Groß, größer, "Cloud Atlas"

14. November 2012, 16:19 Uhr

"Cloud Atlas" ist das teuerste, emotionalste, wuchtigste co-deutsche Kinoprojekt aller Zeiten. So haben Sie Tom Hanks und Halle Berry noch nie gesehen. Dagegen hat kein anderer Film eine Chance. Von Sophie Albers

"Cloud Atlas"

Regie: Tom Tykwer, Andy Wachowski, Lana Wachowski
Darsteller: Tom Hanks, Halle Berry, Hugh Grant

Wann hat Sie ein Film das letzte Mal so richtig umgehauen - Den Rest der Welt ausgeschaltet? - Ihr Hirn in die Leinwandrealität entführt? - Das Popcorn kalt werden lassen und die Cola warm? Wann sind Sie das letzte Mal vor glücklicher Erschöpfung sitzengeblieben, als der Abspann lief? "Cloud Atlas" ist das größte Kino seit langer, langer Zeit. Punkt. Und das liegt nicht nur an einer Mammut-Story von knapp drei Stunden Länge (die man aber nicht merkt), sondern vor allem daran, dass das Regie-Trio aus Tom Tykwer ("Lola rennt") und den Wachowski-Geschwistern Lana und Andy (Die "Matrix"-Trilogie) auf alle Konventionen gepfiffen hat, nach denen das Kino der vergangenen Jahre uns seine Geschichten erzählt. Ohne zuviel zu verraten (Sie werden sowieso noch lange angeregt darüber grübeln, was das alles zu bedeuten hat): Sechs Geschichten, die eigentlich eine sind und zwischen den Jahren 1849 und 2346 spielen, verweben staunenmachend das Schicksal von Menschen, die denkbar unterschiedlich sind, doch sich in ihrem Streben nach Freiheit so sehr ähneln, dass "einfach" die gleichen Darsteller in diese Rollen schlüpfen. Und ich versichere Ihnen, so haben Sie weder Tom Hanks, noch Halle Berry und erst recht nicht Hugh Grant je gesehen.

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"Dredd"

Regie: Pete Travis
Darsteller: Karl Urban, Olivia Thirlby, Lena Headey

Es war einmal vor langer, langer Zeit ein Comic über eine postapokalyptische Welt, in der sogenannte "Richter" dafür sorgen, dass das Morden, Quälen und Rauben nicht völlig überhand nimmt. Held ist Judge Dredd, von dem wegen seines Helms immer nur die untere Hälfte des Gesichts zu sehen ist, und der eiskalt und effizient aufräumt unter den Verbrechern der Zukunft. 1995 gab es den ersten Film - passenderweise mit Sylvester Stallone. Der Schauspieler war aber so teuer, dass man ihn den Helm immer wieder abnehmen ließ - Kardinalfehler. Außerdem wurde aus dem "Ich bin das Gesetz!"-Recken irgendwie auch eine Witzfigur, weil man damals meinte, über Comics unbedingt lachen zu müssen. Das heißt aber noch lange nicht, dass man das Remake 2012 zu einem Schlachtfest verkommen lassen muss. Mit unfassbar fantasievoller Grausamkeit wird hier gesplattert, so dass die Geschichte kaum noch von Interesse ist. Statt zu viel, gibt es nun gar keinen Humor. Und über die mitunter wirklich grandiosen Spezialeffekte freut man sich immer nur so lange, bis wieder Eingeweide die Sicht versperren. Die goldene Mitte liegt woanders.

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"Solang ich lebe"

Regie: Yash Chopra
Darsteller: Shah Rukh Khan, Katrina Kaif, Anushka Sharma

Es ist der letzte Film von Bollywoods Regielegende Yash Chopra ("Veer und Zaara - Die Legende einer Liebe"), und natürlich ist Shah Rukh Khan mit dabei. Der spielt einen ehemaligen Bombenentschärfer, der ausgerechnet in Kashmir endlich Frieden finden möchte. Dort verliebt er sich in die lebenslustige Tierfilmerin Akira (Anushka Sherma). ABER natürlich gibt es noch einige Geheimnisse aus der Vergangenheit des Leidenschaft atmenden Mannes zu klären. Und eines davon ist weiblich (Kathrina Kaif). Ein Muss für Bollywood- und Khan-Fans!

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"Das Geheimnis der Feenflügel"

Regie: Peggy Holmes
Darsteller: Mandy Capristo, Christian Tramitz, Stefanie Heinzmann

Tinkerbell, die Fee aus "Peter Pan" ist ein Mythos für sich. Die kleine grüne Flügelfrau hat Paris Hilton beim Aussuchen von Hundenamen genauso inspiriert wie Kylie Minogue bei ihrem grandiosen Auftritt in "Moulin Rouge". "Das Geheimnis der Feenlügel" schert sich allerdings um keinen Mythos, sondern macht die Fee zu einer von vielen in einem Märchenwald, der in Sommer und Winter zerlegt wurde, was wiederum an Narnia erinnert. Außerdem ist die Animation schon SO VIEL weiter als das! Was ist los mit dir, Disney?

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"Red Tails"

Das letzte Werk vor dem Verkauf von Lucasfilm an Disney! 23 Jahre lang wollte "Star Wars"-Vater George Lucas diesen Film machen. Nun ist er da. "Red Tails" ist ein Kriegsfilm-Fliegerabenteuer alter Schule. Doch müssen die stählernen, grundguten Helden nicht nur gegen miese Nazis kämpfen, sondern auch gegen den alltäglichen Rassismus. Die Red-Tails waren die erste afroamerikanische Fliegerstaffel in der US-Armee im Zweiten Weltkrieg. Unter anderem Cuba Gooding, Jr. und Terrence Howard müssen den weißen Oberen klarmachen, dass "Mut keine Farbe hat". Wenn man die fragwürdige Kriegsromantik mal beiseite lässt, zeigt Lucas noch mal das volle Ausmaß seiner kindlichen Freude und technischen Brillanz in der Darstellung von Luftkampfszenen. Fehlen nur noch die Starfighter.

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