Was von "Alien" übrigbleibt

9. August 2012, 16:14 Uhr

Lisbeth Salander auf den Spuren von Ellen Ripley? Robert De Niro als blinder Seher? Oder doch lieber Jason Segel als lebenskluger Volltrottel? stern.de präsentiert die Filmstarts der Woche. Von Sophie Albers

"Prometheus - Dunkle Zeichen"

Regie: Ridley Scott
Darsteller: Noomi Rapace, Charlize Theron, Michael Fassbender

33 Jahre ist es her, dass Ridley Scott uns gelehrt hat, dass die Außerirdischen ganz und gar nicht in Frieden kommen. Das aus der Menschenbrust brechende Schleimmonster und die Sichelkopf-Bestien des Schweizer Surrealisten HR Giger gehörten zur Inneneinrichtung unserer 80er-Jahre-Albträume. Nun hat der Kultregisseur sich seines Horrorkindes ein weiteres Mal angenommen: leider mit mäßigem Erfolg. Für Zuschauer, die alt genug sind für das Original, wird dieses Prequel, das davon erzählt, warum Ellen Ripley sich in den "Alien"-Filmen überhaupt mit den alles penetrierenden Twitterwesen anlegen musste, nicht wirklich Neues bringen. Die Spezialeffekte sind grandios, keine Frage, aber die Schockeffekte wirken zuweilen wie ein Abklatsch. Das junge Publikum wiederum wird mit dem ganzen Gequatsche, den zahlreichen Anspielungen und Verweisen schlicht nichts anfangen können. Immerhin: Michael Fassbender gibt einen grandiosen Roboter, der igendwann sogar die Welt in seinen Händen halten darf. Noomi "Lisbeth Salander" Rapace entwickelt, nachdem sie anfangs wirkt wie Ripleys naive kleine Schwester, beeindruckende Einsteck- und Austeilqualitäten. Auch an Charlize Theron ist nichts auszusetzen, die wunderbar eiskaltblond und härter ist als alle Kerle zusammen. Trotz der guten Besetzung verliert sich "Prometheus" immer wieder in angesichts der Monströsität der Kulisse lächerlichen Klischees. Die können einem den Kinogenuss echt verleiden. Wer möchte schon, wenn er denn endlich am anderen Ende des Universums Leben findet, immer wieder daran erinnert werden, dass er nur im Kino sitzt und das Prequel zu einem 33 Jahre alten Film sieht...

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"Jeff, der noch zuhause lebt"

Regie: Mark und Jay Duplass
Darsteller: Jason Segel, Ed Helms, Susan Sarandon, Judy Greer

Keine Ahnung warum Hollywood gerade so gern den Narren zum Weisen macht, aber dieser Jeff erinnert stark an Ned aus "Our Idiot Brother". Wieder ist das schwarze Schaf der Familie am Ende der Klügere, von dem es zu lernen gilt. Jeff, gespielt von Hollywoods derzeitigem Lieblingskomiker Jason Segel, sieht zudem überall Zeichen (kein Wunder, wenn er die ganze Zeit "Signs" guckt) und will mit deren Hilfe auch seine Mitmenschen auf den "richtigen" Weg bringen. Vor allem seinen Bruder (Ed "Hangover" Helms), in dessen Leben gerade so gar nichts entspannt läuft. Und dann ist da noch die angesichts solcher Söhne verzweifelte Mutter, gespielt von der grandiosen Susan Sarandon. Kino wie ein warmer Apfelkuchen - mit einer Kugel Eis.

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"Familientreffen mit Hindernissen"

Regie: Julie Delpy
Darsteller: Julie Delpy, Albert Delpy, Aure Atika; Lou Alvarez

Julie Delpy ist offensichtlich in einer produktiven Phase. Gut einen Monat nach ihrer Beziehungskomödie "2 Tage in New York" kommt der hysterisch-entspannte-skurril-charmante Familienfilm "Familientreffen mit Hindernissen" in die Kinos. Im Jahr 1979 wird die frisch pubertierende Alvine von ihren Eltern an die Atlantikküste verfrachtet, wo sich Onkels, Tanten, Großeltern, Cousins und Cousinen für ein Wochenende zusammenfinden. Die unterschiedlichsten Charaktere und Ansichten prallen aufeinander, und das mitunter so heftig, dass Geschirr fliegt. Das wäre alles nicht so schlimm, schließlich ist Alvine das erste Mal verliebt. Aber sie hat gehört, dass der Satellit Skylab ausgerechnet über der Bretagne abstürzen soll.

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"RedLights"

Regie: Rodrigo Cortés
Darsteller: Sigourney Weaver, Robert De Niro, Cillian Murphy

Robert De Niro hat in letzter Zeit weniger Glück bei der Auswahl seiner Rollen. Die große, alle überraschende Rückkehr des Leinwandbesessenen ("Taxi Driver", "Raging Bull", "Heat") steht noch aus. Auch "Red Lights" holt ihn nicht wirklich aus der Versenkung, auch wenn dieser Thriller eigentlich alles richtig gemacht zu haben scheint: Regie führte Rodrigo Cortés, der mit "Buried - Lebend begraben" gezeigt hat, dass man in einem Sarg einen Hit drehen kann. Neben De Niro spielen Sigourney Weaver und Cillian Murphy die Hauptrollen in dieser Geschichte über die Jagd auf übersinnliche Verführer. Matheson (Weaver) ist eine Psychologin, die es sich mit ihrem Assistenten (Murphy) zur Aufgabe gemacht hat, Scharlatane zu überführen - vom Löffelbieger bis zum Hellseher. De Niro spielt Simon Silver, einen Star des paranormalen Business, die größte Herausforderung für Matheson. Und die gefährlichste wie sich bald herausstellt.

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"Entre les Bras - 3 Sterne. 2 Generationen. 1 Küche."

Regie: Paul Lacoste
Darsteller: Michel Bras, Sébastian Bras

Kann man Kochkunst vererben? Der Meisterkoch Michel Bras (drei Sterne) übergibt seinem Sohn Sébastien ein Restaurant. Diese Dokumentation zeugt auf hungermachende Weise von der Liebe zu jedem noch so versteckten Gewürz, der richtigen Sämigkeit von Saußen, vom Timing, von Geschmack, von Hingabe. Die Küche als Ort einer Lebensgeschichte. Süß, bitter, vollmundig. Eine geschmackvolle Schule des Lebens und eine Liebeserklärung an die Familie.

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