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7. Juli 2003, 17:09 Uhr

Das Gesicht von Big Brother

Bereits zum vierten Mal hat RTL 2 Menschen in den berühmten Container gesteckt. Moderiert hat die wöchentliche Montag-Show die immer gut aufgelegte Aleksandra Bechtel. Ein Interview direkt vor dem Finale.

Moderierte die vierte Staffel von "Big Brother": Aleksandra Bechtel© Endemol

"Big Brother 3" ist im Vergleich zu den ersten beiden Staffeln ziemlich baden begangen. Es war ein großes Wagnis von Ihnen, sich für die Staffel 4 als das "Gesicht" der Show zur Verfügung zu stellen. Haben Sie von Anfang an einen Erfolg geglaubt? Das Format "Big Brother" hat mir immer schon am Herzen gelegen. "Big Brother 3" hatte auch deshalb nicht die Beachtung, da die Staffel meiner Meinung nach zu schnell nach BB 2 auf Sendung ging. Diese knapp zwei Jahre, die zwischen BB 3 und BB 4 liegen, haben dem Format gut getan - und wie man sieht, ist das Interesse der Zuschauer sehr stark. Wir alle sind stolz auf diesen Erfolg! Sie moderieren stets mit guter Laune, übergehen Pannen sehr geschickt und stellen recht kess heikle Fragen. Big Brother hilft Ihnen dabei, diese selten im Fernsehen zu entdeckenden Qualitäten gut zur Schau zu stellen. Ist das vielleicht ein Sprungbrett für eine eigene Show bei den "großen" Sendern? Erst einmal Danke fürs Kompliment! Was in der Zukunft passiert, werden wir sehen. Eine eigene Sendung zu moderieren, ist immer eine große Herausforderung, der ich mich natürlich auch in Zukunft gerne stelle. Sie haben den Mut dazu, vor der Kamera auch parteiisch zu sein. Als Zuschauer sieht man doch recht genau, welchen Bewohner Sie sympathisch finden und welchen nicht. Darf man sich das als Moderator überhaupt leisten? Es ist doch wichtig, gerade als Moderator eine eigene Meinung zu haben. Das Entscheidende ist doch, ob man die Menschen, die alle den Mut gehabt haben, sich diesem für sie ja doch ungewissen Konzept zu stellen, mit Respekt behandelt. Das tue ich.

Die Anrufer-Votings wirkten auch bei dieser Staffel wieder sehr getürkt. Gleich zu Beginn der Staffel flog Ulf raus - der einzige, der außerhalb des Containers genug Charisma und Ausstrahlung hat, um eine Platte aufzunehmen. Auch bei anderen Votings diente das Ergebnis stets der Spannung. Das kann doch kein Zufall sein? Die Zuschauer wählen erfahrungsgemäß die Personen aus dem Haus raus, die stark polarisieren. Bei Ulf war das der Fall. Die einen fanden ihn sehr witzig, den anderen hat er zuviel von Sex mit Nadja geredet. Er war auch einer der Bewohner, der ganz ohne Nominierung innerhalb der Teams rausgewählt wurde. Also direkt vom Zuschauer. Dass Ulf nun auch zwei Singles rausgebracht hat, warum nicht? Die Zuschauer wollten ihn einfach außerhalb des Hauses erleben. Die Quoten von Big Brother sind sehr gut. Doch in der Presse findet die Sendung fast nicht mehr statt. Ist Big Brother inzwischen kein Aufreger mehr? Für die Millionen Zuschauer, die täglich gucken, ist BB selbstverständlich aufregend, auch schon kultig. Für die Presse ist das Format einfach nicht mehr neu. Viele andere Sendungen, die bereits seit Jahren dabei sind, bekommen auch wenig Beachtung. Das ist aber normal und nicht beunruhigend. Im Gegenteil: Das ist eher ein Zeichen dafür, dass diese Sendung noch eine ganze Weile über unsere Bildschirme flimmern wird. Eben weil sie ihren Platz gefunden hat und nun dazugehört. Es wird immer wieder neue Shows geben, die nur anfangs sehr stark gehypt werden. In unserer heutigen Zeit ist das doch normal, entscheidet aber nicht darüber, ob eine Sendung gut oder schlecht ist. Dies entscheidet nur der Zuschauer. Und der liebt BB.

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