1983 tat er's dann noch einmal: Nachdem er Anfang der 80er Jahre mehrere Flops gelandet hatte, schlüpfte er mit 53 Jahren in den eleganten Smoking und verkörperte in "Sag niemals nie" den Superagenten 007. Der Film lief außerhalb der offiziellen James-Bond-Reihe, da er nicht von dem Gespann Broccoli/Saltzman produziert wurde.
In "Highlander - Es kann nur einen geben" spielte er 1986 einen Unsterblichen. Wie passend: Inzwischen hatte sich Connery wirklich unsterblich gemacht - und war nur noch ein Jahr von der Krönung entfernt: dem Oscar. Den gab es endlich 1987 für seine Rolle in Brian de Palmas "The Untouchables - Die Unbestechlichen". Connery spielt darin einen Polizisten im Kampf gegen Al Capone und die Prohibition. Der Film war mit Kevin Costner, Andy Garcia und Robert De Niro erstklassig besetzt - und doch ragte Connery heraus. Er erhielt den Oscar für die beste Nebenrolle. Daneben wurde er auch mit dem Golden Globe ausgezeichnet.
1989 erhielt er dann eine weitere Auszeichnung, die fast ebenso schmeichelhaft ist: Das "People"-Magazin wählte ihn zum "Sexiest Man Alive". Und zehn Jahre später wurde er sogar zum "Sexiest Man of the Century" gewählt. 2005 erhielt Connery in Berlin schließlich den Europäischen Filmpreis für sein Lebenswerk - die höchste Auszeichnung, die ein Filmschauspieler in Europa erhalten kann. Seit 2000 darf er sich zudem Sir Sean Connery nennen: Für seine Verdienste um Schottland schlug ihn Königin Elisabeth II. zum Ritter.
1989 wechselte Connery erneut ins Seniorenfach: In "Indiana Jones und der letzte Kreuzzug" spielte er den Vater von Harrison Ford - dabei trennt die beiden Schauspieler gerade mal zwölf Jahre. Im gleichen Jahr war er in "Family Business" als Vater des sieben Jahre jüngeren Dustin Hoffman zu sehen.
Anfang der 90er Jahre glänzte Connery in zwei Filmen, die den Kalten Krieg zum Thema haben. In dem Actionthriller "Jagd auf Roter Oktober" spielte er 1990 einen sowjetischen U-Boot-Kommandanten. Im selben Jahr spielte er in der John-Le-Carré-Verfilmung "Das Rußland-Haus" einen Verleger, der in der Sowjetunion in eine Spionageaffäre verwickelt wird.
Doch in den folgenden Jahren bewies er nicht immer Gespür bei seiner Rollenauswahl und nahm immer wieder Rollenangebote zweitrangigen Filmen an. 1999 wollte er es dann noch einmal wissen: An der Seite von Catherine Zeta-Jones spielte Connery in dem romantischen Thriller "Verlockende Falle" einen alternden Meisterdieb, der sich in eine junge Kollegin verliebt - doch so ganz wollte die Rolle des glühenden Liebhabers nicht mehr zu ihm passen.
Connery ist mit Leib und Seele Schotte. Gerne zeigt er sich im Kilt. Wie ernst es ihm mit dem Patriotismus ist, zeigt auch der Titel seiner Autobiografie: Sie trägt den Titel "Being a Scot". Seit Jahrzehnten bemüht er sich um seine Heimat. Er gründete die Stiftung "Scottish International Educational Trust", die Stipendien an begabte Schotten vergibt. Unter anderem floss seine Millionengage für den James-Bond-Film "Diamantenfieber" in die Stiftung. Daneben setzt sich Connery für die Unabhängigkeit Schottlands ein und ist Mitglied und Förderer der Scottish National Party. Dass er seine Heimat vor langer Zeit verlassen hat, scheint für ihn kein Widerspruch zu sein. Das Letzte, was man von ihm hörte: Die spanischen Behörden ermitteln gegen ihn wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung. Doch das soll die Freude an diesem Tage nicht trüben: Happy Birthday, Sean Connery!