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Keine Gnade für "Jobs"

Da ist er nun, der erste Steve-Jobs-Kinofilm. Und schon hagelt es gewaltig Kritik. Nicht nur am Drehbuch, auch am Hauptdarsteller. Ashton Kutcher scheint auf "Jobs" hängengeblieben zu sein.

Von Sophie Albers

  Ashton Kutcher ist in "Jobs" gut, aber nicht gut genug, meinen die Kritiker

Ashton Kutcher ist in "Jobs" gut, aber nicht gut genug, meinen die Kritiker

Es ist ein bisschen so, als würde man über die Beatles schreiben", sagt Drehbuchautor-Star Aaron Sorkin ("The Social Network"), der derzeit an seiner Vision eines Hollywoodfilms über "iGod" Steve Jobs arbeitet. Dabei hat er anderen den Vortritt gelassen: Hollywood-Beau und Produzent Ashton Kutcher, Regisseur Joshua Michael Stern ("Swing Vote") und Autor Matt Whiteley haben mit "Jobs" den ersten Film zum 2011 verstorbenen Apple-Genie in die US-Kinos gebracht. Und sie scheitern damit gerade recht fulminant. Nicht nur an der Kinokasse.

Wichtigste Stimme im Chor der gnadenlosen Kritiker (zu Steve Jobs hat schließlich jeder eine Meinung) ist die von Apple-Mitgründer Steve Wozniak: Der Film habe ihn unterhalten, aber er werde ihn nicht weiterempfehlen, schreibt er in einem Kommentar auf "Gizmodo". "Ich denke, vieles, was in diesem Film falsch läuft, hängt mit Ashtons (Kutcher) Bild von Jobs zusammen." Der Schauspieler ("Two and a Half Men") werfe ihm vor, schlecht über den Film zu sprechen, weil er für "andere" arbeite, so Wozniak und fügt an, dass Kutcher offensichtlich immer noch in seiner Rolle stecke.

Eine Annahme, die sich bestätigt findet, wenn man Kutchers Auftritt bei den "Teen Choice Awards" sieht. Er gibt sich in einer viereinhalbminütigen Facebook-Klientel-Version als Motivator für ein besseres Leben, wobei ihm ganz offensichtlich Steven Jobs' berühmte Rede vor Absolventen der US-Elite-Universität Stanford vorschwebte. Knapp daneben.

"Das Sexappeal einer Powerpoint-Präsentation"

Robert Cringely, Blogger von "I, Cringely" und bekannt durch den Steve-Jobs-Film "The Lost Interview" fällt das vernichtende Urteil, dass "Jobs" wie ein TV-Film "ohne Seele" sei. Ganz abgesehen von den chronologischen und historischen Fehlern. Manohla Dargis geht in der "New York Times" so weit, den Film mit Jobs' einstigem Erzfeind Microsoft zu vergleichen: "Jobs" habe das "Sexappeal einer Powerpoint-Präsentation". Und auch er regt sich über die historische Unachtsamkeit auf. Kyle Wagner von "Gizmodo" schließlich bemängelt, dass dieser Film die ersten 40 Minuten lang eine Szene an die andere schneide, ohne eine Geschichte zu erzählen.

Einig sind sich immerhin alle, dass die Schauspieler ihr Bestes gegeben haben. Auch Kutcher wird bescheinigt, dass er sich diese Rolle wirklich übergestülpt habe. Allerdings fehle ihm wohl die schauspielerische Größe, aus schwachem Material mehr zu machen, heißt es in der "New York Times".

"Here is to the crazy ones"

Für die deutschen Kinos hat "Jobs" noch nicht einmal einen Starttermin. Also vielleicht doch lieber gleich auf Sorkins Version warten? Der hat bereits angekündigt, mit einer unorthodoxen Struktur überraschen zu wollen. "Der ganze Film wird aus drei Szenen bestehen. Mehr nicht. Und alles passiert in Echtzeit", verriet er im Interview mit "The Daily Beast". Er wolle die wichtigsten Produktankündigungen zeigen: den Mac, Next und den iPod.

"Ich weiß nicht, ob Sie sich an Jobs' Werbekampagne 'Think Different' erinnern", so Sorkin. "'Here's to the crazy ones' (An alle, die anders denken). So hat es angefangen. Wenn ich den Film damit beenden kann, wenn ich mir das verdiene, dann habe ich den Film geschrieben, den ich schreiben will."

Das hört sich zumindest vielversprechend an.

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