In der Verfilmung von Nick Hornbys »About A Boy« spielt Hugh Grant den bindungsunwilligen Snob Will, der erst durch die Bekanntschaft mit dem zwölfjährigen Marcus lernt, erwachsen zu werden.
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Hugh Grant als großes Kind, hier mit kleinem Kind© UIP
Da steht er nun also auf der Bühne bei einer Schulaufführung. Mit einer Gitarre in der Hand. Und singt das Lied »Killing Me Softly«, das er eigentlich verabscheut. Auch noch mit geschlossenen Augen, was er eigentlich verachtet. Will tut es für den 12-jährigen Marcus, der gerade im Begriff war, sich mit der gleichen Darbietung auf ewig vor seinen Mitschülern zu blamieren. Doch nun wird statt seiner Will vom Publikum ausgepfiffen. Es ist der wohl peinlichste Auftritt seines Lebens. Und sein größter.
Will ist Ende 30, aus Überzeugung Single und im Grunde ein Arschloch. Er wohnt in einem schicken Londoner Apartment und hat die Fähigkeit, nichts zu tun und dabei unglaublich cool zu wirken. Er lebt von den Tantiemen, die ein von seinem Vater geschriebenes Weihnachtslied abwirft, und gibt sie für Designerklamotten und Restaurants aus. Sein Leben verläuft in 30-Minuten-Einheiten - so lange, wie seine Lieblingsserie im Fernsehen dauert oder ein Frisörbesuch, und auch seine wechselnden Dates halten nur unwesentlich länger.
Wills Strategie, um Frauen aufzureißen: Er behauptet, Vater eines Sohnes zu sein, und besucht eine Selbsthilfegruppe für alleinerziehende Eltern. So lernt er eben jenen Marcus kennen, eine sensible Nervensäge in selbstgestrickten Pullovern. Marcus muss sich um seine depressive Hippie-Mutter kümmern, ist schlecht in der Schule, sucht einen Vater. Und findet, ausgerechnet, Will.