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17. Juni 2010, 11:33 Uhr

Bruchlandung mit Hilary Swank

Die Hauptdarstellerin? Mit Hilary Swank eine Oscar-Preisträgerin. Die Regisseurin? Mit Mira Nair eine gefeierte Filmemacherin. Der Film "Amelia" ist trotzdem eine Enttäuschung. Von Inga Radel, dpa

Amelia, Hilary Swank, Richard Gere, Ewan McGregor, Mira Nair

Hilary Swank spielt die amerikanische Flugpionierin Amelia Eerhart© Twentieth Century Fox/DPA

Androgyne Rollen liegen Hilary Swank. Ihre zwei Oscars hat sie für die Darstellungen eines Transsexuellen ("Boys Don't Cry") und einer Boxerin ("Million Dollar Baby") gewonnen. Nun spielt die 35-Jährige die amerikanische Luftfahrtpionierin Amelia Earhart, die als erste Frau allein den Atlantik überflog.

Mit dem kurzen Haar und dem hellbraunen Piloten-Lederoverall sieht Swank Earhart zwar enorm ähnlich. Diesmal spielt der Kritiker-Liebling aber nicht preisverdächtig - überhaupt ist die Filmbiografie "Amelia" ziemlich misslungen.

Dabei klingt das Projekt vielversprechend: Regie führte die schon mehrfach ausgezeichnete indische Regisseurin Mira Nair ("Monsoon Wedding"). Zur Besetzung gehören Richard Gere als Earharts Manager und Ehemann George Putnam sowie Ewan McGregor als Liebhaber. Und die Story taugt auch als spannender Stoff: Im Zentrum steht die Abenteurerin, die zum Idol für emanzipierte Frauen in aller Welt wurde und 1937 bei ihrem versuchten Alleinflug um die Erde über dem Pazifik verschwand. Bis heute hat man weder ein Flugzeugwrack noch ihre Leiche gefunden.

Hölzerne Hilary Swank

Doch "Amelia" erzählt Earharts Karriere allzu brav nach, erinnert zuweilen fast an eine historische Fernsehdokumentation. Einige beeindruckende Wolken-Aufnahmen, originalgetreue Flugzeug-Nachbauten und sehenswerte 20er- und 30er-Jahre Kostüme (etwa Eartharts Bundfalten-Hosen) - viel mehr lässt sich dem Werk nicht abgewinnen.

Was dem Drehbuch vor allem fehlt ist ein Konflikt. Die Dialoge sind fürchterlich künstlich, Earharts Lebensweisheiten etwa nimmt man Swank nicht ab: Zum Beispiel wenn sie pathetisch fragt: "Was wissen Träume schon von Grenzen?" oder "Wer will schon ein durch Sicherheit eingeengtes Leben?". Geradezu grotesk-albern ist eine Szene, in der Earhart nach ihrem Atlantik-Überflug auf einer irischen Weide landet und dann sagt: "Hi, Hallo Schafe."

Die Figuren werden nicht greifbar - man kann sich kaum in sie einfühlen. Earharts Beziehungskonstellation zwischen Mann und Liebhaber wird emotional nicht schlüssig erklärt.

Swank, die den Film mit produziert hat, spielt unglücklich hölzern, ähnlich wie schon in der Liebesschnulze "P.S. Ich liebe dich". Insgesamt sind "Amelia" 111 Minuten, die kaum vergehen und von denen einem kaum etwas in Erinnerung bleibt.

"Amelia" kommt am 17. Juni ins Kino

Von Inga Radel, dpa
 
 
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