, dass das Kind Bescheid weiß: Mein Vater ist nicht mein leiblicher Vater, aber er ist nett, und ich mag ihn. Meinen leiblichen Vater liebe ich aber trotzdem. Oder auch nicht, weil er ein Arschloch ist, weil er die ganze Zeit betrunken ist und einen schlechten Charakter hat. Die Dinge müssen klar sein. Mehr oder weniger. In vielen dieser neugebildeten Familien ist wenigstens klar, wer du bist und wo du herkommst. Das ist besser, als wenn du mit 14 herausfindest, dass du nicht bist, wer du dachtest, dass du betrogen wurdest, dass man dir Lügen erzählt hat. Es gibt eine Menge Eltern, die sich einfach nicht genug kümmern. Die reisen, haben Spaß, aber die Kinder bleiben zuhause.
Hat Ihr Sohn "La Boum" und "LOL" gesehen?
"La Boum" nicht, aber "LOL". Und er hat ihn gemocht. Als er nach Hause kam, meinte er, im Film sei ich strenger als im wahren Leben. Aber ich glaube, er wollte mich manipulieren. (lacht)