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13. Februar 2008, 13:20 Uhr

Yvonne goes Romy

Das dürfte vielen Romy-Schneider-Fans die Stimmung verhagelt und die Schausspiel-Avantgarde zu Buh-Rufen animiert haben: Yvonne Catterfeld, mal Sängerin, mal Soapstar, wird unser aller Romy spielen. In einem Kinofilm, der 2009 in die Kinos kommt. Nicht ganz so laut buht: Judka Strittmatter. Von Judka Strittmatter

berlinale

Yvonne Catterfeld - eine gewisse Ähnlichkeit zu Romy Schneider ist ja da. Ob das reicht?© David Hecker/DDP

Wahrscheinlich gab die Gänsehaut von Daniel Biasini den Ausschlag. Schade, auch so ein Typ, der sie im Leben schwer enttäuscht hat. Kalt erwischt soll es ihn haben, den Ex von Romy Schneider und Vater ihrer Tochter Sarah, als die romysierte Yvonne probehalber die verblichene Traumfrau gab. Und richtig: Ganz schlimm war's nicht, ein, zwei Sequenzen lassen ahnen, dass die Catterfeld mehr kann, als je zu sehen war von ihr. Trotzdem, nur auf die Ähnlichkeit zu setzen und dann wird's schon, ist vielleicht ein bisschen kurz gedacht.

Für unsere Romy wollen wir nur das Beste - und ehrlich - selbst das ist nie genug. Ihre Augen und besonders ihre Stimme - unikate Eigenschaften, unerreicht. Sie hatte diesen Klebstoff, der noch heute wirkt, die Geister hat sie nie geschieden, alle liebten Romy, nicht nur Männer. Und jeder reklamiert noch heute seinen eigenen Zugang zur Seele dieser femme geniale, jeder trägt sein eigenes Romy-Bild im Herzen.

Auch unser aller Romy hat mit Schnulzen angefangen

Auch Marie Bäumer, die mal im Gespräch war für die Rolle, hätte es nicht leicht gehabt - trotz Schönheit und Talent. Jetzt also Yvonne Catterfeld. Reputation bedenklich, "GZSZ", "Sophie - Braut wider Willen", nichts Gescheites. Sie selbst scheint keine völlig Dumme, schaut man und hört man, was sie dem Boulevard so preisgibt. Da gibt's ganz andere Luschen und auch Luder. Und, darf man eigentlich nicht vergessen: Auch unser aller Romy hat mit Schnulzen angefangen. Sissi hoch und Sissi runter. Fatal wär's nur, wenn sich die junge, ehrgeizige Frau Catterfeld schon lange still und heimlich für die Inkarnation von Romy hält, nur weil vermarktungsgeile Fernehnasen ihr das schon lange flüstern: Die Haare plötzlich braun und nicht mehr blond, der Habitus, das Sprechen, plötzlich weiblich-weich und nicht mehr mädchenhaft. Vielleicht denkt sie auch insgeheim: Dieser Streifen wird für mich sein, was für Romy der Visconti war. Nämlich der Durchbruch. Autsch, möchte man da aufschreien, und sie fragen: Und wo bitte ist denn dein Visconti? Der Herr Rusnak ist es doch wohl leider nicht.

Umfragen im Freundeskreis ergeben jedenfalls geschockte Mienen: Och nee, wirklich? Was kommt als nächstes? Spielt Biedermann, Jeanette die Janis Joplin, oder gibt Neubauer, Christine nun die Callas? Denkmäler scheinen in Gefahr und Cineasten schäumen. Jetzt draufzuhauen liegt schon nahe, ist wahrscheinlich auch berechtigt, doch ein Häkchen widerstrebt: Und wenn sie's doch ganz gut macht? Perfekt ist ja nicht drin, weil eben unsere Romy - aber gut? Haben doch schon andere Serienfuzzis den Lift in bessere Etagen abgefangen. Dass sie sich diese Chance nimmt, obwohl sie wenigstens ahnen sollte, wie kollektiv der Aufschrei draußen ist und wie grandios sie scheitern kann, hat wieder was. Am Ende sind heutzutage sowieso Zahlen der Erfolg, nicht Qualität: Die Sissi-Fans von einst - da sind 'ne Menge noch am Leben - werden zuhauf ins Kino strömen. Tja. Immerhin: ihren Schnarch-Lover Wayne Carpendale hat Frau Catterfeld erst jüngst durch einen anderen, besseren Typen ausgetauscht. Oliver Wnuk, witzig-charmant, französisch sprechend. O'lala. Ein Schritt nach vorn. Ob Romy sein auch einer ist, werden wir sehen.

Von Judka Strittmatter
 
 
KOMMENTARE (9 von 9)
 
Abakumow (14.02.2008, 19:40 Uhr)
Catterfeld als Romy?
Dieses einmütige Sich einschießen des deutschen Feulletons,diesmal als quasi Andenkenbewahrer Romy Schneiders und diese gesammelte Bösartigkeit,wie sie schon bei Tom Cruise zu lesen war (und wohl im Herbst wieder zu lesen sein wird)ist zum k-----.Der Versuch,Oliver Pocher abzuschießen-die gleichen Kunstinquisitoren.Lesen Sie doch mal die Biographien manches berühmten Hollywoodstars!Z.B.Brad Pitt.Vom Pornodarsteller als Brotverdienst haben es manche in die Höhen des internationalen Ruhmes gebracht.Hier in diesem Lande wird sogar dem Regisseur,der als Letzter mit Romy gedreht hat,Inkompetenz vorgeworfen und Sie machen sich über Romys Witmer lustig.Zum Unterschied zu Manchen ist Yvonne Catterfeld eine ausgebildete Sängerin von der mehr als guten Hochschule "Hans Eisler",allerdings aus Ostberlin und sie aus dem Osten. stammend.
Man hätte ja die potentielle Oscarpreisträgerin Ferres anbieten sollen oder die Diva Furtwängler,damit wenigstens so oder so die deutschen Medien a priori aufjubeln können.Kameraerfahrung zählt nicht,ein einjähriges Casting wurde von inkompetenten Ignoranten durchgeführt,wenn man das alles liest.Es ist schauderhauft,aber doch wohl "mainstream" und sicher auch politisch korrekt.
monzeno (14.02.2008, 18:52 Uhr)
warum nicht?
Sie sieht bezaubernd aus, und ist Romy Schneider sehr ähnlich, sogar ähnlicher als ihre Tochter. Ich bin sicher, dass sie mit einem guten Regisseur es schaffen wird. Drücke die Daumen und hoffe, dass der Film gut wird!
Mule (13.02.2008, 19:29 Uhr)
Romy?????????????
Romy Schneider hatte eine unglaublich sinnliche Ausstrahlung in ihren "Erwachsenen-Filmen", als Hascherl war sie einfach nur süß. YC empfinde ich als glatt, unpersönlich und mit wenig Ausstrahlung ausstaffiert.
akasha28 (13.02.2008, 17:11 Uhr)
Was spricht dagegen??
Ich finde es gut das sie es macht, sie sieht Romy Schneider nicht nur ähnlich sie kann auch als Schauspieler einiges, leider konnte sie es noch nicht recht beweisen, vielleicht sind hier manche ein bisserl zu engstirnig, ja so sind die Deutschen, immer schön neidisch auf andere, ich glaube um das geht es wirklich bei den Kommentaren hier, vielleicht sollte man das ihr einfach nur gönnen aber so war es ja auch schon bei Romy Schneider als sie sich von Deutschland abgewandt hat. Sollte man mal drüber nachdenken.
Twipsy (13.02.2008, 16:47 Uhr)
Warum nicht..
den ganzen Schritt machen? Laßt Bulli Herbig die Romy spielen!
FGAlte (13.02.2008, 16:06 Uhr)
Maskenhaft
Ich bin mal gespannt, ob der Regisseur es schafft, Frau Catterfeld den maskenhaften, immer etwas starr wirkenden Gesichtsausdruck zu nehmen. Das trifft auch auf den Habitus zu, sie steht immer irgendwie in der Dekoration herum. Romy Schneider hatte dagegen eine sehr bewegliche und ausgewogene Physiognomie, die Stimmungen sehr differenziert und schnell wechselnd wiedergab.
Ickke (13.02.2008, 15:53 Uhr)
Es fehlt uns wohl an Talenten...
.. so dass man auf ausdruckslose GSZSZ-B-Stars zurückgreifen muss. Nicht jeder Film kann erstklassig werden, auch Filme aus den USA mit guter Besetzung sind teilweise am Schneidetisch so zerschnipselt worden, dass diese synchronisiert besser sind als das Original. Irgendwie müssen die ja auch Geld verdienen, ich muss den Film ja nicht gucken. Da Y.C. immer gleich guckt(grinst) tue ich es mir auch nicht an. Uns fehlt es an guten Drehbüchern, der Lust am Bild und echter Leidenschaft.
vegefranz (13.02.2008, 14:36 Uhr)
so sind wir Deutschen
klar, die macht schlimme Musik. Warum eine deutsche Schauspielerin schon fertig gemacht werden soll, bevor auch nur ein Mensch ein Stück Film gesehen hat, ist unverständlich. Das hat bei den "Kultur-Fachleuten" natürlich mit der deutschen Herkunft zu tun. Als Aysche Catterfield würden jetzt alle jubeln. also, warum nicht abwarten und dann meckern.
laketahoe (13.02.2008, 13:44 Uhr)
Einfach nur grausam....
Ohne jeden Zweifel ein fataler Besetzungsirrtum, selbst für Leute wie mich, die Romy Schneider noch nie für die Schauspielerin schlechthin hielten... sie war zumindest eine, und eine irgendwie tolle Frau war sie überdies.
Yvonne Catterfeld ist gar nichts. Eine glattgeschnigelt grinsende Kunstfigur. Keine Schauspielerin. Ein Nichts, gemessen daran, dass das Land voll ist mit sehr guten Schauspielerinnen.
Aber was solls, man hält ja irrtümlicherweise schließlich auch Veronika Ferres für eine tolle Schauspielerin!
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