Ja. Die Leute behandeln dich auf einmal anders. Es war bizarr. 15 Jahre vorher, als ich keinen einzigen Dollar besaß, hat mich niemand im Restaurant eingeladen. Und wenn du es dir auf einmal leisten kannst, sagen sie: "No money, please." Die, die dir wie einem Hund in den Arsch getreten haben, küssen ihn dir auf einmal. Damit konnte ich nicht umgehen.
Ich wurde arrogant. Ich dachte, ich verdiene das alles, weil ich so unglaublich gut bin. Und irgendwann wurde ich müde, Filme zu machen, es langweilte mich.
Ich bereue verdammt viel, glauben Sie mir. Aber ich habe mich mit dem Erfolg nicht wohlgefühlt. Ich dachte: Das kann nicht ich sein. Ich fühlte mich wohler auf der Straße, da komme ich her. Ich hasse sie, aber sie ist ein Teil von mir.
Ich fühle mich wohl mit Leuten, die auch von der Straße kommen. Nehmen Sie Robert hier (Rourke deutet auf einen Begleiter, der aussieht wie ein mexikanischer Drogendealer). Ich kenne ihn seit 15 Jahren. Bevor er mein Fahrer wurde, war er Bankräuber (Rourke ballert mit einer imaginären Pistole in die Luft), acht Jahre hat er gesessen. Ich mag ihn.
... und ich hab gegen Typen gekämpft, die zehn Jahre jünger waren als ich. Aber ich dachte, Fuck, bevor ich nur noch angeln kann, will ich noch boxen. Dieser Traum hat mich seit meiner Jugend verfolgt.
Beides hat mit denselben Dingen zu tun: mit Instinkt, Körpersprache, Konzentration. Du musst die Dinge fokussieren, und du brauchst Disziplin. Als Boxer habe ich wie ein Tier trainiert, ich hatte verdammten Schiss!
Ja, ich war ganz unten. Ich musste meine Motorräder verkaufen, um die Miete zahlen zu können. Das hat mich umgebracht, glauben Sie mir. Vor elf Jahren hatte ich zehn Motorräder, heute habe ich nur noch eins.
Es musste erst der schwärzeste Punkt meines Lebens kommen. Vor neun Jahren habe ich in meinem Haus in Los Angeles gesessen. Es regnete, blitzte, donnerte. Das Haus gehörte der Bank, ich hatte alles verkauft, alles verloren: meine Freunde, meine Motorräder, meine Ehre. Und dann wollte meine Frau mich verlassen. Sie hat zu mir gesagt: "Wenn ich bei dir bleibe, fange ich wieder mit den Drogen an. Du bringst mich um, du bist nicht beständig." Beständig: Das Wort musste ich erst mal nachschlagen. Heute weiß ich, dass sie Recht hatte. Ich habe wie ein Kind geweint, gefleht: Bitte geh nicht.
Übernommen aus ...
Stern
Ausgabe 28/2005