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5. März 2008, 15:53 Uhr

"Ich wollte keine Stars"

Unter den Gesichtern, die Sie gesammelt haben, ist nicht einziges berühmtes.

Ich wollte keine Stars! Ich habe den Studio-Bossen und Produzenten von Anfang an erklärt, ich könne mir nicht vorstellen, dass ein Jake Gyllenhaal im Steinzeit-Kostüm durch die Gegend wetzt. Das haben sie eingesehen. Also haben wir mit total unbekannten Schauspielern gedreht.

Wie kamen Sie auf Ihren Helden "D'leh"?

Ich habe Steven Strait auf dem Plakat für einen Film entdeckt, der passenderweise "Undiscovered" hieß. Wir haben auf der ganzen Welt gesucht, aber Steven - der aus Brooklyn kommt und italienischer Abstammung ist - hatte das perfekte "ethnische" Aussehen, das wir für unsere Ur-Menschen gesucht haben. Damit meine ich jene Züge, die man nicht als "typisch skandinavisch" oder "typisch arabisch" identifizieren kann, sondern die eine globale Unbestimmtheit haben, ein Mischmasch aus allen Rassen und Völkern.

Wer kam auf den Namen "D'leh"?

Ein kleiner Gag der beiden deutschen Drehbuchautoren Harald Kloser und Roland Emmerich - rückwärts gelesen, heißt es "Held".

Sprechen Ihre Ur-Typen in der amerikanischen Ur-Fassung Englisch?

Erst ließen wir die armen Schauspieler erfundene Sprachen lernen und vorsprechen, aber das hat überhaupt nicht funktioniert. Einer der Produzenten schlug vor, warum nicht Englisch, aber mit undefinierbarem Akzent? Und da kam uns plötzlich Omar Sharif in den Sinn. Er ist Ägypter, aber er spricht so viele Sprachen, dass sich alles irgendwie vermengt bei ihm. Wir haben ihn aufgenommen und die Schauspieler angewiesen, seinen Akzent zu lernen. Jetzt klingen alle wie Dr. Schiwago.

Sie haben gesagt, dass die Dreharbeiten zu "10.000 BC" die schlimmsten Ihres Lebens waren. Bislang klang es so, als hätten Sie Spaß gehabt.

Schon. Aber das Wetter! Wir hatten irres Pech. Als wir in Neuseeland ankamen, wo wir die Szenen im Jägerdorf gedreht haben, brauchten wir Sonnenschein. Es hat heftig geschneit. Und es war schweinekalt. Die Darsteller in ihren Kostümchen, die alle für afrikanische Temperaturen geschneidert waren, froren erbärmlich. Meine Crew stapfte in dicken Daunenjacken herum, aber mir war das peinlich, ich hab solidarisch ein bisschen mitgebibbert und immer nur ganz dünne Mäntel angezogen.

Aber dann führte Sie Ihre Weltreise ins schöne Kapstadt...

... wo es so schlimm geregnet hat, dass wir im Schlamm versanken. Alles wird gut, haben wir uns gesagt, wenn wir nach Namibia kommen. Dort erwartete uns Nebel. Dichter Nebel. Der brennt so gegen neun Uhr weg, versicherten mir die Einheimischen, aber mein Verdacht ist, dass sie die Produktion nur nach Namibia locken wollten. Ich weiß nicht, wie oft ich auf meine Uhr gekuckt und geflucht habe, jetzt ist doch elf - wo ist die Scheißsonne?!

Spätestens seit Ihrem Katastrophenfilm "The Day after Tomorrow" sollten Sie doch wissen, dass Wetter unvorhersagbar ist.

Wir haben 95 Prozent des Films im Freien gedreht, und tatsächlich haben alle gewitzelt, dass das Wetter sich nun bei mir rächt.

Können Sie, nach mehr als zwanzig Jahren im Filmgeschäft, wenigstens vorhersagen, ob Ihr Film ein Erfolg wird?

Was man als erstes lernt in dieser Branche, ist, dass man nichts vorhersehen kann. Und dass man irgendwann keine Kontrolle mehr hat über seine Arbeit. Du denkst, du hast einen Riesenhit in der Pipeline, und dann scheint in Deutschland die Sonne, und kein Mensch geht ins Kino. In Amerika geht keiner, wenn es regnet. Und man lernt außerdem, dass die Filme, die man am meisten bewundert, einst als Superversager galten. "Citizen Kane", "Blade Runner", das waren Flops. So gesehen, bin ich relativ entspannt.

Haben Sie das auch schnell gelernt?

Oh nein, dazu braucht man eine Menge Zeit.

Interview: Christine Kruttschnitt

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KOMMENTARE (6 von 6)
 
MisterL (07.03.2008, 18:49 Uhr)
Roland Jämmerlich
Eigentlich nur noch peinlich die Filme von diesem "Regisseur". Spricht schon Bände über die Verfassung des Publikums wenn seine Filme zu Kassenschlagern werden...
unheilig (07.03.2008, 13:16 Uhr)
gäähhnnn
wieder so ein film,denn keiner braucht:)
FIJI (06.03.2008, 05:05 Uhr)
Habe mir heute den Film angesehen..
war ganz ok! Habe schon schlechteres gesehen.
frank_horrigan (05.03.2008, 18:39 Uhr)
Einfache Rechnung:
Schwabe + Hollywood = Zelluloidverschwendung
Licorice (05.03.2008, 18:14 Uhr)
Flop ist relativ.
Die Kosten von 75.000.000 US-$ wird der Film locker wieder einspielen. Vielleicht nicht im Kino, aber sicher auf DVD.
"Der goldene Kompass" war (finanziell) ganz sicher kein Flop. Mit einem Einspiel von 331 Mio. US-$ alleine in den internationalen Kinos hat er über 150 Mio. US-$ Gewinn eingefahren hat. Die DVD Einkünfte betragen mindestens noch einmal das Doppelte. Die Fortsetzungen sind in Vorproduktion.
Deutsche scheinen es nicht zu mögen, wenn andere Deutsche im Ausland Erfolge feiern. Arm.
Alexander0815 (05.03.2008, 16:30 Uhr)
Wohl eher Flop, oder?
Naja, nach einer gestrigen Kritik vom Spiegel soll es sich bei dem Film diesmal wohl eher um einen "MAMMUT-FLOP" zu handeln. Ich warte lieber nochmal ab. Nach dem Reinfall mit diesem "Goldenen Kompass", bei dem ich (und auch andere Zuschauer) am liebsten während der Vorstellung rausgegangen wäre(n), bin ich bei den heutigen Eintrittspreisen lieber mal vorsichtig.
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